Bürgermeister Lutz Urbach an der Angel

Bergisch Gladbach Weiberfastnacht 2020 war es soweit: Zum letzten Mal musste Bürgermeister Lutz Urbach sein Rathaus vor dem Sturm der Karnevalisten verteidigen. Wie seit Jahren üblich, hatte er sich mit seinen Frauen und Mannen auf dem Balkon des Rathauses verbarrikadiert. Da Urbach nicht mehr zur Wahl antritt, war er in diesem Jahr scheinbar ein wenig friedlicher gesinnt: Die herannahenden karnevalistischen Truppen wurden weniger kräftig verspottend empfangen als in den Vorjahren.

Wie dem auch sei: Die KG Bürgergarde Bergisch Gladbach Bensberg 2014 e.V. wendete natürlich keine Gewalt an, um „dat Schmölzje us däm Rathuus ze krieje“. Vielmehr hatte man sich auf Bergische Gastlichkeit und ihre Spezialitäten besonnen, denn das diesjährige Motto „Dat es herrlich – un ech Bergisch!“ liefert schließlich die passende Vorlage. So machte sich „e lecker Mädche“ in Richtung Rathausbalkon auf. Die Bürgergarde und der Bergische Löwe stellten sich ihr als Schutztruppe zur Seite.

Dem Bürgermeister und seinem Gefolge präsentierte man eine leckere Bergische Waffel. Damit alle sie sehen, wurde sie – an einer Angel hängend – in Richtung Nasen der Rathausverteidiger befördert. Dass Lutz Urbach dem verlockenden Duft widerstehen konnte, wurde nicht erwartet. Zumal auf der Bühne auch noch eine fast perfekt gedeckte Bergische Kaffeetafel lockte! Mittelpunkt waren die Dröppelminna und ein Stapel frisch gebackener Waffeln, die das über Bensbergs Grenzen hinaus bekannte Café Kroppenberg gespendet hatte.

Was lag da näher, als dass Bürgermeister Lutz Urbach zeigen musste, ob er genug Bergische Waffeln verdrücken kann, um von den Karnevalisten freies Geleit zu erhalten. Bürgergarde-Präsidentin Ulrike Keil wachte mit Argusaugen über die Erfüllung der Auslöse-Menge. Leider – oder Gott sei Dank – schaffte er es nicht, die von ihr vorgegebene Menge Waffeln zu verdrücken.

Letztendlich musste Bürgermeister Lutz Urbach also der weiblichen Übermacht weichen und die Stadtschlüssel für die Fünfte Jahreszeit zum letzten Mal den Weibern „seiner“ Stadt überlassen. Für die Zuschauer hatte die Bürgergarde auch ein paar Waffeln besorgt, aus hygienischen Gründen allerdings gut verpackt.

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