Rezension: Der Fremde – Tatort Köln

Ein junges Mädchen wird brutal ermordet. Soweit nichts Neues in der Krimiwelt. Es bleibt aber bei dieser einzigen Leiche und es wird ausnahmsweise einmal nicht in Serie gemordet. Salim Güler geht es mehr darum, die Hintergründe dieser Tat aufzuklären. So ermitteln die beiden Kölner Kommissare Lasse Brandt und Emre Aydin in verschiedenste Richtungen. Dieser Weg führt sie von einem Imbiss-Besitzer über ein Flüchtlingsheim bis hin zur türkischen Mafia. Blöd nur, dass der Hauptverdächtige ein guter Freund des Kommissaren-Duos ist. Es geht also ans Eingemachte, weshalb realistische Polizeiarbeit ein wenig auf der Strecke bleibt, was der Geschichte aber keinen Abbruch tut.

Es bleibt auch bis zum Ende spannend, wer denn nun der Täter ist. Durch die Verbindung der Polizisten zum Hauptverdächtigen wird es allerdings auch sehr privat. Und rührselig. Ein bisschen zu rührselig. Dass auch harte Kerle oft einen weichen Kern haben, ist allgemein bekannt, aber dass sich besagte Kerle dann gleich mehrfach die Tränen aus den Augen wischen, ist doch ein wenig übertrieben. Auch wiederholt der Autor das ein oder andere Thema gerne einmal zu oft. Vielleicht sollte er seinen Lesern ruhig ein wenig mehr zutrauen. Die meisten verstehen auch, was zwischen den Zeilen steht und sind von überzogen offensichtlichen Darstellungen eher genervt als überzeugt. Dennoch eine lesenswerte Geschichte mit einem gelungenen Plot.

Der Fremde – Tatort Köln, Salim Güler, BE Best Entertainment Verlag, 11,90 Euro

 

Ute Bernatzki ist schon immer gerne gereist. Nicht nur mal eben für einen Urlaub zog es die gebürtige Kölnerin in in die große weite Welt, sie hat auch in Genf, London und auf den Malediven gearbeitet. Nach vielen Jahren im Marketing verschlug es sie in die Tourismusbranche. Die begeisterte Taucherin liest und schreibt gerne und hat 2014 ihr erstes Buch veröffentlicht. Heute lebt sie als freie Autorin in Rösrath.

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