Erfolgreiche Rezertifizierung am Bergischen Brustzentrum

Remscheid Das Bergische Brustzentrum am Sana-Klinikum Remscheid ist zum wiederholten Mal zertifiziert worden. Damit wurde die hohe Qualität in Diagnostik und Behandlung durch eine externe Prüfung erneut bestätigt.

Die Diagnose Brustkrebs ist mit Angst und Schrecken behaftet. Doch die gute Nachricht: „Über 85 Prozent der betroffenen Frauen können geheilt werden“ sagt Kathrin Eikholt, Chefärztin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtsmedizin am Remscheider Sana-Klinikum, das mit dem Städtischen Klinikum Solingen als Kooperationspartner das Bergische Brustzentrum am 1. Januar 2007 gegründet hat. Seither wird hier Medizin auf höchstem Niveau betrieben.

Die alle drei Jahre anstehende Re-Zertifizierung ist ein Garant dafür, dass anhand von neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen diagnostiziert und therapiert wird. Zahlreiche Kriterien – so zum Beispiel die gute Behandlungs- und Ergebnisqualität, regelmäßige Tumorkonferenzen, die kontinuierliche Weiterbildung der Mitarbeitenden oder der ganzheitliche Therapieansatz – werden bei der Prüfung beurteilt. „Es reicht nicht, diese Leitlinien nur auf dem Papier darzulegen. Man muss nachweisen, dass mal lebt, was man aufgeschrieben hat“, erläutert die Fachärztin für Gynäkologie und Geburtsmedizin, Senologie, gynäkologische Onkologie und Urogynäkologie.  

Selbstuntersuchung zur Gewohnheit werden lassen

Neben den Fortschritten bei Diagnostik und Behandlung wird allerdings eine weitere Entwicklung auch am Bergischen Brustkrebszentrum sichtbar: Die Patientinnen werden jünger. Woran liegt das? „Eine eindeutige Erklärung gibt es dafür nicht. Aber sicherlich spielt die Art, wie wir heute leben, eine Rolle“, sagt Kathrin Eikholt. Bewegungsmangel, falsche Ernährung und Übergewicht seien Risikofaktoren, die nicht von der Hand zu weisen seien. „Man muss aber auch sagen, dass wir durch das Mammografie-Screening, das die Krankenkassen Frauen ab 50 Jahren anbieten, frühere Befunde erhalten, was wiederum die Heilungschancen erhöht.“

Jüngeren Frauen rät sie, die Vorsorgeangebote ihres Gynäkologen bzw. ihrer Gynäkologin wahrzunehmen und die Brust regelmäßig einmal im Monat – am besten im Anschluss an die Regelblutung – selbst zu untersuchen. „Wer das gewissenhaft macht, kennt seine Brust und nimmt Veränderungen wahr“, betont die Ärztin. Kurse zur Selbstuntersuchung gehören grundsätzlich zum Angebot des Brustzentrums, können aber pandemiebedingt derzeit nicht stattfinden. Soweit zur Früherkennung. Doch auch in der Therapie gibt es heute durch individualisierte Behandlungspläne große Fortschritte. Der Therapievorschlag erfolgt nach intensivem Austausch in der Tumorkonferenz, an der verschiedene Fachdisziplinen – darunter die niedergelassenen Onkologen in Remscheid – teilnehmen.

„Um mal ein Bild zu benutzen: Früher hat man einen Brustkrebs mit der Schrotflinte behandelt, heute nehmen wir das Zielfernrohr, indem auch die biologischen Eigenschaften des Tumors berücksichtigt werden“, erklärt sie. Durchaus möglich sei, dass sich die Patientinnen eine zweite Meinung in einem anderen Brustzentrum einholen. „Ich rate dazu, alle Befunde und auch unseren Therapievorschlag mitzunehmen. Dann hat man eine gute Basis.“ Zumeist sei es aber so, dass Behandlungsempfehlungen geteilt oder nur in Nuancen anders beurteilt würden. Umgekehrt ist auch das Bergische Brustzentrum immer wieder gefragt, wenn Frauen aus anderen Kliniken eine weitere Begutachtung ihres Falls wünschen.

Vorsorge ist wesentlich für den Behandlungserfolg

Vorbeugend sei sicher ein „halbwegs sinnvoller und aktiver Lebenswandel“ zu empfehlen, wenngleich dies keine Garantie auf Gesundheit gebe. So bleibt die Früherkennung eine wesentliche Maßnahme, um die Chancen auf Heilung deutlich zu erhöhen. „Jetzt war ich zur Vorsorge und bin trotzdem krank“, hört Kathrin Eikholt immer mal wieder aus dem Kreis der Patientinnen. Darauf hat die Chefärztin eine klare Antwort: „Vorsorge verhindert keine Krankheit, sondern verhindert, daran zu sterben.“ Auch Männer können an Brustkrebs erkranken und sich damit an das Bergische Brustzentrum wenden.

 

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