Note 2,6 für die Wirtschaftsregion Köln

Köln Die Wirtschaftsregion Köln liegt zentral in Europa, profitiert von einem gesunden Branchenmix an Unternehmen, verfügt über ein gut ausgebildetes Arbeitskräftepotenzial, ist ein starker Standort für Wissenschaft und Forschung und kann auch bei weichen Standortfaktoren wie dem kulturellen Angebot punkten – Pluspunkte, die auch die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) schätzen, die von der IHK Köln im Oktober in einer aktuellen Standortanalyse befragt wurden. Seit 2010 führt die IHK diese Konjunktur- und Strukturbetrachtung bei Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten durch, die ihren Sitz im Bezirk der IHK Köln und damit in der Stadt Köln, der Stadt Leverkusen, dem Oberbergischen Kreis, dem Rhein-Erft Kreis oder dem Rheinisch-Bergischen Kreis haben.

Obwohl die Befragung im Schatten der Corona-Pandemie stand, haben die Unternehmen sich ihren mittel- und langfristigen Blick auf den Standort nicht von den derzeitigen sehr schwierigen Rahmenbedingungen trüben lassen. Im Ergebnis haben die KMU der Wirtschaftsregion Köln dieselbe Note gegeben wie im Jahr zuvor: 2,6. Also ein „gut mit Tendenz zu befriedigend“ und damit mit Luft nach oben. Regional gibt es leichte Unterschiede: Die Unternehmen mit Sitz in Köln geben dem Standort mit 2,7 die gleiche Note wie im Jahr zuvor. Dagegen sehen die Leverkusener Unternehmen eine Verbesserung an ihrem Standort und bewerten in diesem Jahr mit der Note 2,5 (Vorjahr 2,9). Der Rhein-Erft-Kreis erhält von den dort ansässigen KMU dieses Mal eine 2,5 (Vorjahr 2,6), der Rheinisch-Bergische Kreis wird mit 2,6 benotet (Vorjahr 2,5). Der Oberbergische Kreis liegt wie im Vorjahr bei 2,7.

Trotz der vielen Klagen über den schlechten Zustand der Straßen-Infrastruktur und der Problematik der Rhein-Querungen, sehen die Unternehmen die Vorteile der zentral in Europa liegenden Wirtschaftsregion: Sie sind mit der regionalen und überregionalen Erreichbarkeit des Standortes zufrieden. Dabei wird der Zustand der überregionalen Straßen etwas besser bewertet als der Zustand der kommunalen Straßen. Bei den kommunalen Straßen signalisieren die Unternehmen sehr deutlich, dass sie hier konkreten Verbesserungsbedarf sehen.

Beim Thema „Infrastruktur/Fläche“ zeigen sich die Unternehmen mit der Nähe zu den Absatzmärkten und Kunden sowie Zulieferern und Kooperationspartnern besonders zufrieden. Handlungsbedarf besteht hingegen aus Sicht der Wirtschaft insbesondere im Bereich der Telekommunikations-Infrastruktur – Stichwort „mangelnde Breitband-Verfügbarkeit“ – sowie bei Parkmöglichkeiten in der Nähe von Unternehmensstandorten.

Bei den Standortkosten zeigt sich die Mehrheit der Unternehmen mit den Lohnkosten am Standort zufrieden. Bei Energiekosten sowie Miet- und Pachtkosten sieht es anders aus: Da klagen die Unternehmen über weiter steigende Kostenlast. Besonders unzufrieden zeigen sich die befragten Unternehmen bei den Gewerbesteuern, die sie als zu hoch und belastend empfinden.

Wo die Unternehmen ebenfalls Verbesserungspotenzial sehen, ist bei der Qualifikation und Verfügbarkeit der Arbeitskräfte. Denn obwohl das Schul- und Weiterbildungsangebot und die damit verbundene Attraktivität des Standorts für Arbeitskräfte von außerhalb als Stärke des Standorts bewertet wird, so bleibt es schwierig, die notwendigen Fachkräfte auf dem Markt zu finden.

Den ausführlichen Bericht mit den Standorteinschätzungen nach Themenfeldern und den Einzelauswertungen für Köln, Leverkusen, den Rheinisch-Bergischen, den Oberbergischen und den Rhein-Erft-Kreis finden Sie auf

 

 

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