Museen dürfen endlich öffnen

Rheinland / Bergisches Land Nach dem wochenlangen Lockdown bereiten die Museen und Kulturdienststellen des Landschaftsverbandes Rheinlandes (LVR) die Wiedereröffnung vor. Dazu haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Museen in den vergangenen Tagen Maßnahmen entwickelt und umgesetzt, die unter den aktuellen Schutz- und Hygienevorschriften einen Museumsbesuch möglich machen.

„Diese Situation ist für uns alle neu, es gibt keine Erfahrungswerte, auf die wir uns beziehen können. Einen Schalter umlegen und alles läuft im ‚Normalbetrieb‘ wie vor der Schließung funktioniert nicht. Wir müssen Museumsbesuch neu denken“, fasst Milena Karabaic, LVR-Dezernentin Kultur und Landschaftliche Kulturpflege, zusammen.

Für die Planung der Wiedereröffnung der Museen war zunächst wichtig zu bewerten, dass die 15 LVR-Museumsstandorte unterschiedlich von ihren Inhalten, ihrer Struktur und ihren individuellen Merkmalen sind. „Dies wird deutlich, wenn wir an das LVR-Freilichtmuseum in Kommern mit seinem großen Gelände im Gegensatz zu einem kleinen Standort der LVR-Industriemuseen wie eine Papiermühle denken. Es wird deutlich, dass zum Beispiel ein Leitsystem für Museumsgäste sehr individuell entwickelt werden muss“, so Karabaic.

Die Empfehlungen des Deutschen Museumsbundes wurden berücksichtigt, die einen sicheren Museumsbesuch ermöglichen sollen. In jedem Museum wird es an markanten Punkten Hinweisschilder mit Verhaltensregeln geben. Beim Gang durch das Gelände oder die Museen gibt es entweder Einbahnstraßen-Führungen oder abgesperrte Bereiche, um Menschenansammlungen zu vermeiden.

Dr. Josef Mangold, Direktor des LVR-Freilichtmuseums Kommern, setzt auch auf die Kooperationsbereitschaft der Besucherinnen und Besucher. „Wir sind überzeugt, dass unsere Museumsgäste verstehen, dass alles nur funktionieren kann, wenn sich jeder an die Vorgaben hält. Daher haben wir in Kommern einen kleinen Film gedreht, der den Menschen die Spielregeln für den Museumsbesuch unter diesen besonderen Bedingungen erklärt. Diesen können sie sich vor ihrem Besuch anschauen und wissen dann, was sie erwartet.“ Vor dem Besuch empfiehlt Mangold außerdem, die tagesaktuelle Situation vor allem hinsichtlich des Besuchsaufkommens auf den Social Media-Kanälen der jeweiligen Museen kritisch zu prüfen.

In Kommern wie in den anderen LVR-Museen, die öffnen, gilt, dass vorerst Einzelgäste, Lebenspartnerschaften und Familien Zutritt haben; Gruppenbesuche sind nicht möglich. Zur Einhaltung der Sicherheitsabstände sind die Besuchszahlen begrenzt. In geschlossenen Räumlichkeiten ist entsprechend der Vorgaben des Landes Nordrhein-Westfalen eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Ausgenommen davon sind Kinder bis zum Schuleintritt sowie Personen, die aus medizinischen Gründen keine Mund-Nase-Bedeckung tragen können.

„Natürlich freuen wir uns, wenn ab dieser Woche wieder Gäste zu uns kommen. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass wir uns nach wie vor in der Pandemie befinden. Daher sind einige Bereiche im Museum nicht zugänglich, wie zum Beispiel die Gastronomie, die Museumsshops oder die Spielplätze“, macht die Kulturdezernentin deutlich. Nicht zuletzt weil noch nicht alle Bereiche zugänglich sind, hat der LVR entschieden, dass der Eintritt in die Museen bis auf Weiteres erst einmal frei sein wird.

Folgende LVR-Museen öffnen zum 5. Mai:

LVR-Freilichtmuseum Kommern im Kreis Euskirchen
LVR-Archäologischer Park Xanten im Kreis Wesel
LVR-Freilichtmuseum Lindlar
Max Ernst Museum Brühl des LVR im Rhein-Erft-Kreis
LVR-Industriemuseum Papiermühle Alte Dombach in Bergisch Gladbach
LVR-Industriemuseum Gesenkschmiede Hendrichs in Solingen
LVR-Industriemuseum St. Antony-Hütte in Oberhausen
LVR-KULTURHAUS Landsynagoge Rödingen im Kreis Düren

Die verbleibenden Museen des LVR werden dann schrittweise geöffnet.

Auch andere Museen im Bergischen Land werden in den nächsten Tagen unter Einhaltung der Vorgaben wieder öffnen. Darunter fallen folgende Standorte:

Museum Morsbroich ab 6. Mai wieder geöffnet

Simon Schubert. Schattenreich. Verlängert bis 17. Mai.

Simon Schubert arbeitet seit längerem an einem immer weiterwachsenden, fiktiven Gebäude. Mit jeder Ausstellung wuchert dieser Architekturkomplex und entfaltet sich monadenartig: aus dem zweidimensionalen Papier über die Illusion von Dreidimensionalität bis in den tatsächlichen Raum. Der Ausstellungsbesucher betritt in der Grafiketage von Museum Morsbroich eine Parallelwelt mit weißen Wänden aus gefaltetem Papier, mit doppelten Böden, perspektivisch verzerrten oder optisch erweiterten Räumen.

Liebes Ding – Object Love. Verlängert bis 1. Juni.

Die Ausstellung „Liebes Ding“ befragt das innige Verhältnis zwischen Mensch und Dingen. Warum streben wir nach Dingen? Wie gehen wir mit Dingen um? Was bedeuten sie für uns? Und was sind die Konsequenzen unserer Liebe zu den Dingen? Mit der Entwicklung neuer Technologien und dem Aufstieg der Konsumgesellschaft explodierte die Anzahl der Dinge. Jeder von uns besitzt heute im Durchschnitt 10.000 Dinge! Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler setzen sich aus ihrer Perspektive mit diesen aktuellen und brisanten Entwicklungen auseinander.

Als weitern Schutz bietet das Museum eine kostenlose App als Audioguide an. Sie ist im App Store und bei Google Play erhältlich.

Kunstmuseum Villa Zanders ab 7. Mai  wieder geöffnet

Zunächst ist nur das Erdgeschoss zugänglich. Bei freiem Eintritt wird dort die Ausstellung „Igor Ganikowskij. Moral Spaces. 3D Painting“, gezeigt, die bis zum 7. Juni verlängert wird.

Ab Samstag, dem 6. Juni werden in der Ausstellung „NEU AUFGESTELLT. Neue Ankäufe, Schenkungen und Dauerleihgaben“ ausgewählte Werke aus der Sammlung „Kunst aus Papier“ in den beiden oberen Etagen präsentiert.

Weitere Informationen zu verschiedenen Museen und deren Wiedereröffnung finden Sie in der nächsten Print-Ausgabe des Bergischen Boten, die am 8. Mai erscheint.

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