Beatmeter Corona-Patient geheilt entlassen

Wipperfürth Nach über vier Wochen medizinischer Behandlung konnte der erste beatmete COVID-19-Patient aus der Helios Klinik Wipperfürth entlassen werden. Medizinisch und pflegerisch betreut wurde der 60-Jährige von einem interdisziplinären Team auf der Intensivstation. 

Am Wochenende vor Ostern wird der Lindlarer mit Schwächegefühl und Unwohlsein in die Helios Klinik Wipperfürth eingeliefert und mit der Erstdiagnose „Covid-19“ stationär aufgenommen. Zuvor war er bereits positiv auf das Virus getestet worden. Trotz der Diagnose bleibt der 60-Jährige zuversichtlich: „Ich zähle durch einen Herzinfarkt und zwei Stentimplantationen zur möglichen Risikogruppe. Aber natürlich habe auch ich auf einen milden Verlauf der Krankheit gehofft.“ Doch seine gesundheitliche Entwicklung ließ die Hoffnung darauf schwinden. Aufgrund seiner schweren COVID-19 Pneumonie musste der Familienvater auf der Intensivstation intubiert, an das Beatmungsgerät angeschlossen und in ein künstliches Koma versetzt werden. 

Mohamed Abdelkader, Oberarzt der Klinik für Innere Medizin, erinnert sich noch gut an den Krankheitsverlauf seines Patienten: „Schon bei den ersten Patienten zeichnete sich ab, wie schnell sich der Zustand betroffener Patienten durch eine Virus-Lungenentzündung verschlechtern kann. Da es aktuell keine medikamentöse Therapie gibt, mussten wir auch hier auf alle Symptome besonders sensibel reagieren und genau überlegen, wie wir diese möglichst optimal behandeln.“

Fast zwei Wochen lang war der Zustand des 60-Jährigen kritisch. „Wenn wir Patienten über Wochen begleiten, entsteht eine persönliche Beziehung. Sie leiden und kämpfen mit dem Patienten gegen das Virus und freuen sich auch gemeinsam über den am Ende positiven Verlauf“, beschreibt Herr Abdelkader rückblickend die Situation. Am achten Tag auf der Intensivstation konnte das interdisziplinäre Team aus Ärzten und Pflegern der Inneren Medizin und der Intensivstation den Gesundheitszustand des Patienten langsam aber kontinuierlich stabilisieren und von der künstlichen Beatmung entwöhnen. Doch die Strapazen der Krankheit haben ihn geschwächt, so dass er nach dem zweiten negativen Abstrich zur weiteren Regeneration auf die Normalstation verlegt wurde.

Nach insgesamt 33 Tagen konnte er das Krankenhaus wieder verlassen, um in einer anschließenden Rehabilitationsmaßnahme wieder zu Kräften zu kommen. Ob und welche Folgen die Erkrankung für den Patienten haben wird, ist bisher noch nicht sicher abzuschätzen. „Erst zukünftige, regelmäßige Kontrollen der Lunge und des gesamten Gesundheitszustandes werden zeigen, ob die Covid-19-Erkrankung dauerhaft Spuren hinterlassen hat“, erklärt Mohamad Abdelkader.

Der Lindlarer freut sich darauf, nun langsam wieder in den Alltag zurückzufinden. „Ich bin den Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten unendlich dankbar, dass sie mein Leben gerettet haben. Dafür die richtigen Dankesworte zu finden, fällt mir schwer“, schildert er bewegt.

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