Viele Betriebe am Limit

Köln „Es ist höchste Zeit und daher begrüßen wir es sehr, dass Wirtschaftshilfen zukünftig unkomplizierter beantragt werden können“, sagt Dr. Nicole Grünewald, Präsidentin der IHK Köln. „Es zeichnet sich jedoch jetzt schon ab, dass viele Unternehmen weiterhin durchs Raster fallen werden. Wer geringe Fixkosten hat, lebt seit Monaten von den eigenen Reserven. Viele kleine Betriebe werden das wirtschaftlich nicht überleben!“

Auch größere Ketten würden mehr und mehr in eine Schieflage geraten: „Hier gibt es einen Fehler im System. So kann ein Unternehmen mit vielen Filialen nur einen Antrag für alle stellen. Durch die Höchstgrenzen der Förderung lassen sich aber die Verluste nicht kompensieren. Hier ist ebenfalls dringend Nachbesserung nötig.“

Die verbesserten Möglichkeiten der Abschreibung seien ein Schritt in die richtige Richtung, denn die stark betroffenen Betriebe aus Handel und Gastronomie bräuchten Liquidität. „Letztlich ersetzt diese Regelung aber nur die in der Vergangenheit entstandenen Kosten, nicht den Gewinn, der zum Überleben notwendig ist,“ sagt Grünewald.

„Wenn wir die nächsten Wochen in einem gemeinsamen Kraftakt gut überstehen wollen und dann hoffentlich die Betriebe wieder öffnen können, müssen die Ausgleichszahlungen jetzt fließen – und nicht erst im März. Sonst können wir im Sommer nur noch die Scherben zusammenkehren. Viele Betriebe sind am Limit. Die Kölner Region ohne eine lebendige Gastronomie, ohne Events und ohne unseren individuellen Einzelhandel – das würde dem gesamten Standort nachhaltig schaden. Noch können schnelle und unbürokratische Hilfen dieses Szenario verhindern.“

 

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