Gärtnern für Balkonien

Rösrath Die reinste Augenweide bot sich am vergangenen Sonntag auf dem Außengelände des Kinderschutzbund Rösrath in der Arnold-Schönberg-Straße. Petersilie, Rosmarin, Majoran und allerlei weitere aromatisch duftende Kräuter gesellten sich zu zarten Gemüsepflanzen wie Tomaten, Zucchini, Paprika, Minigurken und Kartoffeln.

Die auf den Vor- und Nachmittag verteilten 17 Kinder staunten nicht schlecht, als sie nach und nach mit ihren negativen Schnelltest-Ergebnissen eintrudelten und die vielfältige Pflanzenpracht erblickten. Auch mit säckeweise bester Bio-Erde hatte Rammes Grünland den Kinderschutzbund, der seine coronaconforme Aktion im Freien dank einer Spende der VR-Bank Bergisch Gladbach-Leverkusen finanzieren konnte, versorgt.

Als WDR-Fernsehgärtner Rüdiger Ramme plötzlich persönlich auf der Bildfläche erschien, war es um ihn geschehen. Mit Maske und nötigem Sicherheitsabstand – darauf wurde penibel geachtet – umringten ihn die Kinder und fragten ihm Löcher in den Bauch. Mit gutem Gespür für das „junge Gemüse“ zwischen 4 und 12 Jahren leiteten er und seine Mitarbeiterin die Kinder Schritt für Schritt zum Bepflanzen der selbst mitgebrachten Gefäße und der vom Kinderschutzbund Rösrath neu angeschafften Hochbeete an.

Alend hatte es zuhause schon mal mit Tomaten versucht. Doch sein Bemühen war nicht von Erfolg gekrönt und so griff er dieses Mal zu marokkanischer Minze, Gurken und Kletter-Erdbeeren. „Es macht mir Spaß, mit Erde und Pflanzen zu arbeiten“, sagte der 12-Jährige, der sich ganz in seine Arbeit vertiefte. „Es ist eine schöne Abwechslung. In der Corona-Zeit kann ich ja kaum etwas machen.“ Auch dem vierjährigen Ryan, der von seiner Mutter und einer Rösratherin begleitet wurde, die sich sehr herzlich um die Belange der Familie kümmert, machte die Pflanzaktion sichtlich Spass. 

Jetzt pflegen die Kinder „ihre“ Pflanzen zuhause auf Balkonien, sehen sie wachsen und freuen sich schon auf die Ernte. Denn Hausgemachtes schafft einen völlig anderen Bezug als Nahrungsmittel aus dem Supermarkt. „Das ist auch Teil unseres Anliegens“, sagt Vorstandsmitglied Manfred Althaus. „Bei einer solchen Aktion machen die Kinder die Erfahrung, dass Salat und Lebensmittel im Allgemeinen nicht aus Maschinen kommen, sondern im Boden wachsen.“

Coronabedingt hat sich der örtliche Kinderschutzbund seit Anfang letzten Jahres immer wieder kleine Aktionen im Freien überlegt, damit Kinder und Eltern die eigenen vier Wände verlassen und mal völlig abschalten können. Die größte Freiraum-Aktion, die Manfred Althaus vor einigen Jahren mit angestoßen und jährlich mit dem Team des Kinderschutzbund Rösrath umgesetzt hat, musste allerdings zum zweiten Mal in Folge ausfallen.

„Wir hoffen, dass wir unser großes Sommerfest, das wir normalerweise zum Weltkindertag im Schloßpark Eulenbroich veranstalten, im nächsten Jahr wieder anbieten können“, so das engagierte Vorstandsmitglied.

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