Dringend Zeugen gesucht: Eisvogel von Brutplatz vertrieben

Bergisches Land/Leverkusen Mit einer selbst gemachten Treppe am Ufer der Dhünn haben Unbekannte ein Eisvogelpaar vertrieben. Der Wupperverband hatte im Bereich Schlebusch in Leverkusen eine Wiese erworben und dort das Ufer naturnah gestaltet. So ist eine Lehmsteilwand entstanden, die dem Eisvogel als idealer Brutplatz diente.

„In einer von Menschen genutzten Landschaft werden solche Brutplätze immer seltener. Daher ist diese Steilwand für den Eisvogel so wichtig“, berichtet Dr. Marlene Liebeskind, Leiterin des Bereichs Gewässerentwicklung beim Wupperverband.

Die Wiese ist eingezäunt, so dass im Normalfall der Eisvogel hier ungestört brüten kann. Doch jetzt haben Unbekannte in dem renaturierten Bereich, der sich inzwischen wieder sehr schön entwickelte, mit Steinen eine Staustufe und in der senkrechten Uferwand eine Treppe angelegt – vermutlich, um sich einen leichteren Zugang zum Wasser zu verschaffen.

„Der Eisvogel hat den Brutplatz neben der Treppe daraufhin wohl verlassen“, sagt Marlene Liebeskind. Die Staustufe behindert Lachse und andere Fische beim Aufsteigen in der Dhünn. Auch ein großer Sturzbaum, der den Zugang zur Wiese des Wupperverbandes versperrt hatte, wurde mit der Motorsäge zerlegt, so dass der Zugang wieder geöffnet wurde.

Ufer ist wieder hergerichtet

Der Betrieb Gewässer hat am 19. Mai das Ufer an der Steilwand wieder naturnah hergerichtet. Außerdem weist der Verband darauf hin, dass die Wiese ein Grundstück im FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) ist. Der Wupperverband hat die Wiese mit Fördergeldern des Landes erworben, um hier ein naturnahes Ufer als Lebensraum und ungestörten Rückzugsort für Tiere und Pflanzen zu entwickeln.

„Wir appellieren an alle Bürgerinnen und Bürger, dieses kleine Stück Natur nicht als Grill- oder Picknickplatz oder als Hundebadeplatz zu nutzen“, wünscht sich Marlene Liebeskind. „Eisvögel sind sehr scheu. Wenn sie von Menschen oder Hunden an ihren Brutplätzen aufgeschreckt werden, flüchten sie und haben es schwer, einen anderen geeigneten Brutplatz zu finden.“

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