Keine Schäden an Kanälen und Rückhaltebecken

Bergisch Gladbach Nach dem großen Regen sind die städtischen Kanäle und Rückhaltebecken sorgfältig auf Schäden untersucht worden. Das beruhigende Ergebnis: Alle Einrichtungen zum städtischen Hochwasserschutzsystem sind voll funktionstüchtig.

Bürgermeister Frank Stein drückt sein Verständnis aus für Menschen in der Stadt, die nun Sorge haben, jederzeit wieder von Wassereinbrüchen in ihren Kellern und Wohnungen überrascht zu werden: „Der Schock von letzter Woche sitzt tief, und ich kann gut nachvollziehen, wenn Bürgerinnen und Bürger sich fragen, ob sie zum Beispiel nun gefahrlos in Urlaub fahren können, ob sie ausreichend geschützt sind. Diese Sorge möchte ich gern nehmen. Für sintflutartige Niederschläge des gerade erlebten Ausmaßes kann kein von Menschen gemachter Schutz ausreichen. Die städtischen Kanäle und Rückhaltungen sind aber so konzipiert, dass sie nicht nur normale, sondern auch durchaus stärkere Regenereignisse problemlos verkraften können.“

Frank Haag als stellvertretender Wehrleiter der Bergisch Gladbacher Feuerwehr kann diese Einschätzung durch eigene Erfahrungen unterstreichen: „Es war erstaunlich zu beobachten, wie schnell nach dem Regen an vielen Stellen das Wasser durch die Kanäle wieder abgeflossen ist, auf den Straßen oder auch in manchen Tiefgaragen. Das zeigt, dass in die städtischen Leitungen eine Menge Abwasser hinein- und hindurchpasst, dass sie eine hohe Aufnahmefähigkeit haben.“

Erste Priorität liegt nach wie vor beim Aufräumen

Die Feuerwehr hat ihre Einsatzstellen größtenteils abgearbeitet und unterstützt im Rahmen überregionaler Hilfepläne nun die Einsatzkräfte in den wesentlich stärker betroffenen Kommunen des Landes. Die Hauptaktivität im Stadtgebiet liegt in dieser Woche nach wie vor beim Aufräumen. Der Abfallwirtschaftsbetrieb fährt weiterhin Absetzcontainer aus, die Anwohner mit zerstörtem Inventar füllen können. Wo hier die lokalen Schwerpunkte liegen, erfahren die Kolleginnen und Kollegen durch E-Mails und Anrufe aus der Bevölkerung, aber auch durch eigene Ermittlung und Hinweise von Einsatzkräften. U.a. ist auch der Außendienst der Ordnungsbehörde unterwegs, um Ansammlungen von Sperrmüll aufzunehmen, die auf hohen Bedarf für Abfuhren hindeuten.

Sonder-Sperrmüllabfuhr voraussichtlich auch am kommenden Samstag

Zusätzlich werden die Anfragen und Ermittlungen für die Sonder-Sperrmüllaktion am kommenden Freitag, dem 23. Juli, ausgewertet. Aufgrund der Menge der bereits eingegangenen E-Mails geht die Einsatzleitung davon aus, dass auch am Samstag, dem 24. Juli, noch Touren gefahren werden müssen. Sascha Kolter, stellvertretender AWB-Leiter, appelliert an die Bevölkerung: „Bitte haben Sie Geduld, wenn Ihr Sperrmüll am Freitagabend noch vor Ihrer Tür steht, und geben Sie uns auch am Samstag Zeit, das Stadtgebiet abzufahren.“ Gegebenenfalls werden die städtischen Fahrzeuge auch schon vor Freitag eingesetzt, sofern die Terminplanung es zulässt.

Klärwerk läuft wieder an – Trinkwasserqualität nicht beeinträchtigt

Die Schäden am städtischen Klärwerk werden weiterhin repariert; die Klärleistung ist nach wie vor eingeschränkt, aber nicht umweltgefährdend. Werksleiter Martin Wagner vom städtischen Abwasserwerk erklärt: „Die Aufsichtsbehörden sind informiert und waren auch vor Ort. Die Werte sind bereits jetzt wieder im zulässigen Rahmen. Eine Einschränkung der Einleitung ist nicht erforderlich. Ganz wichtig ist auch die Nachricht der Belkaw, dass die Trinkwasserqualität nicht beeinträchtigt ist. Abwasser- und Trinkwassersysteme sind ohnehin voneinander getrennt, so dass die Gefahr von Verschmutzungen gering ist.“

Schon 17.000 Euro Spenden eingegangen

Derweil gehen auf dem städtischen Spendenkonto Geldzuwendungen für die Hochwasseropfer ein. Der Bürgermeister zeigt sich beeindruckt: „Innerhalb von zwei Tagen knapp 17.000 Euro, das halte ich für ein tolles Ergebnis. Herzlichen Dank schon einmal an alle Spendenden, und ich würde mich freuen, wenn noch möglichst viele Hilfsbereite sich dadurch motiviert fühlen, den Topf weiter zu füllen.“ Die Richtlinien, wie die Spenden verteilt werden, erarbeitet die Stadt zurzeit. Stein bittet die Hilfesuchenden um ein wenig Geduld: „Geben Sie uns Zeit, eine gute Lösung für die Vermittlung der Gelder zu erarbeiten. Noch in dieser Woche wollen wir den Rahmen festlegen.“

 

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