Angewandte Pflegewissenschaften

Pflege im Krankenhaus und an der Hochschule

Gummersbach Das Gesundheits- und Bildungszentrum Oberberg (GBZ) bietet seit diesem Wintersemester in Kooperation mit der Katholischen Hochschule in Köln parallel zur Ausbildung ein Studium an. Der Pflegeberuf soll so an Attraktivität gewinnen.

Lina Marie Bosch hatte eine Ausbildung zur Notfallsanitäterin bei der Bundeswehr begonnen. „Aber mir reichte es nicht, den Patienten in der Notaufnahme an die Kollegen im Krankenhaus zu übergeben, ich wollte den Patienten weiterbehandeln können“, begründet sie den Wechsel ans GBZ. Ihre Kommilitonin Anika Hirdes hatte nach dem Abitur noch keine konkreten Vorstellungen, welcher Beruf zu ihr passt und entschied sich für den Bundesfreiwilligendienst in einem Pflegeheim. „Erst war das eine Überbrückungslösung und dann ist daraus ein Berufswunsch geworden“, erzählt sie. Praktische Erfahrungen im Krankenhaus veranlassten auch Annabell Spieles, die Ausbildung in der Krankenpflege zu wählen. „Während meines Fachabiturs habe ich verschiedene Praktika absolviert, in einer Tagesklinik, in einem Kindergarten und im Krankenhaus.“

15 Plätze bietet die Katholische Hochschule Köln in den angewandten Pflegewissenschaften an, drei davon in Kooperation mit dem Gesundheits- und Bildungszentrum Oberberg. Das so genannte Kontaktstudium findet parallel zur Ausbildung statt. An vier Tagen sind die Schülerinnen im Krankenhaus tätig, wo sie entweder Theorie büffeln oder Praxiseinsätze auf den Stationen absolvieren, und einen Tag in der Woche verbringen sie an der Hochschule. „Den Schulstoff, den wir an diesem Tag im GBZ verpasstssen, müssen wir natürlich nachholen.“

Ihre praktische Ausbildung mit einem Studium kombinieren zu können, sei eine tolle Chance, sagt Anika Hirdes, „denn schon eineinhalb Jahre nach Abschluss meiner Ausbildung habe ich den Bachelor“. Eine Studie über Bettlägerigkeit aus der Vorlesung sei auch Thema im Unterricht am GBZ gewesen, nennt die Krankenpflegeschülerin ein Beispiel für die Verzahnung von Theorie und Praxis.

„Wir werden im Krankenhaus bei unserer täglichen Arbeit von dem Know How der Pflegekräfte profitieren“, ist sich GBZ-Leiter Dirk Broß sicher. Pflegedirektorin Inge Schwarz pflichtet ihm bei: „Aufgabenfelder werden sich entwickeln, da gibt es viele Möglichkeiten“. Sie begrüßt die Mischung von hoch qualifizierten Pflegekräften, die einen Bachelor-Abschluss oder ein Examen gemacht haben, und Pflegeassistenten.

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