Aus dem Leben der Luchse: 480 Stunden an der frischen Luft

Overath Dörte Außem, Leiterin der Kindertagesstätte „Der Regenbogen“ schickte uns diesen Bericht über 20 Kindergartenkinder die im Wald die Welt ganz natürlich entdecken durften.

Aus dem Leben der Luchse… eine kleine Statistik

Nach 10 Monaten Waldgruppe hieß es Ende Januar 2020 für Kinder, Eltern und Erzieher Abschied nehmen, denn zum 01.02.2020 werden alle Kinder aus der Waldgruppe, in die neu errichtete Kindertagesstätte „Am Kielsberg“ in Immekeppel wechseln. 

Die Waldgruppe war im April 2019 übergangsweise in der Kita „Der Regenbogen“ in Großhurden eingerichtet worden (siehe Ksta 30.04.2019), um den Mangel an Kitaplätzen im Stadtgebiet zu lindern.

Gestartet, mit 10 Kindern von 3 – 6 Jahren im April 2019, wuchs die Gruppe, für welche die Kinder den Namen „Die Luchse“ gewählt hatten, mit der Zeit auf 20 Kinder an. Im Verlauf verabschiedeten wir 3 Kinder in andere Einrichtungen und gewöhnten dafür wieder 3 neue Kinder ein. So haben die pädagogischen Fachkräfte 23 Bildungsdokumentationen mit 613 Fotos erstellt.

Von 174 Kindergartentagen haben wir 160 Tage im Wald verbracht und konnten  so etwa 480 Stunden frische Luft tanken. Nur 14 Tage mussten wir aufgrund von Extremwetter (Hitze, Starkregen, Dauerregen, Gewitter, Sturmböen) leider in unserem Schutzraum, der uns freundlicherweise vom 1.Vorsitzenden der Kita „Der Regenbogen“ Dr.Dr.Dr. Niemann zur Verfügung gestellt wurde, verbringen.

Auf unseren Streifzügen durch die Wälder rund um den Kindergarten, sowie Ausflügen zum Fußballplatz oder in das Freudental nach Immekeppel haben wir insgesamt ca. 700 km zurückgelegt.

Für das Frühstück haben die Kinder den Inhalt von etwa 3480 Brotdosen und Trinkflaschen gegessen bzw. getrunken. Mittags beim gemeinsamen Snack (39 kg Äpfel, 156 kg Möhren, 80 Salatgurken, 11,7 kg Frischkäse und 16 kg Knäckebrot) konnten die Kinder sich dann von den Abenteuern am Vormittag stärken. 

Wir haben in diesen 39 Wochen haben wir eine ganze Menge Abenteuer erleben und viel lernen dürfen:

  • in der gesamten Zeit haben wir mindestens 320 Mal geübt uns an- bzw. auszuziehen
  • wir haben steile Berge und tiefe Schluchten bezwungen und dürfen uns Kletterchampions nennen
  • wir durften den Umgang mit kleinen Sägen und dem Taschenmesser ausprobieren
  • uns  sind Wespen, Rehen und sogar Wildschweinen begegnet
  • ein Siebenschläfer hat sich für 3 Wochen bei uns im Haus eingenistet,
  • wir haben die Bäume und Tiere unserer Wälder in Projekten kennen gelernt
  • wir haben 125 m² Papier bemalt
  • 1,5 km Toilettenpapier verbraucht

Das alles sind Gründe, die uns trotz anfänglicher Skepsis, Hürden (zumindest in unseren Köpfen), Ungewissheit, zwischenzeitlichen Zweifeln, ob es die richtige Entscheidung war (wirklich bei Wind und Wetter) in den Wald zu gehen und der Frage, ob der Wald wirklich für alle Kinder geeignet ist gezeigt haben:

Wir sind froh, dass wir das „Abenteuer Waldgruppe“ gewagt haben!

Zum Schluss möchten wir uns Bedanken!

Danke an Herr Dr.Dr.Dr. Niemann, für Ihre Unterstützung und dass Sie uns in ihrem Haus Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt haben.

Danke, liebe Luchs – Eltern, dass Sie sich mit uns auf das Abenteuer eingelassen haben und dass Sie so verständnisvoll mit von uns produzierten zusätzlichen Wäschebergen umgegangen sind. Außerdem danke für Ihr Engagement rund um die Waldgruppe… für wöchentliche Elterndienste, Reinigungsarbeiten, leckeres Frühstück, als Umzugshelfer, u.v.m.

Danke, an die Nachbarn, wenn es auf den Straßen rund um Busch und den Kindergarten wieder etwas lauter wurde, weil die kleinen Luchse im Anmarsch waren und beim Überqueren der Straße, fast schon ritualmäßig,  ihr „Kinder wie gehen wir über die Straße? – Gerade und zügig!“, praktizierten.

Danke, auch an die anderen Waldbesucher, die Ihre Hunde immer brav an der Leine geführt haben, wenn sie uns begegneten und die Hinterlassenschaften Ihrer Vierbeiner aufgesammelt haben.

Das größte DANKE  aber, geht  an die kleinen Luchse, die durch ihrer Art die Welt zu entdecken, ihre Abenteuerlust und viel, viel Ausdauer,  den Wald und auch das Haus von Dr.Dr.Dr. Niemann,  jeden Tag aufs Neue mit Leben gefüllt haben!

Macht es gut kleine Luchse und kommt gut im neuen Kindergarten an!

 

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