Ordnungsamt appelliert: Silvester möglichst ohne Böller

Burscheid Mit der aktuellen Änderungsfassung der Coronaschutz-verordnung des Landes NRW, die zum 16. Dezember in Kraft getreten ist, wird unter anderem der Umgang mit Feuerwerk zum Jahreswechsel geregelt. So ist in der Verordnung speziell geregelt, dass zum Jahreswechsel 2020/2021 öffentlich veranstaltete Feuerwerke sowie jede Verwendung von Pyrotechnik auf von den zuständigen Behörden näher zu bestimmenden publikumsträchtigen Plätzen und Straßen untersagt sind. Ein Feuerwerkverkaufsverbot wurde auf Bundesebene beschlossen. Die 3. Verordnung zur Änderung der ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz vom 18. Dezember ist am 22. Dezember in Kraft getreten.

Von der gesetzlichen Möglichkeit, die Verwendung von Pyrotechnik auf näher zu bestimmenden Plätzen und Straßen zu untersagen, falls ohne solche Untersagung größere Gruppenbildungen zu erwarten sind, macht das Ordnungsamt keinen Gebrauch. „Aus meiner Sicht ist dies derzeit nicht notwendig. Der Marktplatz und auch der Raiffeisenplatz in Hilgen liegen jeweils in der Nähe einer Kirche bzw. von Fachwerkhäusern. An solchen Stellen ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern ohnehin untersagt“, klärt Ordnungsamtsleiter Marco Fuss auf. „Sollte aber der 7-Tages-Inzidenz den Wert von 200 Neuinfektionen im Kreisgebiet übersteigen, ist es durchaus möglich, dass vom Rheinisch-Bergischen Kreis weitergehende Regelungen getroffen werden“.

Zusammenkünfte in größeren Gruppen sind an Silvester aufgrund der Coronaschutzverordnung ebenfalls nicht möglich. Darüber hinaus sollten aber auch in kleinem Kreis die bekannten „AHA-Regeln“ beachtet werden, um ein erhöhtes Ansteckungsrisiko auszuschließen. 

Trotz Verkaufsverbots von Feuerwerk macht das Ordnungsamt – wie in jedem Jahr –darauf aufmerksam, dass Feuerwerkskörper nicht in der Nähe (150 m) von besonders brandempfindlichen Gebäuden oder Anlagen, wie z. B. Kirchen, Kinder- und Altenheimen, Tankstellen sowie Reet- und Fachwerkhäusern, abgebrannt werden dürfen. Auch ist das Zünden von Feuerwerkskörpern grundsätzlich an Bedingungen geknüpft. Mit einem Ordnungsgeld rechnen muss allerdings, wer entgegen den Bestimmungen der Coronaschutzverordnung öffentlich ein Feuerwerk veranstaltet. Bei Verstößen gegen die Verordnung droht ein Bußgeld bis zu 25.000 Euro. Mit einem Bußgeld in Höhe von 2.500 Euro rechnen muss, wer ein Feuerwerk öffentlich veranstaltet.

Ordnungsamt appelliert: Silvester 2020/2021 möglichst ohne Böller

Empfohlen wird, auf Feuerwerk zu Silvester in diesem besonderen Jahr möglichst zu verzichten oder zumindest stark einzuschränken. Dies ergibt sich schon allein aus dem Verkaufsverbot von Feuerwerkskörpern und anderer Pyrotechnik. 

Wer nicht auf den Silvesterbrauch verzichten will und beispielsweise noch Knaller, Raketen etc. vorrätig hat, sollte in jedem Fall beachten, dass diese nur in deutlichem Abstand zu Zuschauern und Zuschauerinnen oder Kraftfahrzeugen gezündet werden und dass die einschlägigen Regelungen der Coronaschutzverordnung insbesondere zur Kontaktbeschränkung und zur Einhaltung der Mindestabstände eingehalten werden. Auch ist darauf zu achten, dass Silvesterraketen nicht auf Balkonen, Terrassen oder Schuppen usw. landen, auf denen ggfs. brennbare Gegenstände gelagert sind und diese Gegenstände anzünden. Absolut verboten ist eine gezielte Ausrichtung von Feuerwerk auf Menschen, Tiere und Gebäude.

Warnung vor nicht in Deutschland zugelassenen Feuerwerkskörpern

Ordnungsamtschef Fuss warnt: „Gefahren gehen nicht immer vom Verhalten des Verbrauchers aus, sondern häufig von Feuerwerkskörpern, die nicht in Deutschland zugelassen sind, weil sie nicht den Sicherheitsanforderungen genügen“, Diese Anforderungen legt das Bundesamt für Materialforschung und -prüfung (BAM) fest. 

Bürgermeister Stefan Caplan: “Wir appellieren an das Verantwortungsbewusstsein der Bevölkerung und raten dringend zu einem Silvester 2020/2021 möglichst ohne Böller!“

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