So gestalten Sie einen pflegeleichten Garten: Zwei eindrucksvolle Beispiele

Pflegeleichter Garten
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Arbeit, Familie, Freunde, Hobbys – die meisten Menschen sind heutzutage sehr gestresst und haben wenig Zeit etwa für Gartenarbeiten. Trotzdem soll der Garten schön anzusehen sein und zum Wohlfühlen einladen. Doch lässt sich das miteinander vereinbaren? Kurz und knapp: Ja! Mit der richtigen Gartengestaltung und ein paar Kniffen wird der Garten pflegeleicht, aber trotzdem zu einem wahren Paradies. Wir stellen zwei Beispiele besonders pflegeleichter Gärten im Detail vor.

Der Steingarten: Einmal angelegt, immer schön und pflegeleicht

Eines vorweg: Steingärten dürfen nicht verwechselt werden mit den sogenannten Schottergärten, die mittlerweile sehr verhasst und mancherorts sogar verboten sind. Während letztere sich dadurch „auszeichnen“, dass große und ebene Flächen statt mit Rasen oder Beeten einfach mit Unmengen an Schotter versehen werden, sind Steingärten ursprünglich als Nachbildung einer Gebirgslandschaft entstanden. Ein Teil des Gartens bildet also eine Stein- bzw. Felsformation, die natürlich auch mit Pflanzen durchsetzt werden kann.

Wie auch immer der Steingarten im Detail angelegt wird – er liebt die Sonne, benötigt eine gute Durchlässigkeit des Bodens und verträgt auf keinen Fall Staunässe. Daher fällt er besonders pflegeleicht aus, muss auch im Sommer nicht ständig gewässert werden.

Bereiche im Garten, die ohnehin schon trocken und sonnig sind, bieten sich für die Anlage eines solchen Gartens geradezu an. Es empfiehlt sich, zu feuchten und schweren Boden durch eine Beimischung von Sand und Kies aufzulockern. Neigen die unteren Schichten des Bodens zu stauender Nässe, sollte der gesamte Mutterboden abgetragen und auf eine dicke Drainageschicht aus Kies wieder aufgebracht werden, bevor mit dem Pflanzen begonnen wird. Wie man sieht, ist der Aufwand für die Anlage eines Steingartens schon recht groß, gerade größere Steine können es leicht auf ein Gewicht von über hundert Kilogramm bringen. Ist er jedoch einmal fertig angelegt, beschränkt sich die Pflege auf ein Minimum.

Bei der Pflanzenauswahl für den Steingarten kann aus einem breiten Angebot geschöpft werden: Alpine Gewächse wie Küchenschelle oder Enzian-Arten eignen sich ebenso gut wie polsterförmig wachsende Pflanzen, die die Fläche zwischen den Steinen ausfüllen. Bekannte Beispiele sind Blaukissen und niedrige Nelken. Gräser und viele Sedum-Arten wie der Mauerpfeffer sind trockenresistent und sonnenliebend, Hauswurz gedeiht sogar direkt auf dem Stein. Am besten eignet sich hierfür Tuffstein mit seiner extrem porösen Oberfläche. Sogar die Anpflanzung von Freilandkakteen gelingt in einem Steingarten meist problemlos. Auch liebevoll bepflanzte Hochbeete können wirkungsvoll zwischen den Steinen platziert werden.

Aufgrund des geringen Nährstoffbedarfs und ihrer Anspruchslosigkeit müssen die Pflanzen nur selten gedüngt und gewässert werden. Lediglich das Unkraut sollte regelmäßig und gründlich entfernt werden, da die meist niedrig wachsenden Pflanzen sonst keine Chance haben.

Der japanische Garten

Das Grundgerüst eines japanischen Gartens sind ebenfalls Steine, daher ist auch er sehr pflegeleicht. Findlinge und Felsbrocken werden nicht bloß auf den Boden gelegt, sondern immer ein wenig eingegraben. Steingruppen bestehen oft aus drei unterschiedlich großen Steinen, welche die Erde, Menschen und den Himmel symbolisieren sollen. Große und flache Steine dienen als Pfade, die in durch den japanischen Garten führen. Die Anordnung der Gehsteine variiert zwischen runden und zick-zack-förmigen Pfaden, hierbei gibt es also viele Gestaltungsmöglichkeiten.

Neben Steinen kommt auch dem Wasser eine sehr hohe Bedeutung zu. Dieses sollte idealerweise in Form eines natürlich aussehenden Teiches mit kleinen Ufern aus Kies gestaltet werden.

Die Bepflanzung im japanischen Garten besteht hauptsächlich aus immergrünen Pflanzen – auch diese sind sehr pflegeleicht. Immergrüne Pflanzen symbolisieren Kontinuität und spiegeln die Natur in ihrer ganzen Pracht wider. In einem japanischen Garten dürfen auf keinen Fall der japanische Ahorn (Acer japonicum) oder die Zierkirsche (Prunus serrulata) fehlen. Wellenfömig beschnittene Gehölzgruppen oder -reihen können symbolisch für Berge, Felsen oder Meereswogen stehen. Häufig werden Berge und Meereswogen mit der japanischen Azalee (Rhododendron obtusum) dargestellt. Starkgrüne Gräser und Moosarten dienen als Bodenbedecker.

In dezenter Art werden auch Sichtschutzelemente eingesetzt. Diese sollten aber nicht zu grob wirken, sondern eher Transparenz und schlicht sein. Hier bieten sich Bambus sowie Stroh, Gras und Schilf an. Ein japanischer Garten lebt von der Harmonie, daher sollten die einzelnen Teilbereiche fließend ineinander übergehen und nicht streng getrennt werden. Tipp: Der absolute Klassiker, der in keinem japanischen Garten fehlen darf, ist die Steinlaterne. Am besten wirkt diese direkt am Weg oder neben einer kleinen Holzbank.

Eine ganz besondere Form des japanischen Gartens ist der Zen-Garten. Beim Zen-Garten werden meist nur Kiesflächen, Gehölze sowie Steine verwendet. Er galt früher als ein Ort der Mediation und strahlt daher Harmonie und Ruhe aus. Das Wasser wird durch Kiesflächen mit Wellenmuster dargestellt. Hierbei werden mit der Harke wellenförmige Linien in den Kies gezogen. Steine sollen Tiere, Menschen und Inseln symbolisieren.