Wo früher einmal Deutschland war

Reisefotos von Heike Angela Rudolph

Kürten Weitgereist und welterfahren, Heike Angela Rudolph weiß mit ihren Berichten über ihre Abenteuerreisen zu begeistern. Das großformatige Foto einer Löwin mit zwei Jungen, aufgenommen in Namibia, hängt im Flur, exotische Schirmmacherinnen aus Indonesien zieren die Küchenwand und Wüstenlandschaften im Wohnzimmer zeugen von der Reiseleidenschaft der Kürtenerin. Sie zieht es seit Jahren immer wieder in die Welt hinaus. Afrika und Asien sind ihre bevorzugten Urlaubskontinente. Aber auch vom Wandern in den schottischen Highlands ist sie angetan.

„Der Himmel über Afrika ist der schönste der Welt“, schwärmt Rudolph, wenn sie von den Eindrücken ihrer letzten Reise nach Namibia berichtet. Ihr Laptop ist voller Fotos von Elefanten, Giraffen und Zebras. Wie nah sie den Tieren gekommen sei? „Im Wildreservat lag unsere Lodge nur 200 Meter von einer Wassertränke entfernt. Jeden Abend konnten wir die Tiere von der Terrasse aus beobachten.“ Anfangs hatte sie ihre Reisen selbst geplant, heute überlässt sie die Planung dem Kürtener Reisebüro Umfulana.

„1997 wanderte unser Pfarrer, Martin Bach, aus Kürten-Olpe mit seiner Familie nach Südafrika aus. Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich ihn dort besucht habe.“ Schließlich entstand ein kleines Reisebüro, weil Rudolph nicht die einzige aus der Kirchengemeinde blieb, die ihn dort besuchte. In einer Garage in Südafrika schmiedete Bach mit seinem ehemaligen Konfirmanden Tobias Garstka Pläne für ihr neues Konzept „Intensivreisen“: Nicht nur im Reisebus gehetzt durchs Land jagen, sondern an ausgefallenen Plätzen übernachten und Zeit finden, um Natur und Landschaft im eigenen Rhythmus kennenzulernen.

Der Leuchtturm auf Cape Point

Beim Umrunden des Kap der guten Hoffnung weist er den Weg: Der Leuchtturm auf Cape Point am südlichsten Punkt der Kap-Halbinsel.

„Für unsere Reise nach Namibia bekamen wir ein detailliertes Tourenbuch, in dem jeder Tag, jede Route, alle Unterkünfte und jede Menge Tipps für Ausflüge anschaulich beschrieben waren.“
Im September 2019 startete die vierköpfige Reisegruppe in Kapstadt. Am Flughafen wartete bereits ein geländegängiger SUV. In 21 Tagen bis Windhoek, der Hauptstadt von Namibia lautete der Plan. Dass Rudolph die gesamte Strecke von 4.700 Kilometer fahren würde, war da noch nicht klar. Der Mitsubishi X-Trail war dann aber für die vorgesehene zweite Fahrerin eine Nummer zu groß. Kein Problem für die kampfsporterprobte Rudolph. „Ich habe es genossen mit dem Allrad durch unwegsames Gelände und Sandstürme zu brettern“.

Auch mit dem Linksverkehr hatte sie keine Probleme. „Schwierig wurde es nach der Rückkehr. In Odenthal bin ich am ersten Arbeitstag tatsächlich links herum durch den Kreisverkehr gefahren. Zum Glück war das morgens um fünf Uhr.“
Auf der Fahrt quer durch Südafrika testete Rudolph die Betaversion der Umfulana-Reise-App. Navigation, Streckenführung und Touristinfo in einem, idealerweise auch offline nutzbar, denn im Süden Afrikas ist das Mobilfunknetz nicht viel besser als in Deutschland. Zudem bleiben im Offline-Modus auch die Roamingkosten überschaubar.
Mit einem Highlight als erstem Etappenziel ging es los. Auf Wunsch der vier Freunde hatte Umfulana Whalewatching in die Tour eingeplant. In der Bucht von Hermanus verbrachte die Gruppe zwei Nächte in der vielversprechend klingenden B&B-Unterkunft „On the Cliff“. Die luxuriösen Zimmer mit Blick über die Steilküste hielten das Versprechen.
Rudolph hatte davon geträumt, die mächtige Schwanzflosse eines Wals mit der Kamera einfangen zu können. Den Gefallen taten ihr die eindrucksvollen Riesen der Meere leider nicht. Dennoch hatte die Hobbyfotografin den Anblick der Südkapern, so nennt man die Glattwalart, die sich in diesen Gewässern bewegen, sehr genossen.

Heike Angela Rudolph am Fish River Canyon

Heike Angela Rudolph am Fish River Canyon.

Clanwilliam und Springbok waren die nächsten Etappen im Süden Afrikas, eh es dann zum Fish River Canyon in Namibia weiterging. Nach dem Grand Cayon in Arizona (USA) gilt diese Schlucht als zweitgrößte der Welt. 161 Kilometer lang, fast 27 Kilometer breit und 550 Meter tief. Sehr beeindruckt, parkt Rudolph den SUV in der Nähe des riesigen Abgrunds.
In der Nähe von Kolmanskop, wo Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts das erste Diamantenfieber ausgebrochen war, hatten die vier Abenteurer mit heftigen Sandstürmen zu kämpfen. „Da war ich froh, dass ich zu Hause viel ‚Mario Kart‘ auf meiner Nintendo-Playstation spiele“, lacht Rudolph: „Ich konnte unseren SUV nur mit Sonnenbrille durch den Sandsturm steuern, weil die feinen Sandkörner die Windschutzscheibe zerkratzten und sich die Sonnenstrahlen tausendfach darin spiegelten.“
Auf dem ersten Rastplatz in Namibia erwartete die Gruppe die nächste Gefahr. Während ein Mitreisender rief „Komisch, der Ast bewegt sich“, erkannte Rudolph die giftige Puffotter. Die „Sun-downer-Tour“ endete dann glimpflich mit einem erfrischenden Ausklang an der Bar.

Lustiger war da der Besuch einer Kneipe in Swakopmund, „da kam ich mir vor wie im Sauerland Stern oder auf dem Ballermann. Deutscher Schlager, deutsches Bier vom Fass, deutsches Brot“, und Rudolph schmunzelt, „leckere Schwarzwälder-Kirschtorte.“

Umfulana

51515 Kürten
Karlheinz-Stockhausen Platz 7
Tel. 02268-90980

Giraffen sind die längsten Landtiere

Giraffen sind die längsten Landtiere

Am Wasserloch

Am Wasserloch

Atemberaubende Landschaft

Atemberaubende Landschaft

Löwin mit ihren Jungen

Löwin mit ihren Jungen

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