Griechische Gastfreundschaft

Griechische Gastfreundschaft im Kalyva

Kürten „Seit 27 Jahren stehe ich jeden Abend im Restaurant“, sagt Dimi, „ich kann nicht anders und es macht mir immer noch Spaß“. In der Küche dirigiert sein Partner Tony die Köche und zaubert ungemein zarte Lammkoteletts vom Grill auf meinen Teller. „Lamm muss jung sein, nur dann schmeckt es“, sagt Dimi, „und wir holen unser Lamm vom Weidener, Direktimport aus Neuseeland.“

Das mag für die Klimabilanz jetzt nicht die optimale Lösung sein, aber für meinen Gaumen ist der Geschmack entscheidend. Dazu gibt es Kartoffelgratin und Salat im Hausdressing. Kann man machen, aber mein Favorit sind Pommes als Beilage, die im Kalyva immer besser schmecken als anderswo. Wahrscheinlich ist es wie beim Kölsch, das fließen muss, damit es gut schmeckt. Ultrafrisch eben. Kölsch aus dem Hahn, Pommes aus der Fritteuse.

Griechische Gastfreundschaft im Kalyva

Fast wie ein Urlaubstag auf Kreta mitten in Bechen.

Und genauso aufmerksam wie die Köbesse in einem Kölner Brauhaus sind die Bedienungen im Kalyva. Sie ahnen, wenn das erste Kölsch oder der Riesling meiner Liebsten sich dem letzten Tropfen nähert und fragen freundlich, ob sie ein neues Glas bringen sollen.
Und genau wie im Brauhaus ist bei den Bechener Griechen immer volles Haus und gute Stimmung. Eine angenehme Geräuschkulisse, die dafür sorgt, dass man sich in Ruhe unterhalten kann und sich nicht allein fühlt. Seit Jahren ist das Kalyva unser Stammrestaurant und Dimi weiß immer schon im Voraus, was meine Frau bestellen wird. Salat mit Fetabäll- chen und einer Portion Pommes extra. Aber bitte mit Mayo.

Ich bevorzuge den klassischen Bauernsalat mit dem typischen griechischen Dressing, das nur aus gutem Olivenöl, Pfeffer und Salz besteht. Vom Hausdressing darf ich für dieses Gericht abraten, das passt besser auf den gemischten Salat. Die Küche im Kalyva ist einfach, aber ungemein lecker. Zu empfehlen ist auch die vegetarische Pizza, kross gebacken und mit Spinat, Paprika, Champignons, Broccoli und Artischocken belegt.
„Ich will meinen Gästen einen erholsamen Abend bieten“, sagt Dimi, „das Essen muss gut sein, schnell auf dem Tisch stehen und einen moderaten Preis haben“. Er schaut in die Runde und sieht Gäste aus Odenthal, Bergisch Gladbach, Wipperfürth und Leverkusen. Er kennt seine Stammgäste, ihre Vorlieben und begrüßt sie alle persönlich. „Das verstehen viele Gastronomen nicht“, sagt er, „man kann nicht einfach Personal einstellen und den Laden sich selbst überlassen“. Was er meint ist, jedes Restaurant braucht Herzblut, damit die Gäste sich wohlfühlen. Und das schaffen Dimi und Tony auf unnachahmliche Weise. Für zwei Personen haben wir mit Getränken 50 Euro bezahlt.

Griechische Gastfreundschaft im Kalyva

Zarte Lammkoteletts mit Kartoffelgratin, zum moderaten Preis.

Reservierung am Wochenende dringend empfohlen.

 

Taverna Kalyva 

51515 Kürten
Kölner Str. 375
Tel. 02207 – 5685
www.kalyva.de

Paul Kalkbrenner ist Herausgeber des Bergischen Boten. Der gelernte Schriftsetzer studierte in Köln Visuelle Kommunikation und arbeitete als Designer, Fotograf und Redakteur unter anderem für Musikexpress, Prinz und die Autozeitung. In den 90er Jahren war er mit T-Shirts wie "Keine Macht den Doofen" erfolgreich. 2008 gründete er den Bergischen Boten. Er entspannt sich bei Gartenarbeit und ist leidenschaftlicher Musikfan. Er wohnt mit seiner Familie in Kürten.

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