Kulturell durch den Sommer – auch in Zeiten der Krise

Bergisches Land Auch wenn Theater, Konzerte oder andere Kulturveranstaltungen abgesagt sind, so bleibt etwas lebendig: viele Kulturinstitutionen und Kulturschaffende in der Metropolregion Rheinland reagieren auf die schwierige aktuelle Situation mit Flexibilität und Kreativität. Freuen wir uns also auf facettenreichen Rheinischen Kultursommer 2020.

Zur 7. Ausgabe des Rheinischen Kultursommers, der traditionell vom Sommeranfang am 21. Juni bis zum 23. September Kunst- und Kulturveranstaltungen in der gemeinsamen Klammer bündelt, melden in Zeiten der Corona-Pandemie rund 50 Veranstalter in den vier Kulturregionen Aachen, Niederrhein, Bergisches Land und Rheinschiene der Metropolregion Rheinland ihre kulturellen Highlights und Kleinode an.

Das kleinere, aber dennoch charmante Programm 2020 beinhaltet trotz Corona-Auflagen wieder außergewöhnliche Spielstätten. Mit dabei sind Tanz und Theater auf der Straße oder – Corona-bedingt im Autokino, Kunst und Musik in Schlössern und Parks sowie ein kunterbuntes Programm in der Stadt und auf dem Land. Es wird vielleicht hier und dort etwas leiser, kleiner oder digitaler zugehen, dafür wird sichtbarer denn je, wie sehr die warme Jahreszeit das kulturelle Geschehen in unser Lebensumfeld rückt.

Das Literaturfestival „Literarischer Sommer/Literaire Zomer“ bietet beispielsweise wieder die Möglichkeit, die eigene und die benachbarte Literatur kennenzulernen und mit Autorinnen und Autoren aus Deutschland und den Niederlanden ins Gespräch zu kommen. Bei den „Saitenklängen“ Sommerkonzerten in Rösrath und dem „Niederrhein Musikfestival“ wird ebenfalls mit angepasstem Konzept und Open-Air in die Saison gestartet. Im grenznahen Raum rund um Aachen wird das Festival „Tanzende Stadt“ seine Bühne erneut auf dem Asphalt finden und das „doc/fest on/tour“ besondere Filme an besonderen Orten zeigen.

Auch die Theaterwelt präsentiert sich erfinderisch und solidarisch: Kultur für Kultur – Remscheid hält zusammen heißt die Initiative des Remscheider Stadttheaters, welches seine Bühne für andere Häuser und Ensembles zur Verfügung stellt, die derzeit nicht den geltenden Bestimmungen gerecht werden können. Für die jungen Theaterfans öffnet diesen Sommer auch wieder die Naturbühne Blauer See mit den Abenteuern von Pettersson und Findus.

Henriette Reker, Vorsitzende der Metropolregion Rheinland: „Es ist ein ermutigendes Zeichen, das von der Kulturszene des Rheinlands in diesen schwierigen Zeiten ausgeht. Kultur ist eine unverzichtbare Säule unseres gesellschaftlichen Miteinanders. Dabei können digitale Veranstaltungsformate das unmittelbare persönliche Erleben nicht ersetzen, aber zumindest ein wertvolles Hilfsmittel sein, um die turbulenten und schwierigen Zeiten zu überbrücken. In Zeiten, in denen Distanz zur Bewältigung der Krise notwendig ist, bleibt für das lebendige Kulturerleben – auch in digitaler Form – vor allem der Austausch wichtig, der neue Impulse und Denkanstöße mit sich bringt.“

Deshalb wird sich das neu geschaffene Diskussionsformat der Metropolregion Rheinland künftig unter dem Titel „Rheinische Kulturfragen“ zum Auftakt des Rheinischen Kultursommers mit gesellschaftlich relevanten Fragen der Gegenwart und ihren Auswirkungen auf Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft auseinandersetzen. Interessante Gäste aus Kultur und Wissenschaft diskutieren auf WDR 3 über Herausforderungen, Chancen und Kreativität.

Das WDR 3 Kulturradio ist erstmalig Kulturpartner des Rheinischen Kultursommers und begleitet im Rahmen dieser Partnerschaft das Diskussionsformat „Rheinische Kulturfragen“ in seiner Gesprächsreihe „Forum WDR 3“. In der ersten Ausgabe trafen am Sonntag, dem 5. Juli 2020 hochkarätige Gäste aufeinander – NRW Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen, Prof. Bazon Brock, Kulturtheoretiker und Prof. Holger Noltze, Autor und Medientheoretiker. Im Gespräch mit WDR Moderator Dr. Michael Köhler gingen sie der Frage nach: „Die Kraft der Kunst auch in der Krise?“

Wegen der Corona-Maßnahmen wurde das neue Talkformat aufgezeichnet und im Netz gestreamt sowie vom WDR3 Kulturradio landesweit ausgestrahlt.

Die Metropolregion Rheinland (MRR)

Die Aufgabe der Metropolregion Rheinland ist es, die vielfältigen Kräfte zu bündeln, um das Rheinland als innovative Metropolregion mit europäischer Bedeutung im nationalen, europäischen und globalen Wettbewerb noch erfolgreicher zu machen. Im Bewusstsein, dass sich viele Herausforderungen nur gemeinsam lösen lassen, haben sich die Kommunen und Kreise, die IHKen sowie die Handwerkskammern, die Städteregion Aachen und der Landschaftsverband Rheinland zur Metropolregion Rheinland e. V. zusammengeschlossen. Das Rheinland verfügt über zahlreiche international agierende Großkonzerne, innovative Mittelständler und junge Start-ups. Sie alle finden optimale Standortbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten. Nirgendwo gibt es so viele Hochschul- und Forschungseinrichtungen wie im Rheinland. Eine Fülle von spannenden Kultur-, Freizeit- und Tourismusangebote bereichern die Region und machen sie zu einem idealen Wirtschafts- und Wohnstandort mit Optimismus und Weltoffenheit.

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Der Rheinischen Kultursommer

Der Rheinische Kultursommer (RKS) ist eine regionale Kulturkooperation der NRW-Kulturregionen Niederrhein, Aachen, Bergisches Land und Rheinschiene unter der Federführung der Metropolregion Rheinland. Innerhalb einer übergreifenden „Klammer“ werden Formate aller kulturellen Bereiche (Theater, Musik, Literatur, Kunst, Film, Kunterbunt) gemeinsam präsentiert. Der RKS macht so die kulturelle Vielfalt der Regionen in der öffentlichen Wahrnehmung einem größeren Publikum über die lokalen Grenzen hinaus bekannt. Er leistet einen Beitrag zur Profilierung der kulturellen Identität und zur Stärkung der Metropolregion Rheinland als (kultur-)touristische Destination und lebenswertes Umfeld für Arbeit und Wohnen. Die Sommerzeit zwischen dem 21.06. (Sommeranfang) und dem 23.09. (Herbstbeginn) fördert besonders die Begegnung mit kulturellen Ereignissen im Alltag der Menschen – fern der sonst üblichen Bühnen und oft im Freien sowie an ungewöhnlichen Orten. Der Rheinische Kultursommer wird im Rahmen des Förderprogramms der Regionalen Kulturpolitik des Landes NRW finanziell unterstützt.

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Die Rheinischen Kulturfragen

Der Rheinische Kultursommer der Metropolregion Rheinland will seine Funktion als Netzwerk-, Begegnungs- und Matching- Plattform gezielt weiterentwickeln. Ein neu geschaffenes Diskussionsformat unter dem Titel „Rheinische Kulturfragen“ wird künftig zu Beginn des Rheinischen Kultursommers Stellung beziehen und sich mit gesellschaftlich relevanten Fragen der Gegenwart und der Bedeutung von Kultur in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft kritisch auseinandersetzen. Die Veranstalter des Rheinischen Kultursommers sollen erfahren, worauf sie sich inhaltlich und organisatorisch künftig bei aktuellen Themen und Entwicklungen einstellen müssen. Im Wettbewerb mit anderen Kulturregionen außerhalb der Metropolregion werden bei den „Rheinischen Kulturfragen“ mit Blick auf die Zukunft und Best Practise-Beispielen neue Impulse gesetzt. WDR 3 ist seit 2020 Kulturpartner des Rheinischen Kultursommers. Die Rheinischen Kulturfragen werden gefördert vom Land NRW.

 

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