Neuer Standort für die Stadtbibliothek

Wipperfürth Nachdem die Politik im letzten Haupt- und Finanzausschuss grünes Licht gegeben hat, wurde Ende letzter Woche der Mietvertrag unterzeichnet. Der Umzug der Stadtbücherei in das Objekt „Marktplatz 9“ – ehemals „Sport Höfer“ – erfolgt voraussichtlich gegen Ende des Jahres. Zuvor werden noch Umbaumaßnahmen und Renovierungen durchgeführt.

Barrierefreiheit, Zentrumsnähe und deutlich mehr Aufenthaltsqualität – das sind die wesentlichen Ziele, welche die Hansestadt Wipperfürth mit dem Umzug der Stadtbibliothek aus dem Alten Seminar an den Marktplatz, dem „Wohnzimmer der Stadt“, anstrebt.

Am Freitag, dem 5. März 2021, unterzeichneten Bürgermeisterin Anne Loth und die Eigentümer der neuen Räumlichkeiten, die Eheleute Sibylle Kölsche-Drecker und Norbert Drecker, im Rathaus den Mietvertrag. Damit ist der Umzug der Stadtbibliothek in die unmittelbare Nähe des Marktplatzes endlich besiegelt. Die Übergabe der zunächst bis Ende 2032 angemieteten Räume an die Stadt ist zum 01. April 2021 vereinbart. Die Pläne zur Sanierung und zum Umbau des Gebäudes „Marktplatz 9“ stehen, so dass die erforderlichen Umbauarbeiten in Kürze starten können.

„Die Ausstattung zur Präsentation der Bücher und weiterer Medien muss von einer Fachfirma angepasst werden, das wird kurzfristig in Auftrag gegeben, genauso wie die übrige Innenausstattung“, berichtet Dirk Kremer, erster Beigeordneter der Hansestadt Wipperfürth.“ Der Umbau wird in enger Abstimmung zwischen der Stadtverwaltung und den Eigentümern abgewickelt und orientiert sich maßgeblich am Bedarf der Stadtbibliothek. Deren Umzug an den neuen Standort wird für Ende des Jahres erwartet.

Zunächst werden die Räume im Gebäude „Marktplatz 9“ hergerichtet und als Bibliothek gestaltet. Bis zu dessen Umzug in die Untere Straße war in diesem Teil das Sportgeschäft „Höfer“ zu finden. Sollte sich herausstellen, dass der Bedarf nach mehr Fläche – wie im Büchereikonzept ausgeführt – tatsächlich besteht, gäbe es die Möglichkeit, die benachbarten Räumlichkeiten des ehemaligen Modegeschäfts auf der linken Seite, Marktplatz 8, zu einem späteren Zeitpunkt noch hinzu zu nehmen. „Mit dieser Lösung erreichen wir maximale Flexibilität in Bezug auf die Nutzung der Räumlichkeiten und die Weiterentwicklung der Stadtbücherei,“ macht Bürgermeisterin Anne Loth deutlich.

„Aus städtebaulicher Sicht erreichen wir auf diese Weise auch genau das, was das Land NRW forciert: Dass sich Eigentümer verständigen, um benachbarte Objekte zu einer Einheit zu verschmelzen und dadurch einer neuen Nutzung zuführen zu können“, erklärt Architekt Joachim Guhra, der die Eheleute Drecker bei den Planungen für die neuen Bibliotheksräume von Anfang an begleitet und fachlich unterstützt hat. Um für die Stadt als Mieterin die Mög- lichkeit zu schaffen, beide Objekte von demselben Eigentümer anmieten zu können, hatten die Eheleute Drecker das benachbarte Haus „Marktplatz 9“ hinzuerworben.

„Diese Bestimmung für dieses Haus hier am Marktplatz finde ich fantastisch! Das Wohnzimmer der Stadt erhält sozusagen seine Leseecke,“ schwärmt Norbert Drecker mit Blick auf die zukünftige Nutzung und ergänzt: „Ich denke, dass die Bücherei vom neuen Standort sehr profitieren wird, denn hier im Stadtkern besteht doch viel eher die Gelegenheit, mal eben reinzuspringen, besonders an Tagen, an denen man sonst vielleicht draußen im Regen warten müsste.“ Die Bücherei soll zu einem neuen Anlaufpunkt im Stadtzentrum werden. Barrierefreie Zugänge, ausreichend Platz für Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, sowie ein behindertengerechtes WC, schaffen Teilhabemöglichkeiten für alle.

Bürgermeisterin Anne Loth bedankt sich für das vorbildliche Engagement der Eheleute Drecker und freut sich auf die weitere Zusammenarbeit. „Wipperfürth ist die älteste Stadt im Bergischen Land. Sie haben im Vorfeld gesagt, dass Sie den Wipperfürthern im Zuge der Vermietung an die Stadt etwas zurückgeben möchten. Das finde ich sehr schön, damit tun Sie der Hansestadt Wipperfürth viel Gutes,“ ist die Bürgermeisterin überzeugt.

Laut Angabe des Eigentümers stamme das Haus von 1795, der Keller sei noch älter. Das Gebäude wurde nach dem verheerenden Stadtbrand wiederaufgebaut. Norbert Drecker, der selbst in dem Haus aufgewachsen ist, möchte auch die Außenansicht des Hauses „wieder schön machen“, wie er bei der Vertragsunterzeichnung im Rathaus sagte. Bei der Neuge- staltung der Außenfassade kommt möglicherweise eine Förderung durch das Haus- und Hofprogramm in Betracht, mit dem die Stadt optische Aufwertungen im Stadtbild fördern will.

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