Wipperfürther Marktplatz: Fertig aber noch nicht befahrbar

Wipperfürth „Die Firma Boymann hat heute die Baustelle auf dem Marktplatz geräumt und den Rückzug zum Firmensitz in Niedersachsen angetreten,“ schreibt die Hansestadt Wipperfürth in ihrer aktuellen Presseerklärung. Es klingt als habe der Feind die Stadt endlich verlassen und man könne aufatmen.

Die Bürger können es auf jeden Fall, denn das größte städtebauliche Umbauprojekt der letzten Jahrzehnte, ewige Dauerbaustelle und Zankapfel unter Facebook-Dauerusern, verlagert sich aus dem historischen Stadtkern Richtung Surgeres-Platz. Der Stadt jedoch steht noch eine Zitterpartie bevor, denn die Abnahme der Baumaßnahme konnte am 16. März nicht wie geplant abgeschlossen werden: „Bei der oben beschriebenen Begehung des Marktplatzes wurde festgestellt, dass an verschiedenen Stellen noch Bedarf der Nachbesserung besteht, zum Beispiel im Hinblick auf die Fugenbreite oder auch in Bezug auf verbliebene Höhenunterschiede. Der Subunternehmer, der die Pflasterarbeiten ausgeführt hat, ist jetzt durch die Bauleitung angehalten, die erforderlichen Nacharbeiten innerhalb von zwei Wochen so durchzuführen.“

Also wird man erst vorerst keine Fahrzeuge auf dem Marktplatz sehen. Das Pflaster muss sich setzen, aber vor allem muss nachgebessert werden, bevor der Platz wieder frei genutzt werden kann, denn „durch eine Freigabe vor der baurechtlichen Vertragsabnahme würde die Stadtverwaltung das unkalkulierbare Risiko eingehen, Gewährleistungsansprüche gegenüber dem Vertragspartner unter Umständen nicht mehr geltend machen zu können. Das könnte die Hansestadt Wipperfürth teuer zu stehen kommen, weil sie die Kosten für spätere Reparaturen dann selbst zu tragen hätte.“ Die Stadt bittet um Verständnis und betont, dass die Baumaßnahme noch innerhalb des ursprünglich geplanten Zeitrahmens liegt.

Die Wipperfürther haben jetzt also einen nagelneuen Marktplatz, und vielleicht werden sie ihn, bei dem aktuell strahlenden Sonnenschein, so geniessen, dass sie gar keinen Parkplatz mehr daraus machen wollen.

Paul Kalkbrenner ist Herausgeber des Bergischen Boten. Der gelernte Schriftsetzer studierte in Köln Visuelle Kommunikation und arbeitete als Designer, Fotograf und Redakteur unter anderem für Musikexpress, Prinz und die Autozeitung. In den 90er Jahren war er mit T-Shirts wie "Keine Macht den Doofen" erfolgreich. 2008 gründete er den Bergischen Boten. Er entspannt sich bei Gartenarbeit und ist leidenschaftlicher Musikfan. Er wohnt mit seiner Familie in Kürten.

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