Corona-Krise belastet Einsatzkräfte

Rheinisch-Bergischer Kreis Die Arbeit von Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz im Rheinisch-Bergischen Kreis ist von der Corona-Lage in besonderem Maße betroffen. Die Einschränkungen für Einsatzkräfte sind derzeit hoch – doch Bürgerinnen und Bürger können einen Beitrag leisten, sie zu entlasten. Kreisbrandmeister Wolfgang Weiden erklärt, was jede und jeder einzelne tun kann.

Seit der Verbreitung des neuartigen Corona-Virus im Rheinisch-Bergischen Kreis nehmen die Mitarbeitenden von Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz in der Region ihre Aufgaben unter strengen Schutzvorkehrungen wahr, berichtet Weiden. „Bewährte Strukturen mussten in der jüngster Zeit umgestellt werden, Alarmierungs- und Einsatzpläne geändert, Übungsdienste eingestellt und Wartungsarbeiten auf das Nötigste begrenzt“, erklärt der Kreisbrandmeister. Er ist im Krisenstab verantwortlicher Koordinator und Gesamteinsatzleiter für die gesamte sogenannte nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr in der Corona-Lage.

Seine Überlegungen drehen sich zurzeit darum, im Zuge der Lockerungen des öffentlichen Lebens auch den Dienstbetrieb außerhalb des Einsatzgeschehens in eingeschränkter Form allmählich wieder zu normalisieren. „Wir müssen langsam, aber vor allem kontrolliert und sicher in eine ‚neue Normalität‘ zurückkehren“, erklärt der Kreisbrandmeister. Das sei insofern eine Herausforderung, als die Ansteckungsgefahr durch die allgemeinen Lockerungen wieder zunehme. „Somit steigt auch die Gefahr für Einsatzkräfte erneut, sich im Einsatz, aber auch im privaten Umfeld unbemerkt anzustecken. Das erfordert Handlungsanweisungen, die auch für erfahrene ‚Retter‘ große Einschnitte in den Alltagsdienst und teilweise auch ins private Umfeld mit sich bringen“, sagt Weiden.

Für die Erarbeitung und die Umsetzung aller notwendigen Maßnahmen steht dem Kreisbrandmeister ein Führungsstab zur Seite. Dieser behält ständig die aktuelle Lage sowie die Erfordernisse der Feuerwehren und Hilfsorganisationen im Auge, um kurzfristig reagieren zu können. Mögliche Änderungen der kreisweiten Vorgaben werden etwa im Zwei-Wochen-Rhythmus in einer Videokonferenz mit den Leitern der Feuerwehren sowie dem Führungsdienst der Hilfsorganisationen besprochen. „Ich bin allen beteiligten Führungskräften und unseren Einsatzkräften sehr dankbar, dass sie in diese schwierigen und außergewöhnlichen Zeit so verständnisvoll und vorbildlich mit all diesen Veränderungen im Dienstbetrieb umgehen“, betont Weiden.

Er wirbt deshalb darum, dass Bürgerinnen und Bürger nun soweit wie möglich Einsatzkräfte im Rheinisch-Bergischen Kreis unterstützen sollen: „Wir tun alles, um die Sicherheit für alle zu gewährleisten. Und wir sind dankbar, wenn sich Bürgerinnen und Bürger weiterhin an Kontaktbeschränkungen und Hygieneauflagen halten. Das senkt das Infektionsrisiko auch für Einsatzkräfte.“ Überhaupt, sagt der Kreisbrandmeister, wäre die Vermeidung von Einsätzen derzeit die größte Hilfe.

„Die Wälder zum Beispiel sind extrem trocken momentan. Mit richtigem Freizeitverhalten tragen alle dazu bei, riskante Einsätze der Feuerwehr zur reduzieren. Das fängt beim Grillen auf Grünflächen an und hört auf beim Rauchen im Wald oder der Zigarette, die man unterwegs aus dem Autofenster wirft.“ Auch das Abflämmen von Unkraut, insbesondere an windigen Tagen, berge ein enormes Gefahrenpotenzial, so Weiden. „Wir bitten einfach die Bevölkerung, mit Feuer derzeit ganz besonders verantwortungsvoll umzugehen und, wo immer es möglich ist, darauf zu verzichten.“ Das schließe auch das Abbrennen von so genannten Nutzfeuern mit ein. Diese seien zwar genehmigungspflichtig, für die sichere Durchführung sei aber am Ende eben jeder Mensch selbst verantwortlich. Grillen in der Öffentlichkeit ist laut Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen ohnehin aktuell noch untersagt.

Kreisbrandmeister Wolfgang Weiden hofft nun, dass Bürgerinnen und Bürger die Einsatzkräfte in der weiterhin schwierigen Lage unterstützen: „Wir sind bis heute im Rheinisch-Bergischen Kreis durch vorausschauendes Handeln des Krisenstabs, des Gesundheitsamts und der gesamten Gefahrenabwehr überdurchschnittlich gut durch diese Krise gekommen. Wir sollten jetzt durch verantwortungsvolles Handeln und eine ausreichend maßvolle Rückkehr zur Normalität das Erreichte dauerhaft sichern.“

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