Rezension: Ein mörderisches Viereck

Wer einen spannenden Krimi erwartet, wird hier definitiv enttäuscht. Dennoch hat Klaus von Wiese eine Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte, die in die Zeiten des Nationalsozialismus und der Judenverfolgung zurückführt. Es geht um Verrat, Betrug, Verlust und Wiedergutmachung. Franz Ferdinand van Linde, der Protagonist in diesem Roman, hat reich geerbt und macht sich nun, nachdem er seine Familie bei einem Autounfall verloren hat, Gedanken über sein eigenes Testament. Probleme dabei bereitet ihm ein sehr wertvolles Cello, gebaut von einem berühmten Italiener im 16. Jahrhundert. Erste Zweifel, ob sein Großvater dieses Instrument so ganz legal erworben hat, lassen ihn Nachforschungen in der Vergangenheit anstellen.

Parallel dazu kommt es zu einem merkwürdigen Garagenbrand, der die Polizei aufgrund neuer Erkenntnisse auch den Autounfall noch einmal genauer untersuchen lässt. Der kriminalistische Erzählstrang bleibt jedoch weitgehend im Hintergrund, auch wenn die Fäden am Ende zusammenlaufen. Insgesamt eine interessante Geschichte, die allerdings spätestens nach der Hälfte eindeutig zu vorhersehbar ist. Man hofft, dass es noch unerwartete Wendungen gibt, aber leider wird diese Erwartung nicht erfüllt. Auch die Protagonisten werden zum Teil sehr naiv dargestellt, was vielleicht ein Versuch ist, das ländlich bergische Leben zu vermitteln, allerdings nur dazu führt, die Glaubhaftigkeit einiger Handlungen in Frage zu stellen. Fazit: Muss man nicht gelesen haben, tut aber auch nicht weh

Ein mörderisches Viereck, Klaus von Wiese, Bücken Sülzer Verlag, 11,80 Euro

 

Ute Bernatzki

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