Krisensichere Ernährung mitbestimmen

Bergisches Land Regional, saisonal, gesund, fair – Wie soll die Zukunft unseres Essens aussehen? Die Regionalisierung der Ernährungswirtschaft ist gerade in der Coronakrise ein aktuelles Thema. Die Schwachstellen unserer globalisierten Ernährungswirtschaft, die teilweise katastrophalen Arbeitsbedingungen und die negativen Auswirkungen unserer Konsumgewohnheiten kommen durch die Pandemie ans Tageslicht.

Das Bündnis zur Gründung des „Ernährungsrat Bergisches Land“ plant den Aufbau eines regionalen Netzwerks zum Thema Ernährungspolitik. Dazu wird das Bündnis gemeinsam mit Akteuren aus Zivilgesellschaft, Politik, (Agrar-)Wirtschaft und Wissenschaft arbeiten, um eine nachhaltige und soziale Ernährungsstrategie für die Region auf den Weg zu bringen. Das Ziel ist die Gründung eines Ernährungsrates für den Rheinisch-Bergischen (RBK) und den Oberbergischen Kreis (OBK). 

Die bislang vierköpfige Gruppe aus engagierten Privatpersonen und Organisationen aus den Bereichen Agrarwirtschaft, Politik und Nachhaltigkeit ergänzt somit das Netzwerk zwischen den Ernährungsräten Köln, Bonn, Wuppertal und Solingen. Durch diese Vernetzung möchte sie die Erreichung des Ziel 2 der Agenda 2030 „Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern“ aktiv mitgestalten. Dazu zählen Themen wie zum Beispiel „Ernährungsbildung“, „Essbare Stadt“, „Schul- und Kitagärten“ sowie „Direktvermarktung/nachhaltige Lieferketten“.

„Essen ist ein Grundbedürfnis und es sollte jeder Zugang zu gesunder und bezahlbarer Nahrung haben. Es geht darum, die Demokratisierung der Ernährungswirtschaft zu realisieren“, sagt Christian Gollmer vom Forum für Nachhaltigkeit fürs Bergische, Initiator und Mitglied des Bündnisses. 

Daher sehen die Beteiligten gerade die jetzige Zeit als Chance, das Ernährungssystem auf lokaler und regionaler Ebene zu verbessern, um eine gesamtgesellschaftliche Lösung zu erarbeiten. Sie haben das Ziel, eine ressourcenschonende, zukunftsfähige und sozial gerechte Strategie für die Region zu erarbeiten, die dabei die globalen Auswirkungen und Veränderungen stets mit im Blick haben soll.

Da die aktuelle Lage es bisher nicht zulässt eine größere Veranstaltung zu organisieren, werden die Initiatoren in kleineren Gruppen weiterarbeiten. Interessenten aus Landwirtschaft, Handel, Verarbeitung und Wissenschaft, Mitglieder der kommunalen Verwaltung, Akteure aus der Bildung sowie Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen: „Wir laden alle ein, sich in den weiteren Prozess einzubringen. Denn Ernährung ist ein komplexes Thema und geht alle etwas an“, sagt Dr. Barbara Steinrück vom Bildungsangebot „Bauernhof im Koffer“.

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