Reservist, Schauspieler, Helfer, Tausendsassa: Sascha Meurer unterstützt Rheinberg

Overath Einsatz gegen Corona statt Einsatz für Cobra 11 – mit Sascha Meurer ist ein prominenter Schauspieler an den Schutzmaßnahmen im Rheinisch-Bergischen Kreis beteiligt. Der Personalnotstand in der Pflege hatte das Amt für Soziales und Inklusion im Rheinisch-Bergischen Kreis zuvor auf die Idee gebracht, bei der Bundeswehr nach Amtshilfe zu ersuchen. Der Soldat der Reserve wurde deshalb zusammen mit mehreren Kameraden als Unterstützung für die stationäre Altenhilfe nach Overath entsandt – um sich dort um den Quarantänebereich einer Altenhilfeeinrichtung zu kümmern.

„Als ich seinerzeit über die Medien erfahren habe, dass das Bundesministerium der Verteidigung Reservisten aus dem Sanitätsdienst der Bundeswehr bittet sich zu melden, stand für mich außer Frage, dass ich helfen möchte“, sagt Unteroffizier Sascha Meurer.

Die Kameraden sollen bei der Bekämpfung des Virus SARS-CoV-2 helfen: Anfang April beschloss das Landesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW, dass Einrichtungen der stationären Altenhilfe einen Quarantänebereich schaffen müssen. In ihm werden Neuzugänge für 14 Tage isoliert, um die vorhandenen Bewohnerinnen und Bewohner sowie das Personal nicht zu gefährden. Dieser Bereich muss deshalb von einem speziellen Pflegeteam betreut werden, das in dieser Zeit nicht an anderer Stelle in der Einrichtung eingesetzt werden darf.

In der Hausgemeinschaft, der Sascha Meurer zugeteilt wurde, ist es während seines Einsatzes ruhig. Wesentlich ruhiger als in der Fernsehserie „Alarm für Cobra 11“, in welcher der hauptberufliche Schauspieler bereits mehrfach Auftritte absolvierte. Statt Actionszenen stehen derzeit andere Pflichten an: „Meine Aufgaben im Namen der Bundeswehr umfassen neben der pflegerischen Versorgung der Patienten auch die Organisation und Aufrechterhaltung der hygienischen Rahmenbedingungen für den Betrieb einer solchen Einrichtung“, berichtet Meurer. Dazu gehörten beispielsweise das Bereitstellen und Aufbereiten der Schutzausrüstung, das hygienische Handling von Gebrauchsgegenständen, aber auch die stete Kontrolle sowie die Sensibilisierung von Besuchern für die Einhaltung von Sicherheitsauflagen. „Nicht zuletzt“, berichtet der 40-Jährige, „müssen auch die teilweise demenziell erkrankten Patientinnen und Patienten behutsam für die Notwendigkeit der Schutzmaßnahmen sensibilisiert werden.“ Denn, so Meurer weiter: „nicht nur das Personal, auch die Bewohnerinnen und Bewohner befinden sich in einer Ausnahmesituation. Viele der Betroffenen können aufgrund kognitiver Einschränkungen die momentane Situation nicht erfassen. Hier ist die beruhigende und fürsorgliche Betreuung in Form von Gesprächen und Beschäftigung ein sehr entscheidender Faktor für das Wohlbefinden und die erfolgreiche Durchführung der Quarantäne.

Sorgen um seine eigene Sicherheit habe sich der in der Eifel wohnende Schauspieler im Vorfeld seiner Arbeit im Rheinisch-Bergischen Kreis nicht gemacht – dafür aber seine Ehefrau, verrät er. „Da dies ein großer Schritt ist, von dem die ganze Familie betroffen ist, musste ich dieses Vorhaben natürlich erst einmal mit meiner Frau besprechen. Und natürlich wurde das Thema ‚Ansteckungsrisiko‘ erörtert. Doch ich war mir sicher, dass unter Einhaltung der Hygienevorschriften das Risiko gering ist“, sagt der vierfache Familienvater rückblickend. „Die Bundeswehr ist für diesen Einsatz hervorragend ausgerüstet. Dazu zählt neben der ärztlichen Untersuchung und der Überprüfung unseres Impfstatus auch die intensive Schulung für diesen besonderen Einsatz, den es so in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland noch nie zuvor gegeben hat. So konnte ich meine Frau schließlich davon überzeugen, dem Einsatz zuzustimmen.“

So wurde mit Unterstützung der Bundeswehr die Hausgemeinschaft mit zehn Betten als Quarantäneeinrichtung in Betrieb genommen. Aufgrund der derzeit ruhigen Gesamtlage dürfen die Reservisten erst einmal wieder nach Hause. Unteroffizier und Schauspieler Sascha Meurer steht nun wieder für gespielte Verfolgungsjagden, Scheinkämpfe und TV-Explosionen zur Verfügung. Auch wenn sein Einsatz gegen Corona im Rheinisch-Bergischen Kreis vorerst kurz war, klingt Meurer fast ein wenig wehmütig: „Die Bundeswehr ist hier sehr herzlich aufgenommen worden. Ich darf sagen, dass wir hier eine Spitzenteamleistung zwischen Zivilisten und Soldaten erleben durften.“

Gebürtiger Remscheider und ans Zeitungsmachen gekommen beim Remscheider General-Anzeiger: Stefan Aschauer-Hundt lernte beim "Tüpitter", war Pressesprecher bei der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, Redakteur der Westdeutschen Zeitung und langjähriger Redaktions- und Technikleiter des Süderländer Tageblatt im Sauerland. Bei der Bundeszentrale für politische Bildung war er Mitglied im Projektteam Lokaljournalisten, einem Inkubator für journalistische Innovation. Stefan Aschauer-Hundt ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

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