Mobilitätsmanagement ist Teamwork

Bergisch Gladbach Luftverschmutzung, Lärm, Flächenverbrauch und Verkehrschaos: Bergisch Gladbach steht wie viele andere Kommunen vor diesen Herausforderungen, zu denen der täglich rollende Kfz-Verkehr einen großen Teil beiträgt. Gleichzeitig stellt sich die Frage, was die Alternativen sind, wie der Verkehr klimafreundlicher gestaltet werden und gleichzeitig die Mobilität für Menschen aller Generationen erhalten bleiben kann. Ziel ist, statt einer autogerechten Stadt eine lebenswerte Stadt zu schaffen. Die Notwendigkeit der Veränderung des Verkehrsverhaltens liegt auf der Hand, und dort setzt der Bereich Mobilitätsmanagement der Stadtverwaltung an.

Das Mobilitätsmanagement beinhaltet z.B. das Schaffen neuer Verkehrsangebote und die Verknüpfung von Verkehrsarten. Diese zu kommunizieren, sowohl innerhalb der Verwaltung als auch nach außen, darüber zu informieren und das Ganze zu koordinieren, das sind Aufgaben von kommunalen Mobilitätsmanagerinnen und -managern. Das Mobilitätsmanagement ist bei der Stadtverwaltung Bergisch Gladbach nicht Aufgabe einer einzelnen Person, sondern Teamwork. Aktuell ist der Bereich mit 1,5 Stellen besetzt.

Neben Florian Pappler, der seit August 2020 die Stelle des Mobilitätsmanagers innehat, besetzt die aus Wermelskirchen stammende Natascha Schemmann das kommunale Mobilitätsmanagement mit einer halben Stelle. Nach ihrem abgeschlossenen Bauingenieurstudium mit dem Schwerpunkt Verkehrswesen begann sie im Januar 2019 zunächst als Verkehrsplanerin in der Abteilung Stadtentwicklung/strategische Verkehrsplanung. Nach und nach lernte sie den Aufgabenbereich Mobilitätsmanagement kennen und entdeckte schnell den Spaß an dem aktuellen Thema. Mittlerweile kombiniert sie beide Aufgabenbereiche.

Die beiden Bereiche Verkehrsplanung und Mobilitätsmanagement ergänzen sich optimal und lassen sich gut kombinieren. „Während sich die Verkehrsplanung vor allem auf technisch-planerische Ansätze fokussiert, befasst sich das Mobilitätsmanagement viel mit kommunikativen und strategischen Aspekten in Bezug auf die Mobilitätswende. Im Fokus stehen dabei die Schaffung von alternativen Mobilitätsangeboten und deren Vernetzung“, erläutert Schemmann. Deutlich werde dies beispielsweise an dem kreisweiten Projekt Mobilstationen, bei dem im Sommer letzten Jahres E-Bike-Stationen in Bensberg und in der Innenstadt entstanden sind.

Schemmann und Pappler möchten die Stadt Bergisch Gladbach lebenswerter machen. Die Verkehrssituation soll verbessert und die Abhängigkeit vom eigenen Pkw reduziert werden. Dabei sollen alle Verkehrsteilnehmer berücksichtigt werden. Den Blick auf das Ganze hat Pappler in seinem abgeschlossenen Geographiestudium erlernt. Die Handlungsansätze des Teams Mobilitätsmanagement werden dabei überwiegend durch das städtische Mobilitätskonzept (MobiK) vorgegeben.

„Ziel des MobiK ist es, bis zum Jahr 2030 den Kfz-Anteil auf den Bergisch Gladbacher Straßen um acht Prozent zu senken. Das geht aber nur durch das Schaffen alternativer Mobilitätsangebote“, weiß Pappler. Mit dem MobiK sei ein wichtiges Grundgerüst für das Vorantreiben der Mobilitätswende geschaffen worden. Dies beinhalte auch die Vernetzung verschiedener Verkehrsträger, z.B. Bahn mit Fahrrad durch attraktive Abstellanlagen oder Fahrradboxen.

„Es gilt, die Chance des Mobilitätskonzeptes aktiv zu nutzen und die Maßnahmen im Stadtgebiet strategisch umzusetzen, damit wir die Verkehrsbelastung für die Bürgerinnen und Bürger senken. Damit kann zeitgleich auch ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, zum Lärmschutz und zur Verbesserung der Lebensqualität geleistet werden“, ergänzt Schemmann.

Mobilitätsmanager Pappler nimmt zurzeit am landesweiten Lehrgang Kommunales Mobilitätsmanagement teil, um sein Fachwissen weiter auszubauen. Seine Kollegin Schemmann hat den Lehrgang im letzten Jahr absolviert. Die neu erworbenen Kenntnisse aus dem Lehrgang, z. B. wie man die Öffentlichkeit mit einbinden kann, können beide in ihrer täglichen Arbeit direkt anwenden. „In Bergisch Gladbach gibt es noch viel zu tun, aber alle zusammen schaffen wir die Mobilitätswende“, davon ist das Team Mobilitätsmanagement überzeugt.

 

 

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