Mayors for Peace – Bürgermeister für den Frieden

Hückeswagen/Wipperfürth Zum Flaggentag am 8. Juli 2020 werden auf den Verwaltungsgebäuden in Hückeswagen und Wipperfürth die Flaggen der „Mayors for Peace“ wehen. Sie symbolisieren den Einsatz des Netzwerks für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen. Mit der Aktion setzen sich die Bürgermeister für den Frieden in diesem Jahr für die Verlängerung des New-Start-Vertrages ein. Das von den USA und Russland unterzeichnete Abkommen trat 2011 in Kraft. Es ist die letzte noch gültige Vereinbarung zur Begrenzung von Atomwaffen. Der Vertrag läuft im Februar 2021 aus. Neben der Forderung nach einer Verlängerung des New-Start-Vertrages appellieren die Ma- yors for Peace am Flaggentag an die Atommächte, den Atomwaffenverbotsvertrag von 2017 zu unterzeichnen.

Die Bürgermeister der Kommunen Hückeswagen und Wipperfürth verstehen sich beide als Bürgermeister für den Frieden. Sie gehören der Organisation Mayors for Peace seit einem Jahr an und setzen durch ihre Mitgliedschaft ein erkennbares Zeichen für den Frieden und eine atomwaffenfreie Welt.

„75 Jahre nach den Abwürfen der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki hat sich die Hoffnung der Überlebenden nach einer Welt ohne Kernwaffen immer noch nicht erfüllt. Wir, die Bürgermeister für den Frieden, erinnern mit dem Hissen unserer gemeinsamen Flagge an diesen Wunsch. Wir fordern die Atommächte eindringlich dazu auf, ernsthafte Verhandlungen zur Abschaffung der Nuklearwaffen zu führen und dem 2017 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Atomwaffenverbotsvertrag endlich beizutreten“, lautet die klar formulierte Botschaft, der sich Bürgermeister Dietmar Persian aus Hückeswagen und Michael von Rekowski, Bürgermeister der Hansestadt Wipperfürth, anschließen.

„Die Abwürfe der Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki lösten unermessliches Leid aus. Auch nach 75 Jahren dürfen diese grausamen Ereignisse nicht vergessen werden, zumal die Bedrohung immer noch real ist“, erklärt Persian. „Deshalb wollen wir Bürgermeister für den Frieden zusammenhalten und gemeinsam den Flaggentag am 8. Juli 2020 begehen. In diesen fragilen Zeiten ist es umso wichtiger, ein Zeichen für den Frieden zu setzen, für mehr Solidarität und Gemeinschaft“, fügt Bürgermeister Michael von Rekowski hinzu.

Der Wunsch des Friedensbündnisses, eine Welt ohne Atomwaffen zu schaffen, soll auch in 2020 gesehen und gehört werden, sind sich beide Bürgermeister einig.

Aktuell schätzt das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri, dass die Atomwaffenstaaten noch immer rund 13.400 Kernwaffen besitzen. Zugleich werden die bestehenden Arsenale modernisiert. Es besteht die Befürchtung, dass eine neue Aufrüstungsspirale drohen könnte.

Der Flaggentag der Mayors for Peace erinnert an ein Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag (das Hauptrechtssprechungsorgan der Vereinten Nationen), das am 8. Juli 1996 veröffentlicht wurde. Das Gutachten stellte fest, dass die Gefahr durch oder die Verwendung von Nuklearwaffen im allgemeinen dem Völkerrecht widersprechen. Mittlerweile nehmen mehr als 300 Städte an der deutschlandweiten Aktion der Bürgermeister für den Frieden teil.

Wer sind die Mayors for Peace?

Die Organisation Mayors for Peace wurde 1982 durch den Bürgermeister von Hiroshima gegründet. Das weltweite Netzwerk setzt sich vor allem für die Abschaffung von Atomwaffen ein, greift aber auch aktuelle Themen auf, um Wege für ein friedvolles Miteinander zu diskutieren. Mehr als 7.900 Städte gehören dem Netzwerk an, darunter mehr als 680 Städte in Deutschland.

Kurzinfo New-Start-Vertrag

Der Vertrag ist das „letzte bilaterale atomare Abrüstungsabkommen. Es sieht vor, die interkontinentalen Atomwaffen Russlands und der USA auf je 700 Trägersysteme und hundert in Reserve sowie 1550 einsatzbereite Atomsprengköpfe zu verringern. Es trat am 5. Februar 2011 in Kraft und wird am 5. Februar 2021 enden“.

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