BWO und HBW: Impfstart und Amtshilfe durch die Bundeswehr

Oberbergischer Kreis Auch Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung gehören laut dem Robert Koch-Institut zu den in der Corona-Pandemie besonders gefährdeten Gruppen. Sie haben oft Vorerkrankungen oder ein geschwächtes Immunsystem, wodurch das Risiko für einen schweren Verlauf erhöht wird. Daher ist die Sorge vor Ansteckungen in den Behinderten Werkstätten Oberberg (BWO) und dem Haus für Menschen mit Behinderung Wiehl (HBW) allgegenwärtig. Die Angst davor, andere oder sich selbst mit dem Virus zu infizieren, hat sowohl die Menschen mit Behinderung als auch die Mitarbeitenden in den vergangenen Monaten teils schwer belastet. 

Dementsprechend froh und erleichtert ist man nun, das Corona-Schutzimpfungen für mehr Sicherheit sorgen. Zwar gestaltete sich die Terminvergabe am Jahresbeginn schwierig – zwischenzeitlich gab es im Oberbergischen Kreis einen Impfstopp und alle bereits geplanten Termine mussten wieder abgesagt werden. Seit dem 17. Februar kann im HBW nun aber geimpft werden.

Mit dem Haus Am Konradsberg war kürzlich das Wohnhaus mit dem höchsten Altersdurchschnitt des HBW an der Reihe. Als erste Bewohnerin durchlief Rosina Bremer die im Haus aufgebaute Impfstraße und erhielt den Impfstoff von Biontech/Pfizer. „Es tat gar nicht weh“, befand sie nach dem Stich und freute sich über den neuen Impfschutz. Wie sie erhielten auch alle anderen Bewohner und Mitarbeiter über 64 Jahre den Impfstoff von Biontech/Pfizer. Die unter 65-Jährigen erhalten das Vakzin von AstraZeneca. Bereits in den nächsten Wochen werden die Impfungen im HBW abgeschlossen. Insgesamt 266 Bewohner*innen, Klient*innen und Mitarbeitende, die direkten Kontakt zu den Menschen mit Behinderung haben, sind dann durch eine Impfung geschützt.

Für große Erleichterung und Freude sorgte auch die Nachricht über die geänderte Impfkampagne des Landes NRW in der vergangenen Woche. Demnach sollen nicht nur Menschen, die in einer gemeinschaftlichen Wohnform leben, ein Impfangebot erhalten, sondern die gesamte Eingliederungshilfe. Somit kann auch den Menschen mit Behinderung, die in der BWO arbeiten, aber nicht in einem Wohnhaus leben, im März ein Impfangebot gemacht werden. Auch die Mitarbeiter können sich durch mobile Impfteams impfen lassen.

Reihentestungen werden im HBW bei den Menschen mit Behinderung schon seit längerem durchgeführt. Seit Mitte Februar können diese auch in der BWO stattfinden. Möglich machte dies eine Änderung der Testverordnung des Landes. Durchgeführt wurden die Testungen bislang von geschulten Mitarbeitern. Seit dieser Woche erhält das HBW Amtshilfe durch die Bundeswehr.

Bis Ende März kommen die in Bonn stationierten Soldaten montags und donnerstags in Wohnhäuser und die Verwaltung des HBW, um Tests bei Mitarbeitern durchzuführen. „Die Bundeswehr leistet eine wertvolle Hilfe, da die Kollegen die vielen Tests bisher ohne zeitliche Unterstützung leisten mussten“, freut sich Jens Kämper, Geschäftsführer von BWO und HBW.

Für die BWO und das HBW bedeuten die Reihentestungen und Impfungen viel. Sie markieren einen Lichtblick in Zeiten der permanenten Unsicherheit, die im vergangenen Jahr zum stetigen Begleiter geworden ist. „Natürlich werden weiterhin Masken getragen, Abstände eingehalten und die Hygieneverordnung umgesetzt. Aber es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass wir endlich auch noch andere Mittel gegen die Pandemie in der Hand haben“, so Kämper.

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