„Das Geld muss diese Woche bei Selbstständigen und Unternehmen ankommen!“

Dr. Nicole Grünewald, Präsidentin der IHK Köln.

Köln „Bund und Land NRW müssen jetzt handeln und Geld für Unternehmen sofort zur Verfügung stellen“, erklärt IHK-Präsidentin Dr. Nicole Grünewald. „Es ist kein weiterer Aufschub möglich. Jetzt laufen die Zahlungen für Miete, Löhne und andere Verträge, jetzt wird das Geld gebraucht.“

Damit das Geld bis Ende der Woche bei den Unternehmen auch ankommt, müsse sowohl die Umsetzung des Notfallfonds für kleine Unternehmen als auch die erleichterten Kreditbedingungen für mittlere und große Betriebe einfach, schnell und ohne aufwändige Prüfungen geschehen. Auch die Banken stehen vor einer schwierigen Situation und dürften nicht durch zusätzliche Bürokratie oder zurzeit schwer zu erfüllende Auflagen belastet werden!

Das Land NRW solle genau und schnell prüfen, ob die Maßnahmen des Bundes für die regionale Wirtschaft passend sind und sofort greifen können. Wenn nicht, seien unbürokratische Landeshilfen gefordert. Dass das geht, zeige der Nothilfefond des Landes für Kulturbetriebe. Äußerst problematisch sei, dass die fest zugesagten Rettungsdarlehen der KfW zurzeit für viele Betriebe nicht abrufbar sind. Hier müsse sofort nachgebessert werden.

Für das Kurzarbeitergeld bräuchten die Unternehmen ein vollständig digitales Antragsverfahren und mehr personelle Ressourcen bei der Arbeitsagentur. Um diese zu entlasten, hilft die IHK Köln ab dem 23. März mit einem eigenen Kurzarbeiter-Beratungsteam. Um Kündigungen von Auszubildenden in der Krise zu vermeiden, bräuchte es auch eine Ausweitung der Kurzarbeiterregelung auf Auszubildende.

Grunwald sagt: „Steuerliche Erleichterungen, Änderung des Insolvenzrechts, Aussetzung des Solis: Alles, was der Wirtschaft jetzt finanziell hilft, ist von existenzieller Bedeutung für die Bewältigung der Krise in der Region. Dazu gehört auch die Stundung oder der Verzicht von kommunalen Gebühren und Abgaben, wie der Sondernutzungsgebühren in der Gastronomie.“

Viele Unternehmen setzten nicht nur auf staatliche Hilfe, sondern bewiesen gerade in der Krise Kreativität, um die schlimmsten Folgen zu verhindern: vom Lieferservice aus der Buchhandlung bis zum Essensverkauf aus dem Restaurant. „All diese Initiativen sind bewundernswert und erfüllen mich mit Stolz auf unsere Mitgliedsunternehmen“, so Grünewald. „Dies sollte die Politik motivieren, auch ihrerseits zu unkonventionellen Maßnahmen zu greifen. Denn nur mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung ist diese Krise zu meistern!“

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