Kultur- und Bildungseinrichtungen erhalten Verstärkung

Bergisch Gladbach Egi Kodra, Carolin Alberti und Severin Janssen – so heißen die beiden neuen Kolleginnen und der neue Kollege im Kunstmuseum Villa Zanders, im Bergischen Museum sowie in der Stadtbücherei.

Zum 1. September 2020 haben sie ihren Dienst als FSJ‘ler angetreten. FSJ steht für Freiwilliges Soziales Jahr. Während die Stadtbücherei bereits zum dritten Mal dieses Jahresangebot bereitstellt, arbeitet beim Bergischen Museum in Bensberg zum zweiten Mal eine Freiwillige mit. Im Kunstmuseum Villa Zanders gab es das Angebot erstmalig schon 2009, und seit 2013 werden dort alljährlich FSJlerinnen oder FSJler beschäftigt.

Ende November empfing der für die Kultur- und Bildungseinrichtungen zuständige Fachbereichsleiter Dettlef Rockenberg die jungen Leute in der Villa Zanders und betonte, wie wichtig diese Arbeit sei. „Es ist ein ‚Drei-gewinnt‘: Zum einen können die jungen Menschen ihre Neigungen und Interessen im echten Arbeitsleben ausprobieren und so gezielt eine für sich gute Berufsfindung betreiben. Und die jeweilige Kultur- und Bildungseinrichtung freut sich über regelmäßig engagierte und sehr motivierte junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die über einen längeren Zeitraum die Einrichtung unterstützen. Und drittens freut sich die Stadt Bergisch Gladbach, dass auf diesem Wege aktiv und praxisnah Personalentwicklung betrieben werden kann. Wer weiß, vielleicht entscheidet sich der eine oder andere junge Mensch beruflich im ausprobierten und liebgewonnenen Themenbereich?“

Konkret wird Egi Kodra im Kunstmuseum Villa Zanders bei den Themen Social Media, Betreuung der Gäste und eigenen Aktionen mitwirken. Die 20-Jährige lebt in Overath und hat übers Internet die Stelle in Bergisch Gladbach gefunden.

Natürlich sind auch einfache Arbeiten zu erledigen: Flyerversand oder Aufsicht im Museum können schon mal anfallen. Aber es gibt auch Möglichkeiten, die eigene Kreativität auszuprobieren: „Ich würde gerne Plakate und Aushänge aller Art gestalten“, erläutert die frisch gebackene Abiturientin. Besonders freut sie sich auf den Einsatz, wenn wieder Veranstaltungen im Atelier möglich sind: Kunstlabor, Sonntagsatelier, Mithilfe bei Workshops von Schulklassen oder anderen Gruppen.

Museumsleiterin Dr. Petra Oelschlägel stellt die Bedeutung der Unterstützung heraus: „Wir erhalten Feedback auf unsere Arbeit, aber auch frischen Input von einer kunstinteressierten jungen Frau. Das macht Spaß und ist sehr wertvoll”, betont sie.

Ähnlich sehen es Leiterin Monika Gippert und Kollegin Anke Kuffner von der Stadtbücherei. „Für die Dauer eines Jahres haben junge Erwachsene die Möglichkeit, in das Berufsfeld Medien und Information hinein zu schnuppern, bevor sie sich für ihren weiteren beruflichen Weg entscheiden.“ Im Jahrgang 2020/2021 unterstützt Severin Janssen das Büchereiteam. Der 18-jährige Abiturient kommt aus Bergisch Gladbach und kennt die Bibliothek schon aus seiner Schulzeit. Sein Interesse an Medien aller Art und an der Arbeit mit Menschen haben ihn zur Bewerbung in der Stadtbücherei bewogen.

Der Start in dieses neue FSJ war und ist unter Pandemie-Bedingungen schon sehr anders als in den vorherigen Jahren und fordert Kreativität. Severin Janssen arbeitet aktiv in der Ausleihverbuchung und in der Betreuung der Kunden mit, hilft den Bibliotheksbesuchern an den Verbuchungsterminals und vermittelt ihnen u.a. die vielfältigen Hygienevorschriften, die zurzeit in der Bibliothek gelten. „Mir macht es Spaß, auch eigene Projekte zu bearbeiten. Daher betreue ich in der Bibliothek den Aufbau einer neuen Broschürensammlung für alle Lektoratsgebiete und habe die Gestaltung einer Comic-Ausstellung übernommen, daneben hat man mir die Ordnung der Jugendbuch- und Fantasy-Abteilung anvertraut“, erklärt der junge Mann

Carolin Alberti ist die neue FSJ‘lerin im Bergischen Museum. Die 17-Jährige wohnt in Lindlar. Nach ihrem Realschulabschluss mit Qualifikation für die Oberstufe möchte sie das Freiwillige Jahr für ihre Berufsfindung und erste Erfahrungen in der Arbeitswelt nutzen. Museumsleiterin Sandra Brauer freut sich über die gemeinsame Zeit und Zusammenarbeit: „Wir möchten, dass die FSJ‘ler in möglichst viele Bereiche des Museums reinschauen und uns unter anderem bei der Museumspädagogik, bei Veranstaltungen und bei der Arbeit mit den Sammlungen unterstützen”, erklärt Sandra Brauer.

„Ich habe mich für das Bergische Museum entschieden, weil ich Geschichte spannend finde und weil es nicht weit weg ist”, erklärt die Jugendliche. Während der ersten Monate im Museum hat sie bereits herausgefunden, dass sie sich für die Geschichte des Bergbaus in der Region und historische Fotografien interessiert.

Carolin Alberti betreut den Facebook-Account des Museums und hilft mit bei der Entwicklung und Organisation des neuen Kulturstrolche-Angebots des Museums. Sie hat bereits beim Abbau der Mittagspause-Sonderausstellung und beim Aufräumen und Säubern der Ausstellung in der Scheune geholfen. Für Besuche aus ihrem Familienkreis hat sie sich inhaltlich in die Themen des eingearbeitet, so dass sie Überblicks-Führungen anbieten konnte. Für ihr eigenständiges Projekt für den Freiwilligendienst möchte sie einen Workshop für Schulklassen entwickeln, am liebsten zusammen mit Egi Kodra aus dem Kunstmuseum.

„Ich bedanke mich für Ihr Interesse und Ihren Einsatz“, resümiert Dettlef Rockenberg. „Ich wünsche Ihnen eine spannende Zeit mit vielen guten Erfahrungen hier bei uns in Bergisch Gladbach.“

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