Rezension: Die Ameisenfrau

Die Ameisenfrau

Angst. Woher kommt sie? Wer profitiert davon? Und was haben Ameisen damit zu tun? Interessante Themen hat Thomas Kiehl für sein Thriller-Debüt ausgewählt. Dazu zwei sehr unterschiedliche Protagonisten: Lena Bondroit, die Wissen- schaftlerin, und Victor Callen- berg, den Staatskritiker und Weltver(schlimm?)besserer. Als Zeugin des ersten Mordes wird Lena in die Geschichte hinein- gezogen, und, getrieben von der eigenen Neugier, möchte sie die Hintergründe verstehen. So versinkt sie tiefer im Strudel der Ereignisse, wobei sie eindeutige Parallelen zwischen ihrem Forschungsgebiet der Ameisenvölker und den politischen Manipulationen und Intrigen entdeckt.
Brillant recherchiert webt der Kölner Autor mehr als nur ein spannendes Thema in einen größeren Zusammenhang.
Leider wirkt die eigentliche Story daher stellenweise um die Recherche herum konstruiert und die Protagonisten etwas hölzern. Vielleicht wäre weniger doch mehr, da nicht alle Fäden die Geschichte vorantreiben. Dennoch ein vielversprechen- des Thriller-Debüt. Es stellt sich die Frage, inwiefern man selbst als einzelner Mensch oder auch als Kollektiv manipuliert wird, und man beginnt diffuse Ängste zu analysieren und zu hinterfragen.

Thomas Kiehl, Benevento-Verlag, 18 Euro

Ute Bernatzki ist schon immer gerne gereist. Nicht nur mal eben für einen Urlaub zog es die gebürtige Kölnerin in in die große weite Welt, sie hat auch in Genf, London und auf den Malediven gearbeitet. Nach vielen Jahren im Marketing verschlug es sie in die Tourismusbranche. Die begeisterte Taucherin liest und schreibt gerne und hat 2014 ihr erstes Buch veröffentlicht. Heute lebt sie als freie Autorin in Rösrath.