Anonyme Spurensicherung nach Sexualstraftaten

Rheinisch-Bergischer Kreis Von einer Sexualstraftat betroffene Frauen befinden Sie sich in einer Ausnahme- situation. Es kann für die Frau schwierig sein, sich zu entscheiden, ob sie eine Anzeige erstatten möchte oder nicht. Die Anonyme Spurensicherung (ASS) ermöglicht nach einer Sexualstraftat notwendige Beweismittel zu sichern, ohne dass eine Anzeige erstattet werden muss. Damit können Betroffene in Ruhe eine Entscheidung treffen. Im Falle eines möglichen späteren Strafverfahrens dienen diese gesicherten Spuren als Beweis der Tat und können eine Anzeige und eine Verurteilung des Täters unterstützen.
Der Ablauf der ASS

Betroffene Frauen können direkt nach der Tat das Vinzenz Pallotti Hospital der GFO Kliniken Rhein-Berg in Bensberg oder das Krankenhaus Wermelskirchen GmbH aufsuchen. Diese halten ein Spurensicherungsset bereit, mit dem die Spuren anonymisiert gesichert werden.

Die gesicherten Spuren werden, mit einer Chiffre-Nummer versehen, im Institut für Rechtsmedizin in Köln, für zehn Jahre gelagert. Der Zeitraum kann durch einen Antrag auch verlängert werden. Der Untersuchungsbericht verbleibt im Krankenhaus. Wenn sich Betroffene zu einem späteren Zeitpunkt für eine Strafanzeige entscheiden, informieren sie die Polizei, dass die Tatspuren anonym gesichert wurden. Die Polizei leitet dann die erforderlichen Schritte ein. Wird keine Anzeige erstattet oder ein Verlängerungsantrag gestellt, werden die Spuren nach 10 Jahren vernichtet.

Beratung und Unterstützung

Die körperlichen und psychischen Folgen sexualisierter Gewalt können vielfältig sein. Jede Frau reagiert anders und verarbeitet das Erlebte individuell. Betroffene können sich jederzeit für Informationen und unterstützende Gespräche an die Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt für den Rheinisch- Bergischen Kreis oder die Allgemeine Frauenberatungsstelle für den Rheinisch-Bergischen Kreis wenden. Die Gespräche sind vertraulich, kostenfrei und auf Wunsch anonym.

Das Projekt ASS wird gefördert vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW.

Die Informationen wurden nun noch einmal für den Rheinisch-Bergischen Kreis in einem Flyer zusammengefasst, der in den kommenden Wochen an Arzt- und Psychotherapiepraxen verschickt wird. Außerdem ist der Flyer auf den Webseiten der beiden Beratungsstellen zum Download abrufbar.

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