Steck die Sonne ein

Wipperfürth  Mit ihrer aktuellen Aktion „Steck die Sonne ein!“ weist die Verbraucherzentrale NRW darauf hin, dass mit sogenannten Stecker-Solargeräten Eigentümer wie auch Mieter eigene Energie gewinnen können. „Die kleinen Kraftwerke werden meist an der Balkonbrüstung angebracht und liefern sauberen Strom direkt in die Wohnung. Das schont das Klima und senkt die Stromrechnung“, sagt Jennifer Schnepper, Klimaschutzmanagerin der Hansestadt Wipperfürth. „Technisch ist das denkbar einfach: Gerätestecker in die Außensteckdose einstecken – fertig!“, ergänzt Martin Halbrügge, Energieberater für die Verbraucherzentrale NRW.

Standard-Solaranlagen sind in NRW größtenteils genehmigungsfrei, dennoch müssen bei der Installation sämtliche öffentlich-rechtliche Vorschriften, wie beispielsweise der Brandschutz oder Grundstücksabstände beachtet werden. Auch bei Stecker-Solargeräten sind ein paar Punkte zu beachten.

So gehören zum Stecker-Solargerät ein oder zwei Photovoltaikmodule, die meist 1 Meter mal 1,70 Meter groß sind und bis zu 20 Kilogramm wiegen. Deshalb ist eine sichere Befestigung unerlässlich, wie Halbrügge betont. Wichtig zudem: Mieter und Wohnungseigentümer benötigen vor der Montage das Einverständnis des Vermieters beziehungsweise der Eigentümerversammlung.

Die kleinen Stromerzeuger haben entweder einen üblichen Schutzkontaktstecker, wie man ihn etwa von Staubsaugern oder Wasserkochern kennt. Oder sie nutzen einen speziellen Einspeisestecker. Dafür muss ein Fachbetrieb eine passende Steckdose montieren. Generell vorgesehen ist, dass der Stromkreis auf seine Eignung für die Einspeisung geprüft wird.

An einer schattenlosen Südfassade erntet ein übliches 300-Watt-Modul jährlich etwa 200 Kilowattstunden. Diese Energie würde aus dem Netz heute durchschnittlich 54 Euro kosten. Die Investition von 350 bis 500 Euro kann sich also nach sechs bis neun Jahren rechnen, wenn es gelingt, den Strom komplett im Haushalt zu verbrauchen. Dabei hilft es, zum Beispiel die Wasch- oder Spülmaschine tagsüber zu nutzen, wenn die Solarmodule Energie produzieren.

Ein wenig formaler Aufwand fällt für Stecker-Solargeräte nur zum Start an. „Leider bleiben diese Strom erzeugenden Haushaltsgeräte bislang noch nicht ganz von Bürokratie verschont“, erklärt Halbrügge. Eine Genehmigung ist zwar nicht nötig, doch zwei Anmeldungen sind vorgeschrieben: online im sogenannten Marktstammdatenregister und schriftlich beim örtlichen Netzbetreiber.

Wegen der großen Nachfrage wird der kostenlose Online-Vortrag zum Thema Stecker-Solargeräte der Verbraucherzentrale wiederholt. Unter dem Titel „Steck die Sonne ein! Solarstrom von Balkon und Terrasse“ erfahren Interessierte an ihren Rechnern zu Hause, wie auch Mieter und Wohnungseigentümer mit kleinen Solarkraftwerken eigenen Sonnenstrom ernten können und was dabei zu beachten ist. Die Möglichkeit, Fragen zu stellen, ist gegeben.

Eine Informationsveranstaltung zum Thema Solarenergie zur Eigenversorgung von Haushalten ist durch die Klimaschutzmanagerin Schnepper nach wie vor in Planung. Wegen der aktuellen Lage kann ein fester Termin jedoch nicht in Aussicht gestellt werden. Informationen dazu werden über die städtische Webseite, den Veranstaltungskalender und Facebook verbreitet sowie können diese vorab bei Frau Schnepper erfragt werden:

 

Hinterlasse einen Kommentar