Zum Laden statt zur Schule

Bergisches Land „Das ist toll, da brauche ich nicht selbst vor die Tür und vermeide die Gefahr, mich anzustecken“, meinte ein Senior aus Bergisch Gladbach. Für ihn hatte ein Mitarbeiter aus dem Johanniter-Fahrdienst den Einkauf erledigt und frisches Gemüse, einen Kasten Wasser und Putzmittel bis zur Haustür gebracht – und dort mit sicherem Abstand deponiert.

Noch in den ersten Monaten dieses Jahres hatten die Fahrerinnen und Fahrer der Johanniter im Rheinisch-Bergischen und Oberbergischen Kreis zahlreiche Kinder regelmäßig in ihre Förderschulen gefahren oder Seniorinnen und Senioren täglich in die Tagespflegen gebracht. Doch aufgrund der Schutzmaßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung des Corona-Virus haben Schulen und Pflegeeinrichtungen geschlossen. Tatenlos blieben die Johanniter-Mitarbeitenden dennoch nicht: Sie fahren seitdem die Läden an, um die Menschen mit Lebensmitteln oder auch Baumarkt-Artikeln zu versorgen.

„Die Menschen können in unserer Dispo-Zentrale anrufen oder uns eine Mail mit ihrer Bestellung senden, und wir besorgen dann alles Nötige in Supermärkten, Baumärkten, Drogerien oder Apotheken“, erklärt Sabine Wilhelm, Leiterin des Fahrdienstes der Johanniter im Regionalverband Rhein.-/Oberberg. „Damit möchten wir die Risikogruppen schützen und die Ausbreitung der Pandemie weiter verlangsamen“, ergänzt sie.

Diesen Service hatten die Johanniter seit Beginn der Pandemie bereits den zumeist älteren Bewohnerinnen und Bewohnern ihrer Wohneinrichtungen oder den Kundinnen und Kunden ihrer Ambulanten Pflege angeboten. Aufgrund des großen Zuspruchs sei der Einkaufsdienst ausgeweitet worden, sagt Sabine Wilhelm.
Der Service ist daher auch für die Menschen kostenfrei, die bisher keine Kundinnen und Kunden oder Fördermitglieder der Johanniter sind.

„Wir sehen dies als einen Dienst am Menschen an und vor allem als Mithilfe, diese weltweite Pandemie zu stoppen oder zumindest deren Ausbreitung zu verlangsamen, indem wir die besonders gefährdeten Menschen mit Erkrankung oder Behinderung schützen“, betont James Happel, Leiter Marketing und Fundraising bei den Johannitern in Rhein.-/Oberberg. Er freut sich, dass dieses Projekt von der Corona-Soforthilfe der „Aktion Mensch“ finanziell unterstützt wird.

Durchgeführt wird der Lieferservice nicht nur mit Abstand, sondern ebenso unter Einhalten der Schutzmaßnahmen nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts – dazu gehören das Tragen von Einmal-Handschuhen und Schutzmasken. Der Einsatz mit den 18 Fahrzeugen der Johanniter ist erst einmal bis 20. Oktober 2020 geplant.

Wer den Lieferservice nutzen möchte, kann sich gerne bei den Johannitern melden:

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