Bergischer Verlag bringt bewegenden Erinnerungsband über die 50er und 60er Jahre

Remscheid Quarantäne-Zeiten sind Lesezeiten? Bestenfalls vielleicht – beim Bergischen Verlag in Remscheid ist man da so überzeugt nicht. Denn die Schließung aller Buchhandlungen schlug zunächst einmal ins Kontor und belastete den Heimatverlag stark. Und dennoch geht man, auch dank eines jetzt neu erscheinenden Erinnerungsbuches, gestärkt aus der Corona-Krise.

„Als das mit Corona und dem Shutdown begann, wollten wir gerade auf den Knopf drücken und die Druckmaschine anwerfen“, erinnert sich Marketingfrau Christane Rahrbach. Das Brevier liebevoller Erinnerungen an die 50er und 60er Jahre im Bergischen Land, „Käfer, Kanne, Krämerladen“ von Dorothee und Gerhard Kotthaus-Haack, war gesetzt, lektoriert, ausgestattet und musste „nur noch“ gedruckt und gebunden werden. Die Fertigung wurde vorsichtshalber gestoppt, soll jetzt aber anlaufen, damit nach Corona der Neustart unseres heutigen Lebens durch die mutmachende Erinnerung an den Neustart nach dem Krieg und den gelungenen Aufbruch in die 50er Jahre beflügelt wird.

Das in Kürze vorliegende Buch ist eine Fortsetzung des bereits in zweiter Auflage bestens verkauften Erstlingswerkes „Kühe, Kappes und Kartoffeln“ von Dorothee Kotthaus-Haack, die ihre Kindheit auf dem Lande schildert. Nun hat das Ehepaar Kotthaus-Haack Zeitzeugen interviewt und deren Schilderungen einer bewegten, alles andere als einfachen Zeit mit wunderbaren  Fotodokumenten zusammengefügt.  

Wie lebte man in der Familie, wie und wo kaufte man ein? Wie und womit spielten die Kinder? Was tat man nach der Arbeit, am Wochenende, in den Ferien? Wie war das, als wir uns motorisierten? Wie prüde oder progressiv waren Freundschaft, Liebe, Leidenschaft? Manche und mancher wird sich  wiedererkennen bzw. an eigene Erlebnisse erinnern. So darf man sich von Herzen auf diese liebenswerte Retrospektive freuen.

Nicht nur mit dem neuen Herz-Schmerz-Buch startet der Bergische Verlag aus der Corona-Zeit durch. „Wichtig sind für uns die Auftragsarbeiten“ – also Verlagsprodukte, für die externe Besteller die Verantwortung übernehmen und die im Bergischen Verlag mit der gleichen Akkuratesse, dem gleichen Engagement und dem gleichen Rundum-Service bearbeitet werden, als handele es sich um ein eigenes Baby.

Ein Paradebeispiel für eine solche Auftragsarbeit war der von der Stadt Wuppertal verantwortete Begleitband zur „200 Jahre Engels-Ausstellung“. Das Buch kam zu Beginn der Corona-Krise heraus und wurde, beworben u.a. im zur gleichen Zeit vorgelegten „Löwenmagazin“ des Bergischen Verlages, gut nachgefragt.

 Auftragsarbeiten wie den Engelsband bietet der Bergische Verlag auch Firmen, Vereinen und Privatpersonen an, die ein Buchprojekt planen. Allen mag das Verlagsprogramm, das im kostenlos erhältlichen Löwenmagazin ausgedruckt ist, als Inspiration dienen. Rahrbach: „Man kann sich einfach aus unserem Bauchladen der Möglichkeiten bedienen.“ Der große Vorteil gegenüber einem „selbstgefrickelten Print-on-demand-Projekt ist die hohe Qualität“, sagt Christiane Rahrbach.

Gebürtiger Remscheider und ans Zeitungsmachen gekommen beim Remscheider General-Anzeiger: Stefan Aschauer-Hundt lernte beim "Tüpitter", war Pressesprecher bei der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, Redakteur der Westdeutschen Zeitung und langjähriger Redaktions- und Technikleiter des Süderländer Tageblatt im Sauerland. Bei der Bundeszentrale für politische Bildung war er Mitglied im Projektteam Lokaljournalisten, einem Inkubator für journalistische Innovation. Stefan Aschauer-Hundt ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

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