Gute Noten für Distanzunterricht

Rösrath Insgesamt sehr zufrieden zeigt sich die Elternschaft der Gesamtschule Rösrath mit dem Unterricht auf Distanz. Dies wurde in einer mit annähernd 60 Prozent Rücklaufquote durchaus repräsentativen Umfrage deutlich. Die Befragten sehen und schätzen „Mühe und Kraft, die aufgewendet wird, um den Kindern ihren Schultag so normal wie möglich zu gestalten.“

Orientierung dabei bietet ein fester Stundenplan und somit eine vorgegebene Struktur. Zudem ist der Stundenrhythmus am Vormittag auf einen 60-Minuten-Takt umgestellt, die Nachmittagseinheit umfasst 90 Minuten für jeweils nur ein Fach. Das schafft Luft und Übersicht und wirkt sich günstig auf die Lernmotivation der Schülerinnen und Schüler aus.

Wichtigste Voraussetzung für das Gelingen des Ganzen allerdings ist und bleibt die technische Komponente. Hier bestätigen 96,6 Prozent der Eltern „Die Arbeit über die Plattform Teams hat funktioniert“. Bei vier Antwortoptionen trifft dies für 76,3 Prozent zu, für 20,3 Prozent immerhin teilweise und für nur 3,4 Prozent stimmt dies eher nicht; niemand entschied sich für „stimmt nicht“.

Nachweislich ausgezahlt hat sich die intensive schulinterne Vorbereitung der Lernenden auf die Arbeit mit Tablets schon zu Präsenzzeiten. Als positiv erleben alle Beteiligten den persönlichen Kontakt, der über Videokonferenzen und Chats sowohl mit den Lehrpersonen als auch mit den Klassenkameradinnen und -kameraden gewährleitet bleibt. „Die Kinder haben sich jeden Tag gesehen, die Unterrichtenden waren stets präsent und haben die Kinder immer bestens unterstützt.“ Diese gute Erreichbarkeit der Lehrerinnen und Lehrer bejahen ebenfalls rund 95 Prozent mit ihrer Antwort (70,7% „trifft zu“; 24,1% „trifft eher zu“). Zudem wird den Pädagogen ausdrücklich gute Vorbereitung, Empathie, Verständnis und Geduld attestiert.

Bezogen auf den Arbeitsaufwand lässt sich bei dreistufiger Skala ein Trend zur „goldenen Mitte“ feststellen, was im Detail bedeutet: Mit 74,6 Prozent findet eine deutliche Mehrheit den Arbeitsaufwand für die häusliche Betreuung „in Ordnung“ (15,3% „sehr hoch“, 10,2% sehr gering), den für das Kind halten mit 63,3 Prozent noch die meisten für „genau richtig“, jedoch monieren auch 30 Prozent, es war „zu viel“ (6,7% „zu wenig“). Als belastend wahrgenommen wird u.a., wenn die Schüler*innen im Rahmen der regulären Unterrichtszeit ihre Aufgaben nicht schaffen und aufarbeiten müssen, oder aber – elternseitig – die Kontrolle nach dem eigenen Arbeitstag bzw. parallel dazu.

Den Eindruck, das Kind habe über die ersten drei Wochen hinweg „sinnvoll lernen können“, tun gut drei Viertel in ihrem Feedback kund (29,3% „trifft zu“, 48,3% „trifft eher zu“), ein knappes Viertel teilt diese Ansicht nicht (17,2 % „trifft eher nicht zu“, 5,2% „trifft nicht zu“). Nahezu synchron dazu fällt die Bewertung des Homeschoolings über den Stimmungsemoji aus: 􏰀􏰁􏰂􏰃􏰄

Kritik üben die Eltern ebenso moderat wie konstruktiv. Häufig missfallen die langen Bildschirmzeiten und der unweigerlich damit verbundene zusätzliche Medienkonsum. Die „google-Welt“ für Recherchen wird als zu groß, der Umgang mit Tools als überfordernd empfunden, der Mehrwert von YouTube-Videos in Frage gestellt. Zudem scheint „Ablenkung“ ein zentrales Thema, einerseits verursacht durch Klassen- und Gruppenchats, andererseits aufgrund der Reize am neuen, bisweilen improvisierten Arbeitsplatz. Was die Organisation anbelangt, besteht der Wunsch nach durchgängig einheitlichen Strukturen sowohl klassen- als auch fächerübergreifend z.B. für Aufgabenmanagement und Materialablage.

Kontrovers diskutierte Punkte decken auf, dass es wohl unmöglich ist, allen Anforderungen, Vorlieben und Erwartungen zu entsprechen. Denn wo ein Elternteil sich ausdrücklich für den online- Austausch in Kleingruppen ausspricht, beanstandet ein anderes im digitalen Setting genau diese Art der Zusammenarbeit. Kreatives Schaffen, sportliche Betätigung, praktische Übungen heben manche hervor als willkommene Abwechslung und wohltuende Entspannung, manche hingegen stufen solche Aktivitäten als überflüssig ein.

Leben mit der Ambivalenz und aus allem das beste machen – darum wird es auch weiterhin gehen in diesen herausfordernden Zeiten. Vieles hat sich im Verlauf der ersten Wochen eingespielt, wirksame Routinen sind gefunden und etabliert. Wo es hakt, wird nachgebessert. Dem Fazit eines Kommentars ist daher kaum etwas hinzuzufügen: „Im Vergleich mit dem ersten Lockdown im Frühjahr ist diese Form des Distanzlernens ein riesiger Fortschritt. Den Präsenzunterricht ersetzen kann sie aber nicht.“

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