Wärmebilddrohnen sollen Rehkitze retten

Rheinisch-Bergischer Kreis Ab April/Mai werden Rehkitze, aber auch viele andere heimische Jungtiere, im hohen Gras der Wiesen geboren. Da sie in den ersten Tagen und Wochen noch nicht in der Lage sind, einem Raubtier wie Fuchs, Wolf oder auch Wildschwein zu entkommen, bleiben die Kitze instinktiv liegen und versuchen gar nicht erst zu fliehen. Diese Strategie hat über Jahrtausende das Überleben gesichert – bei den modernen Landmaschinen haben sie dagegen keine Chance und werden oft verletzt oder getötet. Denn genau in der Zeit wo die Jungtiere hilflos im Gras liegen, müssen die Landwirte die Wiesen das erste mal Mähen.

Aus diesem Grund haben viele Jagdpächter, Landwirte und Hegeringe, in denen sich die Jäger im Rheinisch-Bergischen Kreis zusammen geschlossen haben in jüngster Zeit sogenannte Kitzrettergruppen gegründet. Will der Bauer eine Wiese mähen, so werden sehr kurzfristig zahlreiche Helfer per Handy-Messenger benachrichtigt, um die Wiese vor dem Mähen nach Kitzen abzusuchen und diese in den Wald zu bringen.

Ein Rehkitz wird vorsichtig mit Handschuhen und in Gras „verpackt“ in den Wald transportiert, damit es keinen menschlichen Geruch annimmt und die Mutter es weiterhin versorgt.

„Diese Methode hat in den letzten Jahren schon sehr gut funktioniert“, betont Hubertus Prinz zu Sayn-Wittgenstein, Vorsitzender der Kreisjägerschaft des Rheinisch-Bergischen Kreises e.V. „Allerdings stößt man bei sehr großen Wiesen schnell an die Grenzen des Möglichen, selbst mit vielen Personen.“

Das nordrhein-westfälische Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz startet ab sofort mit der Ausschreibung für das Förderprogramm zur Beschaffung geeigneter Drohnen mit Echtbildübertragung und Wärmekamerasystem zur Kitzrettung. Das Programm wurde maßgeblich initiiert durch den Landtagsabgeordneten des Rheinisch-Bergischen Kreises und stellvertretenden CDU-Fraktionsvorsitzenden Rainer Deppe aus Overath. „Wir freuen uns, dass die Förderung für Wärmebilddrohnen nun beginnen kann. Dies ist ein weiterer Schritt zu mehr Tierschutz in NRW.“

Besonders wichtig sei, dass die Drohnen kurzfristig angeschafft werden können, um rechtzeitig einsatzbereit zu sein. Mit den Wärmebilddrohnen will die Kreisjägerschaft ihre Mitglieder bei der Kitzsuche unterstützen. Die Technik würde es erlauben, in kurzer Zeit sehr effektiv vor allem große Flächen nach Kitzen abzusuchen und diese vor dem Mähtod zu retten. 

„Um den Tier- und Artenschutz breiter aufzustellen, haben wir uns um entsprechende Fördergelder bemüht“ erklärt Prinz Wittgenstein. „Durch den Einsatz moderner Technik wollen wir die Kitzrettung noch effizienter und letztlich erfolgreicher machen. Das Ziel von uns Jägern gemeinsam mit den Landwirten des Kreises ist es, dass kein Kitz mehr zu Schaden kommt.“

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