Wiesen und Wälder im Bergischen Land erhalten

Bergisches Land „Wir haben heute die Verpflichtung, das Bergische Land auch für Zukunft als Land der Wiesen und Wälder zu erhalten“, erklärt der Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) im Rheinisch-Bergischen Kreis, Rainer Deppe zum 50. Internationalen Tag des Waldes. Drei Jahre mit extremer Trockenheit haben im ansonsten regenreichen Bergischen Land unübersehbare Spuren hinterlassen.

Die durch Wassermangel geschwächten Bäume hatten dem zerstörerischen Fraß von Milliarden Borkenkäfern nichts entgegenzusetzen. Die Folge sind abgestorbene Fichtenschläge und zu einem erheblichen Teil bereits freigeräumte Waldparzellen. Letzteres sollte auch unvermindert fortgesetzt werden, denn die abgestorbenen Bäume stellen eine nicht unerhebliche Gefahr sowohl für Waldbesucher als auch für die Waldarbeiter dar. Zudem bilden die ausgetrockneten Schläge eine große Gefahr für Waldbrände.

Das Augenmerk muss nach Auffassung der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald jetzt auf der Wiederaufforstung liegen. „Wenn die Waldeigentümer ihre Parzellen nicht gezielt aufforsten, würde sich über den Samenvorrat im Boden wieder die Baumart durchsetzen, die vorher dort war – also erneut Fichten, die auf vielen Standorten keine lange Zukunft mehr haben werden“, so die SDW.

Der Wald der Zukunft wird ein Mischwald aus verschiedenen Baumarten sein. Das Waldbaukonzept des Landes Nordrhein-Westfalen nennt 23 unterschiedliche Waldentwicklungstypen. So können passend für jeden Standort Empfehlungen zur Baumartenwahl gegeben werden. Diese bestehen im Bergischen Land aus einer Mischung verschiedener Laub- und Nadelholzarten.

Wer sich mit offenen Augen durch das Bergische Land bewegt, sieht, wie sehr sich das Landschaftsbild bereits verändert hat. Die charakteristische Landschaft mit einem ständigen Wechsel von Wiesen und Wald sollte nach Auffassung der SDW für die Zukunft wiederhergestellt werden. Die Abwechslung macht nicht nur für die Menschen, die hier leben und die hier Erholung suchen, einen besonderen Reiz aus, sondern sie ist unverzichtbare Voraussetzung dafür, dass die große Artenvielfalt hier im Bergischen Land erhalten bleibt. Gerade die Übergänge von Grünland und Wald, insbesondere die Waldränder, sind für viele Arten von großer Bedeutung.

Die Schutzgemeinschaft bedankt sich bei den Waldeigentümern, die z.T. in vorbildlicher Weise eine gezielte Wiederaufforstung betreiben. Dafür stellt das Land Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr über die sog. Extremwetterrichtlinie Zuschüsse in Höhe von 75 Mio. zur Verfügung. Diese sind natürlich nicht kostendeckend, aber helfen durchaus, die Wiederaufforstung mit standortangepassten Baumartenmischungen durchzuführen.

Die Schutzgemeinschaft beteiligt sich derzeit selbst an einer Wiederaufforstungsmaßnahme. Im Rahmen des bundesweiten Projektes „Klimawald“, bei dem die SDW innerhalb von zwei Jahren gemeinsam mit dem Kooperationspartner BAUHAUS eine Million Bäume pflanzt, wird in diesem Monat ein etwa 1,5 ha großer Hang in Overath mit 7.500 Bäumen bepflanzt.

Internationaler Tag des Waldes

Der Tag des Waldes wird seit 50 Jahren als Reaktion auf die globale Waldvernichtung begangen. In den 70er Jahren wurde er von der FAO auf den 21. März festgelegt. Seit 2012 ist er ein offizieller Aktionstag der Vereinten Nationen. Mit dem Klimawandel und den Auswirkungen auf den Wald ist seine Bedeutung weitergewachsen.

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