Wohnungsmarkt 2025: Druck auf Mieten wächst

Leverkusen
©Adrian v. Allenstein/stock.adobe.com

Der Fachbereich Stadtplanung der Stadt Leverkusen hat den aktuellen Wohnungsmarktbericht 2025 vorgelegt. Die Analyse zeigt, dass sich insbesondere im Mietwohnungsbereich die Lage weiter zuspitzt.

Der jährlich erscheinende Bericht basiert auf den wohnungsmarktrelevanten Kennzahlen des Vorjahres und informiert über Entwicklungen und Rahmenbedingungen innerhalb des Stadtgebiets. Auf rund 70 Seiten wird deutlich, dass sich die Situation nicht entspannt hat. Im Gegenteil: Steigende Baukosten, eine rückläufige Bautätigkeit und anhaltend hohe Inflation verschärfen die bestehenden Herausforderungen. Zusätzlich dämpfen unsichere weltwirtschaftliche Perspektiven und politische Entwicklungen die Investitionsbereitschaft im Wohnungsbau. Auch für das kommende Jahr wird keine Entlastung erwartet.

Fachleute rechnen vielmehr mit einer weiteren deutlichen Verschärfung, vor allem im preisgünstigen und öffentlich geförderten Mietsegment. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass Prognosen zunehmend schwieriger werden, da sich wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen dynamisch verändern und Datenauswertungen komplexer machen.

Der Bericht dient Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern aus Politik, Verwaltung und Wohnungswirtschaft als fundierte Informationsgrundlage. Er ist online auf der Seite der Stadt Leverkusen abrufbar.

Zentrale Indikatoren und Datengrundlagen

Anhand von rund einem Dutzend Indikatoren analysiert der Bericht die Angebots- und Nachfrageseite des Wohnungsmarktes.

Zur Nachfrageseite zählen unter anderem:

  • Bevölkerungsentwicklung

  • Einkommensstruktur

  • Arbeitslosenquote

Auf der Angebotsseite werden unter anderem folgende Faktoren ausgewertet:

  • Baugenehmigungen und Fertigstellungen

  • Wohnungsleerstände

  • Miet- und Kaufpreise

Ergänzend fließen Ergebnisse aus einer Fachbefragung ein. Zudem wurden Wohnungs- und Immobilienanzeigen auf einschlägigen Internetportalen ausgewertet. In der aktuellen Ausgabe werden außerdem Resultate einer turnusmäßigen Befragung der Leverkusener Wohnungsunternehmen vorgestellt, die alle fünf Jahre durchgeführt wird.

Bevölkerungsentwicklung und Nachfrage

Zum Jahresende 2024 überschritt die Einwohnerzahl erstmals die Marke von 170.000 Personen. Der Wanderungsgewinn fiel zwar geringer aus als in den Vorjahren, dennoch konnten Wegzüge und ein Sterbeüberschuss durch Zuzüge ausgeglichen werden.

Die internationale Zuwanderung ging im Vergleich zum Vorjahr zurück. Gleichzeitig nahm der Zuzug aus Köln zu, während die Zahl der Fortzüge unverändert blieb. In benachbarte Kommunen hingegen verzeichnete Leverkusen stärkere Abwanderungen. Erfahrungen der vergangenen Jahre lassen jedoch erwarten, dass weitere Fluchtbewegungen auch künftig zu Bevölkerungswachstum führen können.

Die anhaltende Nachfrage nach Wohnraum trifft auf ein begrenztes Flächenangebot, eine niedrige Leerstandsquote, eine über Jahre schwache Bautätigkeit sowie einen kontinuierlichen Rückgang öffentlich geförderter Wohnungen. Der bestehende Bedarf kann dadurch nicht gedeckt werden, was zu steigenden Wohnkosten führt.

Mietmarkt unter besonderem Druck

In wirtschaftlich unsicheren Zeiten mit steigenden Mieten, zurückhaltender Bautätigkeit und zunehmenden finanziellen Belastungen wird frei verfügbarer, preisgünstiger Wohnraum immer knapper. Die Bereitschaft und Möglichkeit umzuziehen nimmt ab, was sich auch in sinkenden innerstädtischen Umzugszahlen zeigt.

Gestiegene Material- und Baukosten, konjunkturelle Schwächen, Fachkräftemangel sowie politische Rahmenbedingungen führen dazu, dass zahlreiche Bauprojekte wirtschaftlich kaum tragfähig sind. Zwar stieg die Zahl der Fertigstellungen im Vergleich zum Vorjahr leicht an, gleichzeitig wächst jedoch der Bauüberhang aufgrund früherer Genehmigungen und verzögerter Realisierung. Insgesamt bleibt das Angebot deutlich hinter dem Bedarf zurück.

Besonders angespannt ist seit Jahren das preisgünstige Mietsegment. Gleichzeitig sinkt der Bestand an öffentlich geförderten Wohnungen kontinuierlich.

Eigentumsmarkt: leichte Stabilisierung, aber Zurückhaltung

Für Haushalte mit durchschnittlichem Einkommen bleibt Wohneigentum vielfach schwer erreichbar. Die Preise für Bauland bei Ein- und Zweifamilienhäusern sowie für Geschosswohnungsbauflächen blieben im Berichtsjahr stabil. Bestandsimmobilien wurden teilweise günstiger angeboten, während die Mieten erneut stiegen.

Trotz rückläufiger Kaufpreise im Bestand zeigt sich die Nachfrage nach Eigentum weiterhin zurückhaltend. Hohe Finanzierungskosten, anhaltende Inflation und unsichere Zukunftsperspektiven wirken bremsend. Viele Interessierte schrecken vor einem Erwerb zurück oder entscheiden sich für kleinere Objekte. Die Entwicklung deutet unter anderem auf gestiegene Preise bei Reihenhäusern hin.

Fachleute bewerten die Gesamtlage im Vergleich zum Vorjahr überwiegend negativer. Lediglich im Eigentumssegment wird eine leichte Verbesserung gesehen. Für das kommende Jahr rechnen sie insbesondere im Mietwohnungsbau mit einer deutlichen Verschlechterung und einer stark steigenden Nachfrage. Das mittlere, untere sowie das öffentlich geförderte Mietpreissegment wird als besonders kritisch eingeschätzt.

Wer hat noch Chancen auf dem Markt?

Die Ergebnisse des Wohnungsmarktbarometers zeigen, dass neben Alleinerziehenden und Haushalten mit geringem Einkommen inzwischen auch Haushalte mit mittleren Einkommen erhebliche Schwierigkeiten haben, passenden Wohnraum zu finden.

Es fehlen sowohl kleine als auch große bezahlbare Wohnungen für Familien mit Kindern. Zudem besteht ein deutlicher Mangel an barrierefreiem Wohnraum. Der öffentlich geförderte Mietsektor bleibt stark unter Druck.

Das Investitionsklima im Neubausegment wird zwar etwas positiver beurteilt als im Vorjahr, bewegt sich jedoch weiterhin im negativen Bereich. Die Erwartungen an künftige Investitionen lassen keine grundlegende Verbesserung der Lage erkennen.

Investitionsbedarf der kommenden Jahre

Die befragten Fachleute sehen in den nächsten drei Jahren dringenden Handlungsbedarf insbesondere im Neubau von Wohnungen – mit einem klaren Schwerpunkt auf öffentlich gefördertem Mietwohnraum.

Darüber hinaus werden verstärkte Investitionen in altersgerechten und barrierefreien Wohnraum sowie in betreute Wohnangebote empfohlen, um dem demografischen Wandel gerecht zu werden.

Aufbau des Berichts

Der Bericht beginnt mit einer kompakten Darstellung zentraler Daten und Trends im Vergleich zum Vorjahr. Es folgt eine Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen. Anschließend wird in einer ausführlichen Langfassung mit zahlreichen Abbildungen und Tabellen die Wohnungsmarktsituation 2024 detailliert analysiert.

Der vollständige Bericht steht online über die Stadt Leverkusen zur Verfügung und kann dort eingesehen oder heruntergeladen werden. Interessierte können sich zudem direkt an den zuständigen Fachbereich Stadtplanung wenden.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Stadt Leverkusen/Veröffentlicht am 09.02.2026