Gestörte Lieferketten bremsen Industrieproduktion in der Region Köln

Köln Vormals fein abgestimmte Lieferketten und Produktionsprozesse in der Industrie sind in Folge der Corona-Pandemie bei einer großen Zahl von Unternehmen in der Region derzeit spürbar beschädigt. Das ergab eine Blitz-Umfrage der IHK Köln, an der sich Anfang Juni 109 Betriebe aus Industrie und Handel beteiligt haben. Rund 78 Prozent berichten von Produktionsverzögerungen, sechs Prozent von -ausfällen.

Probleme gibt es zum einen durch Lieferengpässe – von Rohstoffen wie Metalle und Vorprodukten über Kunststoffe, Stahl, Elektronische Bauteile bis hin zu Kartonagen und Holz. Die Folgen: neben Produktionseinschränkungen verzögerte Auslieferungen an Kunden und ungeplante Kostensteigerungen. „Viele Industriebetriebe haben zusätzlich das Problem, dass Transportverpackungen wie Holzpaletten, Kartonagen oder Metallfässer knapp sind, was Fracht und termingerechte Auslieferungen an Kunden weiter erschwert“, so Dr. Ulrich S. Soénius, Geschäftsführer Standortpolitik der IHK Köln.

Ein Blick auf die Bezugsregionen, bei denen die Beschaffung derzeit stockt, offenbart die Bedeutung Chinas sowie der Region Asien/Pazifik insgesamt: Rund 46 Prozent der befragten Betriebe verortet Störungen ihrer Bezugsquellen in dieser Weltregion, gefolgt von der Eurozone mit 17 Prozent und Nordamerika mit 12 Prozent. „Auch hier zeigt sich wieder einmal die enge Verflechtung der Unternehmen in der Region Köln mit dem asiatischen Wirtschaftsraum“, sagt Alexander Hoeckle, Geschäftsführer International der IHK Köln. „Zudem wird deutlich, dass neue Wege gefunden werden müssen, um Lieferketten besser zu sichern.“

Aktuell reagieren die Betriebe auf die Lieferschwierigkeiten bei Rohstoffen, indem sie nach neuen oder zusätzlichen Lieferanten suchen und die eigenen Lagerbestände nach Möglichkeit erhöhen, was wiederum für zusätzlichen Nachfragedruck sorgt.

Knapp 70 Prozent der befragten Unternehmen rechnen nicht mit einer kurzfristigen Besserung bei den Lieferschwierigkeiten. Für mehr als 80 Prozent stellen steigende Energie- und Rohstoffpreise sogar ein mittleres bis hohes wirtschaftliches Risiko dar. „Lieferengpässe und Preisanstiege durch eine hohe globale Nachfrage nach wichtigen Rohstoffen bremsen damit die schnelle Erholung nach der Krise“, so IHK-Geschäftsführer Dr. Soénius weiter.

An der Blitzumfrage beteiligten sich Betriebe aus dem gesamten Bezirk der IHK Köln, 33 Prozent beschäftigten zwischen 50 und 250 Mitarbeitende, 25 Prozent haben zehn bis 49 Beschäftigte, 23 Prozent weniger als Mitarbeitende. Neben Chemie-, Kunststoff- und Elektroindustrie und Maschinenbau ist vor allem auch die Metallindustrie betroffen sowie der Großhandel der jeweiligen Industriezweige.

 

Hinterlasse einen Kommentar