Hilfe für Mädchen und Frauen in Corona-Zeiten

Bergisch Gladbach „Beratung für Frauen und Mädchen in Zeiten von Corona“: Mit dieser Flyeraktion wollen die städtische Gleichstellungsbeauftragte und der Verein Frauen helfen Frauen e.V. auf die Möglichkeit aufmerksam machen, sich in Situationen häuslicher Gewalt und auch anderen familiären und persönlichen Notlagen Unterstützung zu holen.

Die handlichen DIN A5-Merkzettel weisen auf die Telefon- und Onlineangebote der Allgemeinen Frauen- und der Mädchenberatungsstelle im Rheinisch-Bergischen Kreis hin. Auffällig in violett gestaltet, sollen diese  in Apotheken und Supermärkten der Stadt ausgelegt werden und  ermutigen, bei Konflikten, Ängsten und Problemen die angebotene Beratung per Telefon oder online in Anspruch zu nehmen.

Die in Zeiten von Corona geltenden Kontaktbeschränkungen bedeuten für Familien, in denen es ohnehin schon kriselt, eine große Herausforderung, wenn Ehepartner oder Eltern und Kinder wochenlang wesentlich stärker auf sich selbst bezogen sind.

Magdalene Holthausen, Leiterin von Frauen helfen Frauen Bergisch Gladbach e.V., sieht hier erhöhte Gefahren von Übergriffen innerhalb einer Familie: „Fachorganisationen und Expertinnen und Experten befürchten, dass unter den aktuellen Bedingungen ein Anstieg von Partnerschaftsgewalt und Gewalt gegen Kinder und Jugendliche im häuslichen Umfeld zu erwarten ist. Durch die Ausgangsbeschränkungen kann es zum einen zur Zunahme von häuslicher Gewalt kommen, zum anderen ist den Betroffenen oft der Zugang zu Beratungsstellen und auch zu Beratungsmöglichkeiten erschwert.“

Die städtische Gleichstellungsbeauftragte Judith Klaßen teilt diese Befürchtung: „Die Betroffenen verbringen mit Tätern oder Täterinnen viele Stunden im Haushalt; es ist leicht vorstellbar, dass sich dabei kaum Gelegenheiten ergeben, sich Hilfe zu holen und Kontakt zu Beratungsstellen aufzunehmen. Insofern gehe ich mit den Expertinnen und Experten davon aus, dass die Anzahl der Anzeigen, die aktuell bei den Beratungsstellen eingeht, von der Zahl der tatsächlichen Übergriffe deutlich abweicht.“

Einige Kommunen und Kreise haben sich daher entschlossen, Hilfesuchenden, die von häuslicher Gewalt bedroht oder betroffen sind, im öffentlichen Raum über Kontaktstellen und Hilfenotrufe zu informieren.

Für Bergisch Gladbach unterstützt Bürgermeister Lutz Urbach diese Aktion und ermutigt Opfer von häuslicher Gewalt, sich den Freiraum zu verschaffen und Hilfe in Anspruch zu nehmen: „Die Idee, gezielt Apotheken und Supermärkte als Auslagestellen für die Flyer zu gewinnen, empfinde ich als guten Ansatz, um viele Betroffene erreichen zu können. So wird hilfesuchenden Mädchen und Frauen deutlich erleichtert, Kontakt mit der Mädchen- und Frauenberatungsstelle aufzunehmen.“

Der Hinweiszettel der Frauen-/ Mädchenberatungsstelle fasst alle Informationen über deren Erreichbarkeit knapp zusammen und enthält einen QR-Code. Den kann man entweder sofort einscannen oder den Zettel einstecken, so dass die Mädchen und Frauen ihre Ansprechpartner im Falle des Falles sofort verfügbar haben.

 

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