IHK Köln blickt mit Sorge auf Kultur- und Kreativwirtschaft

Köln Die Groß-Demo der Veranstaltungsbranche in Berlin zeigt, wie dramatisch sich die Lage in der gesamten Kultur- und Kreativwirtschaft darstellt.

„In der Branche ist es fünf vor zwölf. Coronabedingt herrscht in weiten Teilen quasi ein Berufsverbot, und die staatlichen Hilfen greifen nicht.“ so Dr. Nicole Grünewald, Präsidentin der IHK Köln. „Das Problem geht uns alle an. Denn ohne Kultur und ohne Kreative, ohne Veranstaltungen und Festivals ist Köln nicht mehr Köln. Das ist ein Teil unserer DNA. Wir können nicht länger zusehen, dass Selbstständigen und Unternehmen langsam die Luft ausgeht. Es muss jetzt weitere Hilfen geben, die auch wirklich bei den Unternehmen und Selbstständigen ankommen. Wir müssen die Branche retten!“

Eine aktuelle Umfrage der IHKs in NRW zur Lage in der Kultur- und Kreativwirtschaft zeigt schon als Zwischenergebnis erschreckende Zahlen: Die Hälfte der Unternehmen spricht von einem Stillstand der geschäftlichen Tätigkeit, ein Drittel von drohender Insolvenz. „Eine unserer wichtigsten Branchen ist in akuter Gefahr. Wir gefährden die Identität unseres Wirtschaftsstandortes, wenn jetzt nicht schnell wirksame Unterstützungen kommen.“, so Grünewald.

Besonders für Köln und die Region ist diese Branche ein existenzieller Bestandteil des Wirtschaftsstandorts. Mehr als fünf Prozent der Erwerbstätigen in sind in dieser Branche beschäftigt – deutschlandweit sind es nur rund drei Prozent. Ähnlich hoch ist die Wertschöpfung: In Köln leistet die Kultur- und Kreativwirtschaft mit einer Bruttowertschöpfung von 5,3 Mrd. Euro und einem Anteil an der Gesamtwirtschaftsleistung von 5,9 Prozent einen doppelt so hohen Beitrag wie im Bundesdurchschnitt.

Die Umfrage zur Lage der Kultur- und Kreativwirtschaft läuft noch bis zum 13. September. Mehr Informationen dazu:

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