Einmal Tansania und zurück

Bergisch Gladbach Afrika war schon früh ihr Traumland und für die Hebamme Elisabeth Höller erfüllte sich der Wunsch. Geboren in Lindlar, aufgewachsen in der Ortschaft Schmitzhöhe als eines von sieben Kindern, war ihr das Helfergen in die Wiege gelegt. „Meine Eltern waren Landwirte, und es gab zwei Krankenschwestern in der Familie. Meine Großtante war Krankenschwester in den Niederlanden. Die habe ich immer bewundert“, sagt Elisabeth Höller. Inspiriert durch den Film „Geschichte einer Nonne“ mit Audrey Hepburn in der Hauptrolle wuchs bei ihr schon als Kind der Gedanke „und wenn ich groß bin, dann gehe ich nach Afrika“.

Tansania in den 1990ern.

Nach mehr als 40 Jahren im Dienste des Evangelischen Krankenhauses Bergisch Gladbach und der Evangelischen Altenpflege hat sich Höller nun in den verdienten Ruhestand verabschiedet. Begonnen hatte ihre Karriere beim EVK am 13. August 1973 im Alter von 17 Jahren als Vorschülerin. Von 1974 bis 1977 absolvierte sie die Ausbildung zur Krankenschwester und arbeitete anschließend zunächst auf der damaligen internistischen Aufnahmestation. Von Januar 1980 bis Juli 1981 machte Höller eine Hebammenausbildung.

Was dann folgte, war die Erfüllung des lange gehegten Kindheitstraumes, wie Höller sagt: „Ich bin nach der Hebammenausbildung für drei Jahre in ein Dorf im Busch im Süden Tansanias gegangen und habe dort als Krankenschwester und Hebamme gearbeitet. Ohne Strom, oder Telefon, ohne Verkehrsanbindung.“ Ein völlig anderes Leben als gewohnt, aber dennoch ein schönes: „ Es waren die wichtigsten und lehrreichsten Jahre meines Lebens.“ Höller lernte, die Welt mit völlig anderen Augen zu sehen. Und bis heute spricht sie fließend Kisuaheli.

Eine Erinnerung an die schönen Jahre in Tansania.

Im Jahr 1985 kehrte sie zurück ans EVK und arbeitete als Stationsschwester. Im Mai 1990 wechselte sie schließlich zur Evangelischen Altenpflege, arbeitete zunächst als Einrichtungsleiterin im Helmut-Hochstetter-Haus. „In meiner Zeit als Leiterin wurde in Deutschland die Pflegeversicherung eingeführt, das EVK hat das Haus Quirlsberg gebaut und wir haben die Kurzzeit- und Tagespflege eröffnet“, erinnert sich Höller an einige prägende Ereignisse.

Im Herbst 2003 der letzte berufliche Wechsel ins Aufnahmemanagement der Evangelischen Altenpflege. „In dieser Zeit habe ich viele Menschen über Jahre begleitet. Einige brachten erst ihre Eltern und suchten später selbst einen Platz für sich“, erinnert sich Höller, die dank ihres großen Netzwerks in der Stadt und der Region für fast alle Anfragen eine Lösung finden konnte. Sie hinterlässt deshalb menschlich wie fachlich eine große Lücke.

Nach mehr als 40 Jahren beim EVK schwingt etwas Wehmut mit. „Besonders werde ich meine tollen Kollegen vermissen, die mir immer eine große Hilfe waren“, sagt Höller. 

Blumen für die verdiente Krankenschwester kamen zum Abschied von den Einrichtungsleitern Thomas Miedzinski und Christina Schulte-Mantel.

Die Abenteuerlust wird Elisabeth Höller auch im Ruhestand begleiten: „Es war großartig hier, aber ich freue mich jetzt auch auf mein neues Leben.“ Vor einigen Wochen hat sie geheiratet. Trekking-Reisen durch Südafrika und Wanderungen durch die Sahara sind geplant. „Mir macht es unendlich Spaß, andere Länder und deren Menschen zu erleben.“