Kleiner Pieks für mehr Schutz

Oberbergischer Kreis Im Impfzentrum für den Oberbergischen Kreis werden aktuell Personen im Alter von über 80 Jahren geimpft. Darüber hinaus erhalten Personen ein Impfangebot, die aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit priorisiert worden sind. Berücksichtigt werden unter anderem (Zahn-)Ärztinnen und (Zahn-)Ärzte sowie deren medizinisches Fachpersonal.

Am vergangenen Freitag erschien das Praxisteam des Pneumologen Dr. Frank Richling zum Impftermin. Der Gummersbacher Lungenfacharzt spricht sich klar für die Corona-Schutzimpfung aus: „Wer die lebenslangen Folgen kennt, die mit COVID-19 einhergehen können, ist motiviert, sich impfen zu lassen.“ Der Mediziner behandelt täglich Patientinnen und Patienten, die an den Folgen der Viruserkrankung leiden. Das seien zum Teil junge Leute, die einen leichten Verlauf hatten: „Auch sie kämpfen jetzt mit Langzeitfolgen wie Luftnot oder beständigem Reizhusten. Diese Folgen werden vielleicht nie verschwinden. Wer das sieht, weiß genau, warum man sich impfen lassen sollte.“

Wie die anderen priorisierten Personen unter 65 Jahren erhielt Dr. Frank Richling den Impfstoff von AstraZeneca. Während der Arzt in der Impfkabine Platz nimmt, erklärt er: „Das ist ein guter Impfstoff, sonst würde ich mir den nicht spritzen lassen. Auch wenn die Wirkung im Vergleich zum BioNTech-Impfstoff etwas geringer ist, schützt der Impfstoff zuverlässig vor einem schweren Verlauf. Die Verunsicherung, die durch die öffentliche Diskussion geschaffen wurde, finde ich schade.“

An der Anmeldung übergibt Dr. Florian Hammer derweil die erforderlichen Unterlagen und nimmt anschließend im Wartebereich Platz. Während der Zahnarzt auf den Aufruf in die Impfkabine wartet, berichtet er, weshalb er mit seinen acht Mitarbeiterinnen geschlossen zur Impfung gekommen ist: „Weil die Impfung im Moment erste Bürgerpflicht ist. Damit für jeden
von uns möglichst schnell wieder das alte Leben beginnen kann, sollten wir uns alle impfen lassen.“ Praxismitarbeiterin Sabrina Krümmel findet es wichtig, dass die Mitarbeitenden von Zahnarztpraxen ihr Impfangebot annehmen: „Wir arbeiten nah an den Patientinnen und Patienten und kommen mit Aerosolen in Kontakt. Ich möchte mich und andere durch die Impfung schützen.“

Die kieferorthopädische Praxis Dr. Flock aus Gummersbach kam am vergangenen Samstag ins oberbergische Impfzentrum. Im Wartebereich verriet das Praxisteam, warum es sich einig war, das Impfangebot anzunehmen. Dr. Herbert Flock machte deutlich: „Ich lasse mich impfen, weil wir nur durch eine Impfung der Pandemie Herr werden können. Außerdem ist es eine gesellschaftliche Verpflichtung.“ Dr. Susanne Flock stimmte zu. Sie habe keine Bedenken, mit AstraZeneca geimpft zu werden: „Ich vertraue dem Vektor-Impfstoff.“ Assistenzärztin Anna-Lena Kirchbach drückte das noch diplomatischer aus: „Ich lasse mich impfen, egal welcher Impfstoff – rein damit!“

Auch einige Tage nach der Erstimpfung sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Praxis noch überzeugt von der Impfung. Starke Impfreaktionen seien ausgeblieben. „Einige Personen unseres Teams hatten minimale Reaktionen, wie Kopf- oder Gliederschmerzen, die man z.B. auch nach einer Grippeimpfung kennt. Das war auch so zu erwarten und ist in jedem Fall besser als an COVID-19 zu erkranken“, sagt Kieferorthopäde Dr. Herbert Flock. In der Praxis von Lungenfacharzt Dr. Richling bemerkten die Mitarbeitenden keine Reaktionen. Auch in der Zahnarztpraxis Hammer blieben Reaktionen weitestgehend aus. Einzig die beiden jüngsten Mitarbeiterinnen hatten am Folgetag Kopf- und Gliederschmerzen.

Dr. Johannes Schlechtingen, Ärztlicher Leiter des Impfzentrums für den Oberbergischen Kreis, ordnet die vorübergehenden Beschwerden der Impflinge ein: „Es handelt sich hierbei nicht um Komplikationen. Unser Körper zeigt uns mit seiner Reaktion, dass er gut auf den Impfstoff anspricht. Das Immunsystem läuft auf Hochtouren und produziert Antikörper. Jüngere Personen reagieren in der Regel stärker als ältere auf Impfstoffe, weil ihr Immunsystem stärker ist.“

Hinterlasse einen Kommentar