Er war die gute Seele des Museums – Zum Tod von Herbert Ommer

Bergisch Gladbach Am 12. Juli 2021 ist Herbert Ommer im Alter von 68 Jahren gestorben. Er war die gute Seele des Bergischen Museums für Bergbau, Handwerk und Gewerbe in Bensberg, was er fast vierzig Jahre lang mitprägte.

Herbert Ommer war unschlagbar in seinen Kenntnissen über den Bergbau im Bergischen; seine weitverzweigten Kontakte konnten wertvolle Relikte für die Museumssammlungen sichern. Von seinem überregionalen Ruf und seinem fundierten Fachwissen profitierte das Museum in vielerlei Hinsicht: In zahlreichen Vorträgen und Führungen sowie als Mitautor der Buchreihe „Das Erbe des Erzes“ gab er sein Wissen weiter und stand als kompetenter Ansprechpartner für Anfragen zum Altbergbau zur Verfügung. Auch junge Menschen konnte er mit seiner Begeisterung anstecken, und er betreute Schüler- und Semesterarbeiten, die sich mit dem Thema beschäftigten.

Für sein Engagement zugunsten der regionalen Kultur erhielt Herbert Ommer 2013 den Rheinlandtaler des LVR für sein Engagement für die regionale Kultur.

Im Rahmen des Kooperationsvertrags zwischen der Stadt und dem Förderverein unterstützt der Verein die Stadt seit 2008 beim Betrieb des Museums. Seit 2011 stand Herbert Ommer als zuverlässiger Ansprechpartner für die Stadt Bergisch Gladbach zur Verfügung. Als Betriebsleiter sorgte er dabei für einen reibungslosen Museumsbetrieb, kümmerte sich um die Pflege des Gebäudes und der Anlagen und bereicherte das Jahresprogramm mit handwerklichen Vorführungen und dem alljährlichen Museumsfest.

Dr. Lothar Speer, ehemaliger städtischer Fachbereichsleiter für Bildung, Kultur, Schule und Sport, hat lange Jahre eng mit ihm zusammengearbeitet und ist überzeugt: „Ohne den unermüdlichen Einsatz von Herbert Ommer gäbe es das Bergische Museum heute nicht mehr.“

Sandra Brauer, seit 2018 bei der Stadt angestellte Museumsleiterin: „In den vergangenen drei Jahren habe ich die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit ihm sehr geschätzt. Ohne seine Unterstützung und Beratung hätten wir vieles nicht oder nicht so gut realisieren können.  Auch der Erhalt der historischen Werkstätten lag ihm sehr am Herzen. Als letzten großen Einsatz hat er maßgeblich die Erneuerung der über sechs Meter langen hölzernen Antriebswelle im Hammerwerk begleitet, und er war der erste, der den Hammer nach der Sanierung wieder in Betrieb genommen hat.“

Nicht nur handwerklich, auch organisatorisch hat sich Herbert Ommer für das Museum engagiert: Er war lange Jahre im Vorstand und zwischen 2011 bis 2019 auch Vorsitzender des Fördervereins.

Mit dem Tod von Herbert Ommer verliert die Stadt Bergisch Gladbach einen engagierten Bürger, der die Geschichte vor Ort für Jung und Alt erlebbar machte und sich für deren Erhalt einsetzte. Sandra Brauer: „Wir werden ihn im Museum jeden Tag vermissen.“

 

 

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