Impfbegleitung für Menschen mit Behinderung

Bergisch Gladbach Das vergangene Jahr hat unser Leben sehr stark verändert. Vieles gehört mit einem Mal zum Alltag was es vorher so nicht gab. Die Ausbreitung des Coronavirus hat große Auswirkungen auf das öffentliche Leben und stellt das Zusammenleben vor große Herausforderungen: Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen, Infektionsschutzmaßnahmen und Lockdown in der gesamten Wirtschaft. Das hinterlässt Spuren bei den Menschen.

Zur Zeit bewegt die Menschen kaum ein Thema mehr als die nun möglich werdenden Schutzimpfungen gegen das Coronavirus. Das Impfzentrum für den Rheinisch-Bergischen Kreis ist eingerichtet, die ersten stationären Impfungen für Menschen in Pflegeeinrichtungen und das Pflegepersonal haben bereits begonnen. 

Die Anmeldung für die „Über-80-Jährigen“, die nicht in einer Einrichtung leben ist seit dem 25. Januar 2021 möglich. Aber wie sich schon am ersten Tag herausstellte, ist das Reservieren des Impftermins wegen der Überlastung nicht einfach, weder über die Telefonhotline noch über das Internet. 

Wer die eigene Wohnung nicht mehr so einfach verlassen kann, muss Geduld haben. Der derzeit zur Verfügung stehende Impfstoff ist ausgesprochen empfindlich, er kann nicht von Haus zu Haus transportiert werden. 

Gehörlose und blinde Menschen bedürfen einer speziellen Unterstützung, vor allem dann, wenn das Procedere der Anmeldung, sowie die Impfzentren nicht ausreichend barrierefrei sind.  

Gehörlose Menschen kommunizieren in Gebärdensprache. Sie sind auf die Begleitung von Gebärdensprachdolmetschern angewiesen, um mit dem impfenden Arzt und beratenden Personen kommunizieren zu können. Auch ist bei vielen Gehörlosen die Lesekompetenz stark eingeschränkt. Daher bedürfen sie schon bei Aufklärung, Terminvereinbarung sowie beim Ausfüllen der Antragsformulare einer Übersetzung in leichte Sprache oder durch Gebärdendolmetsche.

Dies gilt auch für Menschen mit anderen kognitiven Einschränkungen. Auch blinde Menschen sind auf besondere Hilfe angewiesen. Sie müssen das Formular lesen und ausfüllen können, sich anmelden, den Weg zum Impfzentrum finden sowie sich in den Räumlichkeiten zurechtfinden.  

„einfach gemeinsam e.V.“ wurde im Oktober 2019 von „alten Hasen der Behinderten-Szene“ des Rheinisch-Bergischen Kreises gegründet. Es ist ein gemeinnützig Verein, dessen Mitglieder sich durch ehrenamtliche Tätigkeit die Umsetzung der Inklusion und damit die Unterstützung von Hilfe zur Selbsthilfe auf die Fahne geschrieben hat. Hierzu gehört auch die Unterstützung bei der Corona Schutzimpfungen

Dafür steht der Verein im engen Austausch mit dem Amt für Soziales und Inklusion des Rheinisch-Bergischen Kreises. Das erarbeitete Konzept wurde von zuständigen Fachkräften und der Hygienebeauftragten geprüft, für  sinnvoll und ausreichend erachtet. Es wird strengstens eingehalten. 

„einfach gemeinsam e.V.“ bietet an: 

 – Terminvereinbarung für die Impfung und Hilfe beim Ausfüllen des Anmeldeformulars  

  • telefonisch mit dem Antragsteller / der Antragstellerin  
  • durch Hausbesuch
  • nach terminlicher Absprache ein Treffen im „Treff• einfach gemeinsam“, 

 – Gebärdenksprachdolmetscher für Menschen mit Hörbehinderung

 – Begleitung zur Impfstelle mit ÖPNV oder privaten PKW (mit Coronaschutz)

Das Angebot gilt für Menschen mit Behinderung, chronisch Kranken sowie Senioren, die keine Hilfe von Angehörigen oder Bekannten erhalten können und die in Bergisch Gladbach oder Umgebung wohnen. Das Projekt wird von der Kämpgen Stiftung gefördert. 

Kontakt:

Montag bis Freitag in der Zeit von 10-12 Uhr und 15-17 Uhr

  • „Treff einfach gemeinsam“
    Bensberger Str. 180
    Bergisch Gladbach-Heidkamp
    Tel.: 02202-272 84 67
    E-Mail: info@einfachgemeinsam.gl

 

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