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Beruf & Berufsbild: Jurist

Berufsbild Jurist

Als Jurist beschäftigt man sich mit dem Recht und dessen Anwendung. Dabei kann man in verschiedenen Bereichen tätig sein, wie beispielsweise in der Justiz, der Verwaltung oder in Unternehmen. Juristen sind Experten in der Analyse von Gesetzen und Verträgen und beraten ihre Mandanten in rechtlichen Angelegenheiten. Sie vertreten ihre Klienten vor Gericht und setzen sich für deren Interessen ein.

Um Jurist zu werden, ist ein Studium der Rechtswissenschaften notwendig. Dieses umfasst sowohl theoretische als auch praktische Inhalte, wie beispielsweise Fallbearbeitungen und Praktika. Nach dem Studium kann man sich auf verschiedene Rechtsgebiete spezialisieren, wie beispielsweise Arbeitsrecht, Strafrecht oder Steuerrecht.

Ein Jurist sollte über ausgeprägte analytische Fähigkeiten verfügen und in der Lage sein, komplexe Sachverhalte zu durchdringen. Zudem sind eine hohe Konzentrationsfähigkeit und eine schnelle Auffassungsgabe von Vorteil. Auch Kommunikationsfähigkeit und Durchsetzungsvermögen sind wichtige Eigenschaften, um als Jurist erfolgreich zu sein.

Der Beruf des Juristen bietet vielfältige Karrieremöglichkeiten und ein attraktives Gehalt. Allerdings ist der Arbeitsmarkt auch stark umkämpft, weshalb eine hohe Leistungsbereitschaft und eine kontinuierliche Weiterbildung notwendig sind, um sich von der Konkurrenz abzuheben.

Ausbildung

Um Jurist zu werden, ist ein abgeschlossenes Studium der Rechtswissenschaften notwendig. Dieses Studium wird an Universitäten und Fachhochschulen angeboten und dauert in der Regel 9 Semester. In einigen Bundesländern ist auch ein duales Studium möglich, bei dem die theoretischen Inhalte an einer Hochschule und die praktischen Inhalte in einer Kanzlei oder einem Unternehmen vermittelt werden.

Während des Studiums werden den angehenden Juristen umfangreiche Kenntnisse in verschiedenen Rechtsgebieten vermittelt. Dazu gehören unter anderem das Zivilrecht, Strafrecht, Verwaltungsrecht und Arbeitsrecht. Auch die Methoden der Rechtsanwendung und -interpretation werden gelehrt. Im Laufe des Studiums müssen die Studierenden außerdem mehrere Prüfungen ablegen, um den Fortschritt ihres Wissenserwerbs zu überprüfen.

Der Abschluss des Studiums wird mit dem Ersten Juristischen Staatsexamen abgeschlossen. Dieses Examen ist Voraussetzung für die Zulassung zum Referendariat, das in der Regel 2 Jahre dauert. Im Referendariat werden die angehenden Juristen in verschiedenen Bereichen der Praxis ausgebildet, wie zum Beispiel in einer Kanzlei, bei Gericht oder in einer Verwaltungsbehörde. Auch hier müssen mehrere Prüfungen abgelegt werden, um den Fortschritt der Ausbildung zu überprüfen.

Nach erfolgreichem Abschluss des Referendariats wird das Zweite Juristische Staatsexamen abgelegt. Mit diesem Abschluss können die Absolventen als Volljuristen arbeiten und beispielsweise als Anwalt, Richter oder Staatsanwalt tätig sein.

Jobchancen nach der Ausbildung als Jurist

Als Jurist stehen Absolventen nach der Ausbildung viele Türen offen. Die meisten Absolventen arbeiten in der Justiz, in Anwaltskanzleien oder in Unternehmen. Auch eine Karriere im öffentlichen Dienst ist möglich. Die Jobchancen sind insgesamt gut, da Juristen in vielen Bereichen benötigt werden.

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Juristen

Um sich beruflich weiterzuentwickeln und die Karrierechancen zu verbessern, gibt es zahlreiche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Juristen. Hier eine Auswahl:

  • Fachanwalt: Durch eine Weiterbildung zum Fachanwalt können Juristen sich auf bestimmte Rechtsgebiete spezialisieren und dadurch ihre Karrierechancen verbessern.
  • LL.M.: Ein Master of Laws (LL.M.) ist ein postgraduales Studium, das Juristen die Möglichkeit gibt, sich auf ein bestimmtes Rechtsgebiet zu spezialisieren und ihre Kenntnisse zu vertiefen.
  • Promotion: Eine Promotion in Jura kann die Karrierechancen verbessern und den Weg für eine akademische Karriere ebnen.
  • Sprachkurse: Juristen, die in internationalen Unternehmen oder Kanzleien arbeiten möchten, können von Sprachkursen profitieren, um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern.
  • Soft Skills-Training: Auch Soft Skills wie Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit und Führungskompetenz sind für Juristen wichtig. Hierfür gibt es spezielle Trainings und Seminare.

Gehalt als Jurist nach der Ausbildung in Deutschland

Das Gehalt als Jurist nach der Ausbildung kann stark variieren, je nachdem in welchem Bereich man tätig ist und welche Erfahrungen man bereits gesammelt hat. Im Durchschnitt kann man jedoch mit einem Einstiegsgehalt von etwa 45.000 bis 55.000 Euro brutto im Jahr rechnen.

Wer in einer großen Kanzlei oder einem Unternehmen arbeitet, kann auch schon zu Beginn seiner Karriere ein höheres Gehalt erwarten. Hier sind Einstiegsgehälter von bis zu 70.000 Euro brutto im Jahr möglich.

Je nach Berufserfahrung und Spezialisierung kann das Gehalt als Jurist im Laufe der Karriere stark ansteigen. So sind in Führungspositionen oder als Partner in einer Kanzlei Gehälter von mehreren hunderttausend Euro brutto im Jahr möglich.

Weiterführende Links für den Beruf des Juristen

Relevante Webseiten oder Verbände:

Jobbörsen:

Der Deutsche Anwaltverein ist die größte Interessenvertretung der Anwaltschaft in Deutschland und bietet zahlreiche Informationen rund um den Beruf des Juristen. Auf dem DAV-Stellenmarkt können Juristen gezielt nach passenden Stellenangeboten suchen. Für die Suche nach Jobangeboten im juristischen Bereich bieten sich auch allgemeine Jobbörsen wie StepStone und Monster an. Hier können Juristen gezielt nach Stellenangeboten suchen und sich über die Anforderungen und Aufgaben informieren.