Drei, die den Karneval wirklich l(i)eben und eine Botschaft transportieren

Bergisch Gladbach Im Rathaus räumte Martin Gerstlauer, Vorsitzender der Vereinigung zur Erhaltung und Pflege heimatlichen Brauchtums ein, in diesem Jahr mit Sessionseröffung und Vorstellung des designierten Dreigestirns am 9. November um 18.30 Uhr „besonders früh“ dran zu sein. Vorteil: „Dadurch spendieren wir dem neuen Dreigestirn eine um zwei Tage verlängerte Session.“

Es herrschte großes Gedränge, Zum ersten Mal war der Ratssaal fast zu klein für die Vorstellung der „Neuen“.Spätere Gäste hatte keine Chance mehr auf einen Stehplatz und gingen lieber gleich in den Saal nebenan, ins Brauhaus am Bock. Dort wurde im Anschluss an die Vorstellung eine rauschende Sessionseröffnungsparty gefeiert.

Zunächst jedoch begrüßte Martin Gerstlauer Ehrengäste, KGs und das närrische Volk. Dem amtierenden Dreigestirn, dessen Session mit der Proklamation „der Neuen“ am 23. Januar endet, gebührte Dank. Ein Rückblick rief die Regentschaft noch einmal in Erinnerung bevor Prinz Hanno I, Jungfrau Jutta und Bauer Markus die obligatorischen Schals an ihre „Amtsnachfolger“ überreichten.

Es sind Vollblutkarnevalisten, die den Karneval leben, nicht nur lieben. Das spürten alle im Saal sofort. Zunächst einmal klärte der Vorsitzende des Vereins mit dem langen Namen die Verwandtschaftsverhältnisse im neuen Trifolium. „Zwei von ihnen sind verheiratet – miteinander! Die Jungfrau ist noch ledig!“ Das designierte Dreigestirn ist jung, sympathisch und dynamisch.

Der 31jährige Prinz, 37 Jahre alte Bauer und die 34jährige Jungfrau hatten die Herzen der Menge schon gewonnen, bevor sie überhaupt das Wort an sie gerichtet hatten.

Prinz und Bauer sind in der KG Löstije Stänedräjer zu Hause. Seit acht Jahren ist der Prinz dort Sitzungspräsident, ebenso lange moderiert er den Rosenmontagszug für die Ehrengarde der Stadt Köln. Prinz und Bauer leben in Köln Brück, lieben untern anderen das Reisen in ferne Länder und lesen gerne. Im echten Leben ist Philipp Deutsch- und Englischlehrer an der Oberstufe eines Kölner Gymnasiums, Markus Vertriebsmitarbeiter bei einem IT-Systemhaus in Köln.

Das größte Hobby der Versicherungskauffrau Jennifer ist der Karneval. Da ist es fast selbstversändlich, dass sie die erste „doppelte Jungfrau“ von Bergisch Gladbach ist. Bereits mit zehn Jahren stand sie im Bergisch Gladbacher Kinderdreigestirn und ist somit „wiederkehrende Jungfrau“.

„Zesamme simmer eens,“ hat sich das Dreigestirn auf die Fahne geschrieben. Zusammenrücken wolle man in der kommenden Session. Für sein Versprechen: „So kleine Schwierigkeiten, was Stadtteile angeht, wird es in der nächsten Session mit uns Dreien nicht geben,“ wurde der Prinz in seiner Antrittsrede mit donnerndem Applaus bedacht. Für das folgende Statement wurde dieser unter Jubel noch lauter und anhaltender: „Wir machen und stark gegen den Rassismus, gegen Antisemitismus, gegen jegliche Form von Diskriminierung und Intoleranz. Alle Farben sind in unserer Stadt willkommen nur Braun, das brauchen wir nicht “ Das Dreigestirn will „mit gutem Beispiel vorangehen, um jeden mitzunehmen, der Lust hat mitzufeiern, egal wo er herkommt, egal welche Hautfarbe er hat, mit wem er verheiratet ist, oder ob er arm ist oder reich.“ Als Sozialprojekt werden Prinz Bauer und Jungfrau Mottoschals zu Gunsten des Vereins DOMINO- Hilfe für trauernde Kinder verkaufen. Erhältlich sind diese ab der Proklamation am 23.Januar 2020.

Gemeinsames Alaaf vom amtierenden und designierten Dreigestirn Prinz Hanno I, Jungfrau Jutta, Bauer Manfred, Jungfrau Jenny, Prinz Philipp,Bauer Markus und Prinzenführer Frank Mehren

Prinz PhilippI holte den Prinzen von 1952 Conny Dederichs auf die Bühne

Mit 92 Jahren kein bisschen müde und weiterhin im Karneval unterwegs

auch Christian Buchen gratulierte dem designierten Dreigestirn

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