Bürgermeister Michael von Rekowski tritt nicht mehr an

Bürgermeister Michael von Rekowski erklärt die Wipp-App.

Wipperfürth Für die Mitarbeiter der Stadtverwaltung kam die Ankündigung des Bürgermeisters nicht wieder zur Kommunalwahl im September anzutreten überraschend. Bereits ab Juni wird Michael von Rekowski, eine Stelle als Unternehmensberater bei einer Kölner Firma im Gesundheitswesen antreten. „Wir waren geschockt“, bringt es Citymanagerin Mery Kausemann auf den Punkt. Nach Jahren heftiger Kritik am Umbau der Innenstadt, die sich zumeist an der Person des Bürgermeisters entzündete, hatten sich zuletzt die Wogen geglättet. Vielen Kritikern waren schlicht die Argumente ausgegangen, als sich die Sanierung der Unteren und Marktstraße sowie die Neugestaltung des Marktplatzes für die meisten Bürger als Gewinn für die Hansestadt darstellten. Selbst der Skandal um die indische Grauwacke auf dem Markplatz schien zuletzt verziehen.

Auch wenn der Bürgermeister, letztlich nur bereits lang gefaßte Ratsbeschlüsse umsetzte, hatten die Kritiker des InHK ihn als Buhmann erkoren. Statt sich qualifiziert und vor allem rechtzeitig mit den Beschlüssen des Rates auseinanderzusetzen, beschwerten sich darüber wiederum die Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Vielleicht wurzelt ja ein Teil des oberbergischen Naturells im sauerländischen Pessimismus, der ja per se gegen das Neue ist, nur um hinterher mit schöner Regelmässigkeit zu behaupten: „Ich habe immer gewußt, dass das richtig schön werden wird.“

Am noch amtierenden Bürgermeister gingen diese Jahre nicht spurlos vorüber. Der politische Quereinsteiger musste erleben „dass in der Politik nicht immer nach Lösungen gesucht wird.“ Spaß machte ihm vor allem die Führung der Verwaltung. Was ihm diese mit großer Loyalität dankte. Nach eigenem Bekunden hat er sich die Entscheidung nicht leicht gemacht: „Die letzten zehn Jahre waren anstrengend, wie werden die nächsten fünf sein, habe ich mich gefragt? Nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass ich meine berufliche und damit auch meine persönliche Zukunft anders gestalten möchte“. „Noch bin ich jung genug eine neue Stelle anzutreten“, sagte er der Redaktion. Und er freue sich darauf mit seiner Lebensgefährtin „wieder ganz normal durch Wipperfürth zu schlendern.“

Er hinterläßt eine Hansestadt, für die er während der umstrittenen Umbauphase die Kastanien aus dem Feuer holte und eine weitgehend sanierte Innenstadt, die ihren Charme, aller Unkenrufe zum Trotz, behalten hat. Insbesondere mit der Umgestaltung des historischen Marktplatzes und der Erweiterung der Außengastronomie, dürfte das Herz der Stadt noch mehr zum Treffpunkt, auch für den Naherholungstourismus werden.

Am 9. Mai wird Bürgermeister von Rekowski, die Feierlichkeiten zur Fertigstellung des Markplatzes eröffnen.

Paul Kalkbrenner ist Herausgeber des Bergischen Boten. Der gelernte Schriftsetzer studierte in Köln Visuelle Kommunikation und arbeitete als Designer, Fotograf und Redakteur unter anderem für Musikexpress, Prinz und die Autozeitung. In den 90er Jahren war er mit T-Shirts wie "Keine Macht den Doofen" erfolgreich. 2008 gründete er den Bergischen Boten. Er entspannt sich bei Gartenarbeit und ist leidenschaftlicher Musikfan. Er wohnt mit seiner Familie in Kürten.

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