„Die Goldenen 20er haben angefangen!“

Bergisch Gladbach Die einen kommentierten die Begrüßung des Kreishandwerksmeisters Wilhelm Reitz mit Blick auf das neue Jahrzehnt: „Die Goldenen 20er haben angefangen“, mit zustimmendem Nicken, die anderen schauten doch eher skeptisch.

An festlich gedeckten Tischen hatten in der guten Stube der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land rund 110 Gäste Platz genommen. Kolleginnen und Kollegen aus dem Handwerk und dem Handel, Politiker aus Bund und Land, Vertreterinnen und Vertreter regionaler Verbände und die regionale Presse lauschten interessiert der Rede des obersten Handwerksmeisters der Region zum neuen Jahr.

Wachsen will man, im wahrsten Sinne mehr Räume schaffen für Mitarbeitende und Beratung. Mit dem Anbau an das bestehende Gebäude an der Altenberger-Dom-Straße soll schon im Mai 2020 begonnen werden. Im „Haus der Wirtschaft“, so betitelt die Kreishandwerkerschaft ihre Vision, sollen den Themen Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit mehr Beachtung geschenkt werden. „Wenn die Kräne sich drehen, geht es uns gut.“ Mit diesem Bild veranschaulichte Reitz die mit der Planung des Erweiterungsbaus einhergehende Motivation in der Kreishandwerkerschaft.

Reitz sprach persönliche Gedanken zum Rechtsruck in der Gesellschaft aus: „Mein Weltbild ist ins Wanken geraten, verblendete Idioten laufen durchs Land.“ Auch wenn die Älteren von der Fridays-for-Future Bewegung womöglich genervt seien, Rebellion sei ein Vorrecht, ja sogar eine Verpflichtung der Jugend. Bloss nicht in Hysterie verfallen, mit kleinen Schritten mache man die Welt besser, lautete Reitz‘ Empfehlung.

Kritik an der Politik wurde auch später vom Präsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Hans Peter Wollseifer, geäußert. Mehr finanzielle Unterstützung bei der Berufsausbildung, fordert der Vertreter des Handwerks ein. Mehr Wertschätzung durch die Politik wünscht man sich. Und was er von der Einführung der Kassenbonpflicht halte, damit hielt Wollensiefer sich auch nicht zurück: „Das ist Blödsinn.“

Ab Januar 2020 dürfen Handwerksmeister die Abschlussbezeichungen „Bachelor Professional“ und „Master Professional“ tragen. Was kommt danach, sinniert Reitz, „Superior“? Reitz blickt bei allen Ideen und Vorgaben, die aus Ministerien und Bundestag ans Handwerk herangetragen werden, trotzdem optimistisch in die Zukunft. „Den einzustellen, war richtig schlau von uns“, wandte sich Reitz schmunzelnd am Ende seiner Begrüßungsrede an Hauptgeschäftsführer Marcus Otto.

Angeregte Gespräche an festlich gedeckten Tischen

Über 100 Gäste waren der Einladung gefolgt

Paul Kalkbrenner, Herausgeber des Bergischen Boten

Aufmerksame Zuhörer

Bei gutem Essen redet es sich gleich noch besser

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