Pumpversuch an der Buchmühle gestartet

Bergisch Gladbach Pünktlich am Montagmorgen, 9. August um 9.00 Uhr wurde die städtische Pumpe im Pumpenhaus an der Buchmühle eingeschaltet. Bereits wenige Sekunden später rauschte das Wasser. Seit diesem Zeitpunkt fließen rund 80 Liter Grundwasser pro Sekunde über eine provisorische Leitung aus dem Brunnenschacht in das daneben liegende verrohrte Hochwasserprofil der Strunde.

Die Stadtverwaltung hatte diesen Termin professionell vorbereitet; der Zeitpunkt war nicht beliebig gewählt, sondern von Sachzwängen bestimmt. „Wir wissen, dass es kein optimaler Termin ist, auch aufgrund des Hochwasserereignisses im Juli, aber wir müssen bis Anfang September wissen, wie viel Grundwasser dauerhaft abzupumpen ist, damit die Innenstadt trocken bleibt“, so Daniela Reuscher vom städtischen Abwasserwerk.

Durch das plötzliche Produktionsende der Papierfabrik Zanders zum 30. April 2021 ist die Hinterlassenschaft des dauerhaft künstlich abgesenkten Grundwasserspiegels in der Innenstadt zu lösen. Die Stadt Bergisch Gladbach hat sich bewusst entschieden, hier eine aktive Rolle einzunehmen. Konkreter Hintergrund des Pumpversuches ist die zum Ende August auslaufende wasserrechtliche Genehmigung der insolventen Firma Zanders. Über Jahrzehnte wurden für die Papierproduktion erhebliche Mengen Grundwasser entnommen und so der Grundwasserspiegel konstant abgesenkt. Nun will die Stadt künftig mit ihrer eigenen Pumpe an der Buchmühle dafür sorgen, dass die Keller im Stadtzentrum nach Stilllegung der Produktion trocken bleiben. „Der Versuch dient dem Schutz der Bürgerinnen und Bürgern in der Innenstadt.“ erläutert Daniela Reuscher.

Der Pumpversuch sieht vor, dass der Grundwasserstand zunächst tief auf einen „sicheren“ Grundpegel abgesenkt wird. Ist dieser erreicht, wird der Wasserstand schrittweise um 25 cm erhöht. Referenzpunkt ist die Tiefgarage des Bürgerhauses Bergischer Löwe am Konrad-Adenauer-Platz, die zu einem der tiefsten Bauwerke in der Stadtmitte zählt. Drückt das Grundwasser in die Tiefgarage ist der kritische Punkt erreicht. Es gilt, den Pegelstand mit einem Sicherheitsaufschlag knapp unter diesem Niveau zu halten.

Da es nicht ausgeschlossen ist, dass es in der Innenstadt Kellergeschosse gibt, die unter dem Tiefgaragenniveau liegen, wurden alle Immobilieneigentümer in der Stadtmitte, die im Einzugsbereich des Versuchs liegen, per Hauswurfsendung informiert und haben Kontaktdaten erhalten, über die sie Feuchte in ihren Kellerräumen melden können. „Falls wir eine Meldung erhalten, dass es zu nassen Böden oder Wänden in einem Haus kommt, können wir innerhalb von zehn Minuten handeln und den Pegel absenken.“

Ein Ingenieurbüro begleitet das Vorgehen gutachterlich. Zur Datenerhebung und Kontrolle werden zwei Mal täglich an 15 Stellen in der Stadtmitte die Grundwasserpegel gemessen. Der Versuch wird sieben bis zehn Tage dauern. Auf Grundlage der ermittelten Ergebnisse wird dann ein Antrag bei der Unteren Wasserbehörde eingereicht, um die Genehmigung für ein dauerhaftes Pumpen zu erhalten.

Vernässungen an Gebäuden im Bereich Stadtmitte können über folgende Kontakte gemeldet werden:

 

Hinterlasse einen Kommentar