metabolon und Umweltministerium weihen thermo-chemisches Zentrum ein

Lindlar Für die Erforschung neuer Abfall-Verwertungsmöglichkeiten und die Entwicklung von effektiven und nachhaltigen Stoffkreisläufen steht dem Forschungs- und lnnovationsstandort :metabolon im bergischen Lindlar ab sofort ein neues thermo-chemisches Forschungszentrum zur Verfügung. Gemeinsam mit dem Umweltministerium Nordrhein-Westfalen eröffneten die Projektpartner am Freitag, den 26. Februar 2021, das mit EU- und Landesmitteln geförderte Zentrum. 

Landrat Jochen Hagt begrüßte die pandemiebedingt kleinere Gästerunde und berichtete, dass es dennoch wichtig sei, diesen zukunftsweisenden Entwicklungsschritt des Projekts :metabolon zu präsentieren. „Wir können uns gemeinsam freuen, heute diese deutschlandweit einzigartige Forschungsinfrastruktur in Betrieb nehmen zu können und ich hoffe, dass viele zukunftsweisende Ergebnisse von diesem Standort zum Wohle unserer Unternehmen, aber auch unserer Gesellschaft – durch Schonung der endlichen Rohstoffe – gelingen werden“, freut sich Landrat Jochen Hagt.

Hans-Jörg Lieberoth-Leden, Leiter der Abteilung Kreislaufwirtschaft, Bodenschutz, Wasserwirtschaft im Umweltministerium, dankte im Namen der Landesregierung für das gelungene Projekt und betonte: „Die jetzt im neuen Thermo-Chemischen Forschungszentrum installierten Anlagen ermöglichen, zusätzliche innovative Verwertungswege für Reststoffe zu untersuchen. :metabolon ist ein zukunftsorientiertes Zentrum der Kreislaufwirtschaft, das darauf abzielt, die optimale Nutzung für Reststoffe zu ermitteln. Darüber hinaus ist der Standort ein wichtiger Baustein im bundesweiten Forschungsnetzwerk für eine nachhaltige Ressourcennutzung.“

Die interdisziplinäre Forschungsgemeinschaft :metabolon, der neben dem Bergischen Abfallwirtschaftsverband (BAV) und der TH Köln weitere renommierte nationale und internationale Forschungspartner angehören, erforscht und entwickelt die nachhaltige Aufbereitung von Reststoffen sowie deren kaskadische, stoffliche und energetische Verwertung zur Schonung der Primärrohstoffe und zur Sicherung des Ressourcenschutzes. Ziel ist die Ermittlung der optimalen stofflichen Nutzung der Reststoffe, um Energie sowie Nebenprodukte zu generieren, aus denen durch adäquate Nachbehandlungsschritte weitere Wertstoffe (Sekundärrohstoffe) gewonnen werden können. 

Die neue Forschungsinfrastruktur ergänzt zwei Teilprojekte, durch die ein Labortrakt mit modernster Gerätetechnik, ein Technikum sowie ein Zentrum für mechanische Stoffaufbereitung entstanden. Diese wurden nun um zwei thermo-chemische Anlagen erweitert. Gemeinsam mit der bestehenden Anlage für Hydrothermale Karbonisierung bilden die Pyrolyse- und die Vergasungsanlage das neue thermo-chemische Zentrum des Standortes. Die neuen Techniken bieten die Möglichkeit innovative Verwertungswege zu erforschen und insbesondere neue Reststoffströme in den Blick zu nehmen. Neben biogenen Reststoffen sollen die Anlagen in weiteren Forschungsprojekten außerdem Kunst- und Verbundstoffe sowie mineralische Reststoffe verwerten. Ziel der weiteren Forschungsvorhaben ist es, gemeinsam mit allen Akteuren den Weg von der linearen Wirtschaft hin zur zirkulären Wertschöpfung zu erreichen. 

Prof. Dr. Klaus Becker, Vizepräsident für Forschung und Wissenstransfer der TH Köln, begrüßte ebenfalls die anwesenden Gäste und lobte die gute und stetig wachsende Zusammenarbeit in der Forschungsgemeinschaft :metabolon. Mit dem neuen thermo-chemischen Forschungszentrum sei die vorhandene Infrastruktur um einen wichtigen Baustein erweitert worden. „Ich bin zuversichtlich, dass mit den neuen Anlagen hier innovative Verwertungsmöglichkeiten für Reststoffe erforscht und anwendungsnah entwickelt werden können“, so Prof. Becker.

Im Rahmen des Strukturförderprogramms Regionale 2010 wurde das im Oberbergischen Lindlar gelegene Entsorgungszentrum Leppe zu einem Forschungs- und lnnovationsstandort für nachhaltige Ressourcennutzung und zirkuläre Wertschöpfung neu ausgerichtet. Das seit Mitte 2017 laufende Projekt :metabolon IIb wird mit 7 Millionen Euro gefördert, wovon ca. 4 Millionen € durch den Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert wurden. Das Land Nordrhein-Westfalen stellt die entsprechende Co-Finanzierung in Höhe von rund 3 Millionen Euro zur Verfügung. 

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